06. Januar 2018 / 07:29 Uhr

HSV-Legende Kaltz: "Man muss mal weg vom Dino"

HSV-Legende Kaltz: "Man muss mal weg vom Dino"

René Wenzel
Manfred Manni Kaltz feiert am Samstag seinen 65. Geburtstag.
Manfred Manni Kaltz feiert am Samstag seinen 65. Geburtstag. © dpa/Montage
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Manfred "Manni" Kaltz ist immer noch Rekordspieler des Hamburger SV. In 581 Spielen erzielte er 76 Treffer. Am Samstag feiert er seinen 65. Geburtstag. Im Interview mit dem SPORTBUZZER spricht der Europameister über die aktuelle Situation beim HSV, Mega-Talent Jann-Fiete Arp und seine legendären Bananenflanken.

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„Manni Flanke, ich Kopf, Tor!“ Diese Aussage von Horst Hrubescht passt zu keinem HSV-Duo besser als zu Manfred "Manni" Kaltz und dem Kopfballungeheuer. Die beiden Klub-Legenden gewannen einige Titel und sind bei den Fans immer noch beliebt. Kaltz feiert an diesem Samstag seinen 65. Geburtstag. Der Mann mit der Bananenflanke im Geburtstags-Interview mit dem SPORTBUZZER.

Herr Kaltz, Sie feiern am Sonnabend ihren 65. Geburtstag. Wie fühlen Sie sich?

Mit geht es soweit gut. Der 65. Geburtstag ist jetzt nichts Besonderes für mich. Erst der 80. wird wieder richtig gefeiert.

Das ist in 15 Jahren. Hält bis dahin auch ihr Klubrekord mit 581 Bundesliga-Spielen für den HSV?

Das kann ich schwer einschätzen und es ist auch uninteressant. Das ist eine Statistik, mehr nicht. Aber ich denke schon, dass der Rekord noch lange hält. Es ist in der heutigen Zeit eher unrealistisch, dass ein Spieler so oft für einen Verein aufläuft.

Bei Ihnen waren es 19 Jahre, gekrönt mit drei deutschen Meisterschaften, zwei Europapokalsiegen und zwei DFB-Pokalsiegen. Erleben Sie noch einmal so einen großen Triumph des HSV?

Ich bin kein Hellseher. Aber im Moment sieht es nicht so aus, dass der HSV in naher Zukunft einen Titel gewinnt.

Was ist nach dem letzten DFB-Pokalsieg 1987 alles falsch gelaufen?

In der Vergangenheit gab es viele verschiedene Knackpunkte. Es bringt aber nichts, etwas darüber zu erzählen, weil sich eh nichts mehr ändert.

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Wie geht es Ihnen, wenn Sie den HSV heute sehen?

Ich bin nur ab und zu mal da und muss sagen, dass es vieles gibt, was mir nicht gefällt. Deswegen gehe ich nicht so oft zum HSV und gucke mir lieber Spiele in der Champions League vom FC Bayern München oder Borussia Dortmund an.

Also ist die Bundesliga uninteressant?

Die Bundesliga ist viel zu langweilig. Die Meisterschaft ist schon jetzt entschieden. Nur im Abstiegskampf ist es spannend. Und da ist der HSV ja in den letzten Jahren immer dabei gewesen. Sie hatten ganz schön viel Glück.

Wenn es doch so schlecht läuft, dann sind vielleicht Ratschläge von HSV-Legenden angebracht. Wurden Sie noch nie angesprochen?

Nein, die brauchen keine Unterstützung. Sie machen doch eh alles selbst. Jetzt mit 65 will ich das auch nicht mehr. Es gibt andere Sachen, die mir wichtiger sind.

Zum Beispiel?

Familie, Gesundheit und Hobbys.

Und wahrscheinlich auch das Training mit Kindern?

Ja. Die Zeit ist sehr gut verplant mit den ganzen Einheiten. Ich bin immer zwei Monate fest am Stück am Weissenhäuser Strand und auch in Südtirol. Neben meiner eigenen Fußballschule arbeite ich auch noch für die des VfL Bochum.

Viele Nachwuchskicker kennen die nach Ihnen benannte Bananenflanke nur von Videos aus dem Internet. Wie oft haben Sie diese präzisen Zuspiele geübt?

Täglich nicht, nur unter der Woche im Training. Wir haben es versucht im Spiel umzusetzen. Und es hat dann ganz gut geklappt. Wenn man übt, dann hat man halt irgendwann auch einen Vorteil.

Wie sieht es mit 65 Jahren aus? Beherrschen Sie die Bananenflanke immer noch?

Natürlich. Wenn ich im Sommer wieder einigermaßen im Training bin, dann kann ich Ihnen mal eine auf den Kopf hauen. Das ist überhaupt kein Problem.

So wie damals mit Horst Hrubesch, der sagte: „Manni Banane, ich Kopf – Tor“. Treffen Sie Ihre ehemaligen Teamkollegen noch häufig?

Wir sehen uns mal in Hamburg bei den Spielen oder bei irgendwelchen Events. Also man begegnet sich schon regelmäßig und unterhält sich - mit Ditmar Jakobs, Caspar Memering oder auch Rudi Kargus.

Das sind alles Spieler, die auch bei den Fans sehr beliebt waren. Heute ist es Jann-Fiete Arp, der am Sonnabend seinen 18. Geburtstag feiert. Was halten Sie von ihm?

Endlich mal einer, der am gleichen Tag Geburtstag hat (lacht). Er ist ein sehr talentierter Spieler, der mir richtig gut gefällt. Ich habe ihn schon beobachtet und muss sagen, dass das mal einer werden kann. Die Voraussetzungen sind auf jeden Fall da.

Kann er eine HSV-Legende werden?

Wenn der HSV in den nächsten Jahren mal eine vernünftige Mannschaft aufbaut, dann ist alles möglich. Aber es ist schwer in der heutigen Zeit, Geld spielt eine so große Rolle. Oft werden die guten Spieler weggekauft. So machen die großen Vereine die kleinen schwach.

Jetzt muss sich Arp erstmal wieder auf einen schweren Abstiegskampf einstellen. Noch gilt der HSV als Bundesliga-Dino. Wie lange bleibt er das noch?

Man muss mal weg vom Dino. Wenn man oben mitspielen will, dann ist die Tradition uninteressant - die Leistung zählt. Es war damals immer unserer Anspruch, ganz vorne mit dabei zu sein. Und das sollte auch wieder das Ziel des HSV werden.

Jann-Fiete Arp in Bildern

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