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© Frank Söllner

„Ich bin ein demokratischer Diktator“

Humorvoll, unterhaltsam, informativ: Hansa-Trainer Dotchev im Talk bei der OZ

Transferzeit im Fußball – das ist auch für Pavel Dotchev die Hölle. „Am Tag rufen zehn Berater an. Wenn ich nur mit denen schreibe, habe ich nichts anderes mehr zu tun“, klagte der Hansa-Trainer, der manchmal schon morgens früh um fünf SMS-Angebote aufs Handy bekommt. „So ein Spieler hat dann ganz schlechte Karten, den nehme ich nicht“, stellte der 52-Jährige klar.

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Mittendrin in der augenblicklichen Wechselphase fand Dotchev gestern jedoch Zeit, zum Sportbuzzer-Talk ins Medienhaus der OSTSEE-ZEITUNG zu kommen. Kein Wunder: Der Rostocker Drittligist hat seine Transfer-Hausaufgaben mit der Verpflichtung von Stürmer Pascal Breier (25) bereits gemacht. „Da waren wir schneller als die anderen, sonst hätten wir keine Chance gehabt“, erzählt der Trainer.

Noch habe er sich nicht entschieden, ob er den Neuen am Sonnabend im Auftaktspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach in einer Doppelspitze zusammen mit dem achtfachen Saisontorschützen Soufian Benyamina auflaufen lässt. „Das kann ich noch nicht verraten. Meine Gedanken reifen noch.“

In 90 Minuten plus etwas „Nachspielzeit“ plauderte Dotchev im lockeren Gespräch mit Thomas Pult, stellvertretender OZ-Chefredakteur, und OZ-Sportredakteur Stefan Ehlers dafür munter über andere Themen. Darüber, dass sich der Paderborner nach mehr als sieben Monaten in Rostock „sehr, sehr wohl“ fühlt an der Küste. „Es gibt nur ein Problem: Ich kann meine Freundschaften daheim nicht pflegen.“ Oder darüber, dass er mit seinem Rücktritt auf seiner vorherigen Trainerstation Erzgebirge Aue im Februar 2017 den „emotionalsten Moment“ seiner bisherigen Karriere erlebte. Schon damals hatte sich Hansa übrigens um ihn bemüht. „Aber damals war ich noch nicht reif dazu.“

Pavel Dotchev (M.) im lockeren Gespräch mit Thomas Pult (r.), stellvertretender OZ-Chefredakteur, und OZ-Sportredakteur Stefan Ehlers.

Dotchev erstaunte aber auch mit der Ausage, dass er Hansa-Investor Rolf Elgeti bisher noch nicht persönlich kennengelernt habe. „Es gab bisher einfach keine Mögllichkeit. Merkwürdig, oder?“ Mit Humor und vielen Details schilderte der Coach sein Trainerleben und wie er seinen Job sieht. „Man muss Vater und Freund sein, aber auch harte Hand. Ich bin ein demokratischer Diktator. Es ist ein sehr interessanter Job, aber auch ein sehr intensiver. Man muss immer die Antennen oben haben.“ Für die Mannschaftsbesprechung vor einem Spiel reichen ihm zehn Minuten („Alles andere habe ich in der Woche davor erledigt“), vom Videobeweis ist er nicht völlig überzeugt („Warum kriegen die das trotzdem nicht gebacken, die Entscheidungen richtig zu treffen?“).

Vier Tage vor dem Auftaktspiel in Großaspach drehte sich natürlich auch viel um Aufstiegswünsche und Drittliga-Realitäten. Die beiden Top-Teams Magdeburg und Paderborn seien noch nicht weg. „Nein. Das geht ganz schnell. Beide müssen noch zu uns“, sagt Dotchev und bekommt Applaus.

Natürlich spüre auch er die tiefe Sehnsucht der Fans, endlich wieder Bundesliga-Fußball in Rostock zu sehen. Als Tabellenvierter liegen die Hanseaten derzeit aussichtsreich im Rennen. „Ich habe aber die Bedenken, dass die Erwartungen so übertrieben sind, dass alle enttäuscht sind, wenn wir es am Ende nicht schaffen“, sagt der Coach, der bereits mit Paderborn und Aue das Aufstiegs-Wunder geschafft hat. Das packt er nun mit Hansa an. Seinen Spielern impft er ein: „Wir fangen bei null an. Wir haben noch nichts erreicht.“

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