09. November 2018 / 12:47 Uhr

Im schottischen Dauerregen ausgerutscht: RB Leipzig verpasst Doppelchance in Glasgow

Im schottischen Dauerregen ausgerutscht: RB Leipzig verpasst Doppelchance in Glasgow

Anne Grimm
GLASGOW, SCOTLAND - NOVEMBER 08:  Bruma of RB Leipzig evades Ryan Christie of Celtic during the UEFA Europa League Group B match between Celtic and RB Leipzig at Celtic Park on November 8, 2018 in Glasgow, United Kingdom.  (Photo by Ian MacNicol/Getty Images)
RB Leipzig verliert das Spiel bei Celtic Glasgow mit 1:2. © 2018 Getty Images
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Frühzeitiger Einzug in die Ko-Phase der Euro League, Fokus auf die Bundesliga bis zur Winterpause: Beides hat RB Leipzig mit der Niederlage gegen Celtic Glasgow verspielt. Die großen Fußballtempel Europas bleiben ein schwieriges Pflaster für die Rasenballer.

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Glasgow/Leipzig. Wenn die Hymne „You'll never walk alone“ ihren Höhepunkt erreicht, innbrünstig aus 60.000 schottischen Kehlen schallt, dann ist die Gänsehaut so sicher, wie ein frisches Bier aus dem Zapfhahn eines Glasgower Pubs. Die Stimmung im Celtic Park trifft den Besucher bei seiner Premiere mit einer unbeschreiblichen Wucht. Diese Emotionalität nutzte der schottische Gastgeber am Donnerstag im Dauerregen, um RB Leipzig in der ersten Halbzeit samt aggressivem Pressing und einem frühen Tor absolut aus dem Konzept zu bringen.

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Celtics Coach Brendan Rodgers sagte nach dem 2:1-Sieg: „Die Atmosphäre ist sehr einschüchternd, vor allem für ein Team, das noch nie hier war. Auch die besten Mannschaften der Welt haben schon sehr gelitten. Die Atmosphäre hat uns sehr geholfen.“ Nach den internationalen Pleiten vergangene Saison beim Pfeifkonzert in Istanbul und der Pyroshow in Marseille, verließ RB auch in Glasgow einen der stimmungsvollsten Fußballtempel Europas punktlos.

Keine Mauscheleien zwischen Salzburg und Leipzig möglich

RB-Trainer Ralf Rangnick, der die Kulisse hingegen nicht als hemmenden Faktor für die Leistung seiner Mannschaft sah, war sichtlich angefressen, hatte sich das Szenario anders ausgemalt: Bereits Anfang November ab in die Ko-Runde, Fokus des kleinen Kaders bis zur Winterpause auf die Bundesliga. „Jetzt brauchen wir einen Sieg in Salzburg und danach womöglich nochmal einen Sieg in Trondheim. Daher ist es so ärgerlich, dass wir den einen Punkt nicht mitnehmen konnten“, sagte der 60-Jährige, der am Donnerstagabend nicht schnell genug wieder in den Charterflieger gen Heimat kommen konnte.

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Mit einem Remis in Schottland hätte ein Dreier aus den letzten zwei Partien gereicht, weil RB den direkten Vergleich gegen Celtic dank des 2:0-Erfolgs im Hinspiel bereits für sich entschieden hat. Für alle, die nun im Konzernduell in drei Wochen Mauschelein erwarten: Salzburg und Leipzig werden sich beim Rückspiel nichts schenken. Beide brauchen Punkte. Sogar das Team von Marco Rose ist noch nicht durch, wäre mit zwei 0:2-Niederlagen gegen RB und Celtic ausgeschieden.

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Demme und Kampl fehlen an allen Ecken und Enden

Dass der Coach zum ersten Mal in dieser Saison ohne seine beiden Schaltzentralen im Mittelfeld, Diego Demme und Kevin Kampl begann, hatte fatale Auswirkungen: Eine miserable Passquote, schwache Zweikampfwerte, die Bälle fanden selten den Weg nach vorn. „Sie haben es geschafft, unsere Stürmer eng zu decken. Wir hätten mehr Tiefgang schaffen müssen, um Unordnung in die Abwehr zu bringen“, sagte Kampl. Im zweiten Durchgang wurde es mit der Einwechslung des slowenischen Nationalspielers prompt gefährlicher. Als Demme in den letzten 20 Minuten dazu stieß, war dank des Duos richtig Druck auf dem Kessel. Kampl selbst hatte nach dem schnellen Rückstand zum 1:2 zweimal den erneuten Ausgleich auf dem Fuß.

Das größte Ärgernis des RB-Coachs: Wie einfach nach sechs Spielen ohne Gegentreffer die zwei Glasgower Tore fielen. „Wir haben beim ersten Gegentor beim schnellen Freistoß nicht richtig aufgepasst. Waren nicht wach, beim zweiten Tor auch nicht. Es ist ärgerlich, wenn man die Reise auf sich nimmt und zweimal so schläft“, sagte Marcel Halstenberg, der in der Anfangsphase für den verletzten Marcelo Saracchi kam – der Uruguayer fällt wegen seiner muskulären Verletzung im Oberschenkel am Sonntag im Bundesligaheimspiel gegen Leverkusen aus. Die erste Pleite nach zehn Pflichtspielen ohne Niederlage wird RB nicht umwerfen, versicherte Kampl noch auf dem Rasen des legendären Celtic Parks.

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Die Fans beider Vereine feierten am Abend gemeinsam ausgelassen auf den Straßen und in den Pubs der Stadt. 2.200 aus Leipziger ein unvergessliches Stadionerlebnis. Knapp 60.000 aus Glasgow die Chance, ihre einzigartige Fankultur weiter in Europa präsentieren zu dürfen. "Paradise.67" – sogar das W-LAN-Passwort im Stadion verkörperte den Stolz des Vereins, über seinen größten Triumph – den Europapokalsieg 1967.

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