Lars Stindl schoss in der Nachspielzeit das Tor zum 2:2. Lars Stindl schoss in der Nachspielzeit das Tor zum 2:2. © imago
Lars Stindl schoss in der Nachspielzeit das Tor zum 2:2.

In letzter Sekunde: Deutschland rettet Remis gegen Frankreich

Vier Tage nach dem torlosen Remis in England erweist sich Frankreich als deutlich stärkerer Gegner für die DFB-Elf. Im letzten Länderspiel des Jahres rettet ein Joker die Serie des Weltmeisters.

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Stille auf den Rängen, auch auf dem Platz kein Ton. Das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend in Köln hatte einen traurigen Beigeschmack: Unter großer Anteilnahme wurde Hans Schäfer – einer der letzten Weltmeister-Helden von 1954 – vor der Partie mit einer Schweigeminute verabschiedet. Erst vor einer Woche war die Kölner Legende im Alter von 90 Jahren verstorben – nur wenige Stunden vor der Partie wurde er beerdigt. Die Spieler beider Teams liefen mit Trauerflor auf und erst mit Anpfiff wurde sich wieder auf Fußball konzentriert.

Doch genau wie beim schwachen Länderspiel am Freitag in London gegen England (0:0) wollte Bundestrainer Joachim Löw auch im letzten DFB-Spiel des Jahres gegen die „Equipe tricolore“ weiter experimentieren – und kam vielleicht auch deshalb nicht über das 2:2-Remis gegen das junge französische Team hinaus.

Löw vorher: "Ich werde testen"

"Ich werde testen. Das steht für mich sogar über dem Ergebnis. Ich will sehen, wie einige Spieler sich gegen die Besten beweisen", betonte der Bundestrainer noch vor der Partie. Und er hielt Wort: Mit Toni Kroos, Emre Can, Marvin Plattenhardt, Niklas Süle, Sami Khedira und Kevin Trapp schickte Löw gleich sechs neue Spieler im Vergleich zur England-Startelf auf den Platz. Die große Überraschung: Rückkehrer Mario Götze musste wie schon in England zunächst auf der Bank Platz nehmen, er kam erst in der 66. Minute für Ilkay Gündogan ins Spiel.

Doch völlig egal war Löw das Ergebnis sicher auch nicht, immerhin war das DFB-Team auf Rekordjagd. 21 Spiele in Folge ist die deutsche Nationalmannschaft ungeschlagen. Die letzte Niederlage setzte es ausgerechnet bei der EM 2016 gegen die Franzosen (0:2). Der deutsche Rekord liegt bei 23 Begegnungen in Folge ohne Niederlage (1978-1980).

Einzelkritik: Deutschland gegen Frankreich in Noten

Frankreich übernahm das Ruder

Zwar hatte die deutsche Mannschaft in der dritten Minute die erste gute Tormöglichkeit, als Julian Draxler den Ball im Strafraum mit einem Rückpass zu Mesut Özil spielte, der flach abschloss, doch Timo Werner stand im Blickfeld von Torwart Steve Mandanda, Abseits! Doch anschließend übernahm Frankreich das Ruder. Nach einem kapitalen Fehler von Toni Kroos in der 12. Minute lief Anthony Martial einen französischen Konter, erst Abwehrchef Mats Hummels konnte in höchster Not mit einer überragenden Grätsche vor dem einschussbereiten Mbappé klären.

Und Frankreich machte weiter druckt: Alexandre Lacazette erzielte schließlich den verdienten Führungstreffer (34.). Lucas Digne legte einen Diagonalball im deutschen Strafraum volley ab, Anthony Martial nahm den Ball an, umspielte Niklas Süle und legte quer auf Lacazette, der nur noch einschieben musste. Zur zweiten Halbzeit kam Antonio Rüdiger für Hummels ins Spiel, der direkt zum Hauptdarsteller wurde.

Nach der Pause war Deutschland besser

In der 53. Minute tankte sich Draxler auf dem linken Flügel durch und spielte den Ball scharf in den französischen Strafraum, wo Rüdiger freistehend am Tor vorbei schoss. Besser machte es drei Minute später Timo Werner, der nach Vorlage von Mesut Özil zum 1:1 einschoss. Und Deutschland gab weiter Gas: Toni Kroos zirkelte in der 70. Minute einen Freistoß über die französische Mauer, doch Torwart Mandanda bekam die Finger im letzten Moment dran und lenkte den Ball gegen die Latte.

Im Gegenzug erzielte Lacazette seinen zweiten Treffer (71.), nach dem Mbappé ihm den Ball im Strafraum durchgesteckt hatte. Trapp blieb ohne Chance. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte der eingewechselte Lars Stindl den Endstand. Özil spielte den Bal steil nach vorne, Götze ließ den Ball im Strafraum auf prallen, Stindl schob gekonnt am französischen Keeper vorbei ins Tor.

Doch vor allem beim Kölner Publikum kam die Testphase in der Neuauflage des EM-Halbfinals von 2016 nicht gut an – mit 36 948 Zuschauern war das RheinEnergieStadion nur spärlich gefüllt, knapp 12 000 Plätze blieben unbesetzt – für die lautesten Jubler sorgten wie schon im Spiel gegen England die Papierflieger, welche von der Tribüne auf das Spielfeld segelten. Durchaus enttäuschend bei einer Partie gegen einen solch hochkarätigen Gegner.

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Deutschland (Herren) Frankreich (Herren) Fussball Deutschland/Laenderspiele RedaktionsNetzwerk Deutschland

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