19. Juni 2018 / 06:11 Uhr

Hummels-Kritik: Was und wen Deutschlands Abwehrchef wirklich meinte

Hummels-Kritik: Was und wen Deutschlands Abwehrchef wirklich meinte

Heiko Ostendorp, Eric Zimmer und Patrick Strasser
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Die Aussagen von Mats Hummels nach dem Mexiko-Spiel sorgten für Aufregung. Doch wen und was meinte er genau? 
Die Aussagen von Mats Hummels nach dem Mexiko-Spiel sorgten für Aufregung. Doch wen und was meinte er genau?  © Imago-Montage
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Die Kollegenschelte von Mats Hummels und die Folgen.

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Eigentlich sollte der Tag nach dem WM-Auftaktspiel gegen Mexiko ein Tag der Entspannung werden. Die ersten drei Punkte im Gepäck, dann ein Nachmittag mit Freunden und Familien in Moskau – und am Dienstag der Weiterflug ins schöne Sotschi am Schwarzen Meer.

Stattdessen herrscht nach der überraschenden und verdienten 0:1-Pleite gegen „el Tri“ dicke Luft im DFB-Quartier in Watutinki – trotz der Ankunft der Angehörigen. Zu beängstigend, ja alarmierend waren der Auftritt des Weltmeisters und die Kritik nach der Niederlage. Es droht sogar ein Machtkampf innerhalb der Mannschaft.

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Mats Hummels rechnete unmittelbar nach dem Abpfiff im Luschniki-Stadion mit einigen Mitspielern ab: „Ich verstehe nicht ganz, warum wir das so gespielt haben. Leichte Ballverluste, absichern – wir hatten das intern angesprochen, aber nicht umgesetzt. Wenn sieben, acht Spieler offensiv spielen, dann ist die offensive Wucht größer als die defensive Stabilität. Ich spreche das intern oft an, aber es fruchtet anscheinend nicht.“ Deutliche Worte – und ihm war anzusehen, dass er gerne noch viel, viel mehr gesagt hätte.

Dass der Bayern-Star gegen Mexiko selbst katastrophal spielte, erwähnte Hummels übrigens nicht. Hummels´ Vorwurf galt den beiden Außenverteidigern Marvin Plattenhardt und vor allem Joshua Kimmich, der seine Seite bei seinen Ausflügen ein ums andere Mal offen ließ. Auch die beiden Sechser, Toni Kroos und Sami Khedira, dürften angesprochen worden sein.

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Unterstützung bekam Hummels von seinen Münchner Mannschaftkollegen Thomas Müller und Jeromé Boateng. Müller sagte: „Wir machen momentan die falschen Dinge zur falschen Zeit. Natürlich ist es die Absicherung und natürlich sind es die Ballverluste.“ Und Boateng ergänzte: „Wir hatten diese Sachen ganz klar angesprochen und kriegen es trotzdem nicht hin – das ist nicht unser Anspruch. Darüber müssen wir reden. Wir hatten viel zu viele Ballverluste und haben kaum Torchancen rausgespielt.“ 

Auch Marco Reus sah dies ähnlich: „Ich kann Mats schon recht geben. Wir sollten grundsätzlich gemeinsam verteidigen und gemeinsam angreifen. In der ersten Halbzeit waren wir in zwei Hälften geteilt. Das darf uns nicht passieren.“

Tatsächlich klaffte eine riesige Lücke zwischen Abwehr und Angriff, immer wieder lief das DFB-Team in Konter, welche die Mexikaner (zum Glück aus deutscher Sicht) teilweise fahrlässig verspielten. Ansonsten hätte die Pleite noch deutlich höher ausfallen können.Wie so oft in der Vergangenheit schottete sich die Mannschaft gestern komplett ab. Alle Medientermine wurden abgesagt, trainiert wurde hinter verschlossenen Türen. Und dort dürfte es in den kommenden Tagen Gesprächsbedarf geben.

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Ex-DFB-Kapitän Ballack: "Da stimmt etwas nicht in der Mannschaft"

Ex-Kapitän Michael Ballack vermutet: „Da stimmt etwas nicht in der Mannschaft.“ Er fordert: „Es ist absolut richtig, dass Mats Hummels das so klar anspricht. Er muss jetzt vorangehen und mit den Spielern reden, die Spieler müssen untereinander reden. Manche Dinge kann der Trainer nicht regeln, das muss die Mannschaft selbst tun. Vor allem müssen sie die Balance zwischen Defensive und Offensive wieder finden.“ Und noch ein anderer ehemaliger DFB-Kapitän meldete sich zu Wort.

Ursprünglich sollte Philipp Lahm eine Pressekonferenz geben – doch diese wurde ohne Angabe von Gründen gecancelt. Stattdessen äußerte sich DFB-Botschafter Lahm beim Besuch einer deutschen Schule: „Manchmal schadet ein kleiner Rückschlag nicht, um noch enger zusammenzurücken.“ Doch ist das überhaupt möglich? Oder sind die Gräben innerhalb des Teams schon zu tief? Team-Manager Oliver Bierhoff widerspricht: „Die Trainingseinheiten waren sehr gut, die Atmosphäre bei uns in unseren Räumlichkeiten, beim Essen etwa, auch.“

Am Soamstag gegen Schweden geht es schon um alles. Boateng: „Jetzt muss sich zeigen, welchen Charakter die Mannschaft hat.“

Deutschland in der Einzelkritik: Die Noten zum WM-Spiel gegen Mexiko

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