Dariusz Sztorc FSV Langwedel-Völkersen Sieht seine Truppe auf einem guten Weg und bescheinigt ihr Potenzial. Aber derzeit hat Trainer Dariusz Sztorc mit Personalproblemen und vermeintlichen Fehlentscheidungen von Unparteiischen zu kämpfen. © Marvin Güngör
Dariusz Sztorc FSV Langwedel-Völkersen

"Ich bin nicht Gott und habe immer recht"

Trainer Dariusz Sztorc zieht eine erste Zwischenbilanz beim Bezirksligisten FSV Langwedel-Völkersen

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Dariusz Sztorc hat im Sommer den Posten als Chefcoach des Bezirksligisten FSV Langwedel-Völkersen von Benjamin Nelle übernommen. Zuvor war Sztorc als Trainer beim Rotenburger SV II tätig. Als Spieler lief der Pole unter anderem für Mannschaften wie Holstein Kiel, Rotenburger SV, FC Oberneuland oder SV Werder Bremen II auf. Im Interview zieht er eine erste Zwischenbilanz an seiner neuen Wirkungsstätte.

Herr Sztorc, neun Spiele sind gespielt und der FSV Langwedel-Völkersen steht auf dem 13. Tabellenplatz mit zehn Punkten und einem Torverhältnis von 10:22. Das Saisonziel lautet: einstelliger Tabellenplatz. . .
Dariusz Sztorc:
Das hat der Verein herausgegeben, nicht ich. Ich gebe nie Platzierungen aus, da es keinen Sinn macht. Wenn man sich eine Mannschaft für viel Geld zusammenkauft, dann kann man das machen. Aber das haben wir nicht, wir haben eine komplett neue Mannschaft. Das einzige, was ich gesagt habe, war, wenn alles schnell zusammenfindet, dann ist den Jungs viel zuzutrauen.

Doch bisher hat noch nicht alles zusammengefunden . . .

Unser Torverhältnis wurde durch das 0:8 gegen Bassen total demoliert. Das halte ich den Jungs auch noch länger vor. Wir befinden uns im Abstiegskampf, das war nicht so gewünscht. Dass wir unten drin stehen, enttäuscht mich. Aber ich bin auch nicht ganz unzufrieden. Wir müssen uns jeden Punkt hart erkämpfen. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, denn sie ist willig und arbeitet gut.

Oft ist nach den Spielen zu hören: „Wir haben gut gespielt und uns viele Chancen erarbeitet“. Doch es folgte immer ein Aber. Was fehlt der Mannschaft noch, um dieses Aber weglassen zu können?

Es sind drei Punkte: Es fehlt die Erfahrung, die personelle Situation ist schwierig, und wir werden oft durch Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt. Ich bin neu und die Hälfte des Kaders ist neu. Viele von ihnen sind jung und kommen aus der Kreisliga. Sie waren das Training und auch die Liga nicht gewohnt. Das ist schwierig, aber damit habe ich gerechnet. Es geht halt nicht einfach auf Knopfdruck.

Wie abhängig ist der FSV Langwedel-Völkersen von dem verletzten Stürmer Daniel Throl?

Es ist klar, dass er uns fehlt, an allen Ecken und Enden. Ich kenne ihn noch aus vergangenen Duellen. Das ist wie bei Bothel, wenn da der Christoph Meinke fehlt, dann fehlt das fußballerische Element auf dem Platz. Für uns ist Daniel sogar noch mehr, er ist ein Leader, zu ihm schauen alle auf. Die jungen Spieler ziehen sich an ihm hoch, insbesondere in schwierigen Situationen. Mit ihm hätten wir bestimmt ein paar Punkte mehr. Aber was ich ihm hoch anrechne, er ist trotz seiner Verletzung immer wieder da, bei den Spielen und auch im Training. Aber die personelle Situation ist generell schwierig. Ich muss immer eine neue Formation aufstellen und rotieren, da irgendwer verletzt ist, im Urlaub ist, oder sonst was hat.

Sie sprachen die Schiedsrichterentscheidungen an . . .

Ich möchte daran nicht unsere Niederlagen festmachen, denn die haben wir selbst zu verantworten. Aber wir werden oftmals durch Fehlentscheidungen der Schiedsrichter benachteiligt – das ist schon auffällig. Über das Foul an Daniel Throl (im Spiel gegen ATSV Scharmbeckstotel, Anm. d. Red.) komme ich einfach nicht hinweg. Da spielt der Junge erstmals nach seiner Verletzung wieder, ist gerade genesen und trifft prompt. Wenig später wird er aber von hinten gefoult und sein Gegenspieler sieht nicht mal Gelb dafür. Das ist für mich nicht nachzuvollziehen. Wir haben vom Verein aus auch schon einen Brief an offizielle Stelle geschickt und darin unsere Situation geschildert, denn wir fühlen uns benachteiligt.

Kommen wir zu Ihnen. Welcher Trainer-Typ sind Sie, eher der Diktator oder der Kumpel?

Vor zehn Jahren hätte ich Diktator gesagt, alte Schule halt (lacht). Jetzt versuche ich aber – denn man lernt ja dazu – mehr Zugriff auf die Spieler zu bekommen, mehr ihre Sprache zu sprechen. Ich will nicht der Diktator sein, ich kann auch über meinen Schatten springen und Fehler zugeben. Ich suche keine Ausreden. Ich bin der Erste, der sich zu Hause vor den Spiegel stellt und sich hinterfragt: Was kann ich besser machen? Was habe ich falsch gemacht? Ich bin nicht Gott und habe immer recht. Ich bin so der Jupp-Heynckes-Typ. Ich kann und will es nicht jedem recht machen, aber ich höre der Mannschaft zu. Wenn ich was mache, dann mache ich es zu hundert Prozent.

Welche Spielphilosophie verfechten Sie?

Ich lasse gerne im 4:4:2 spielen, je nach Spielstand aber auch variieren. Doch das ist derzeit noch nicht möglich, dafür müssen wir uns erst einspielen. Für mich ist die Abwehr das Wichtigste, sie gibt Sicherheit. In den ersten Spielen standen wir hinten gut, hatten aber vorne keine Durchschlagskraft. Mittlerweile kreieren wir Chancen, nutzen sie aber nicht und stehen in der Defensive nicht mehr so sicher. Die Balance fehlt einfach noch. Oftmals halten wir das Feld zu groß, stehen zu weit auseinander und schließen die Lücken nicht. Aber dass wir Fußball spielen können, das sieht man immer mehr.

Welcher Ihrer Spieler hat sie bisher im positiven Sinne überrascht und wer im negativen?

Positiv vor allem Thorben Wendt. Er kommt aus der Kreisliga und ist bei mir gesetzt, er hat 99,9 Prozent Trainingsbeteiligung. Zudem Louis Gehrke, er ist das Mannschaftsrohr und sehr fleißig. Von ihrer Entwicklung bin ich positiv überrascht. Jan-Ole Post und Gianluca Müller sind dabei auch zu nennen. Auch ein Niclas Tiedemann, für den es mir mit seiner Verletzung sehr leidtut. Im negativen diejenigen, die weniger trainiert und gespielt haben. Die, die fordern, von denen dann aber nichts kommt.

Region/Bremen Bezirk Lüneburg Bezirksliga Bezirk Lüneburg 3 (Herren) FSV Langwedel-Völkersen (Herren)

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige