DHB-Vizepräsident Bob Hanning bestätigt eine deutliche Erhöhung der Prämien. DHB-Vizepräsident Bob Hanning. © dpa
DHB-Vizepräsident Bob Hanning bestätigt eine deutliche Erhöhung der Prämien.

DHB-Vize Bob Hanning: "Kader-Debatte ist typisch Deutsch"

Der Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes spricht vor der Handball-EM in Kroatien über die deutschen Ziele, das Prämiensystem, die umstrittene Kader-Nominierung und die Ablöse für Christian Prokop.

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Mit welchen Gefühlen blicken Sie der EM entgegen?

Jedes Mal, wenn ich vor einem großen Turnier ein gutes Gefühl hatte, gab es hinterher eine Enttäuschung. Von daher will ich mir jetzt gar nicht zu viele Gedanken machen. Aber wenn wir die richtigen Schlüsse aus dem Positiven vom Titelgewinn bei der EM 2016 und Olympia-Bronze in Rio sowie aus dem Negativen von der WM 2017, dem Achtelfinal-Aus gegen Katar ziehen, können wir eine gute Europameisterschaft spielen.

Welche Fehler wurden zur WM vor einem Jahr gemacht?

Trainer, Spieler, Umfeld - wir alle haben da Fehler gemacht. Wir haben das Wort TEAM, die vier Buchstaben als „Toll, ein anderer macht's“ interpretiert. Wir müssen wieder zu „totales Engagement aller Mitglieder“ kommen. Wir sind nur gut, wenn alle das gleiche Ziel verfolgen. Keiner darf sich über das Team stellen. Diesen Geist brauchen wir zurück. Denn wir sind kein Underdog mehr.

Machen Sie den EM-Erfolg nur an der Platzierung fest? Zählt nur Gold?

Auf keinen Fall. Unser großes Ziel bleibt, die Entwicklung eines Teams mit dem wir 2020 bei Olympia um Gold spielen. Dann sind wir danach über Jahre erfolgreich. Das heißt aber nicht, dass wir die EM abschenken. Unser erstes Ziel ist es, die Gruppe zu gewinnen. Gelingt das, sogar verlustpunktfrei, können wir neue Ziele, wie das Halbfinale, rausgeben.

Sportbuzzer-Interview: DHB-Vize Bob Hanning vor dem Start der Handball-EM

Diskussion um Nominierung: "Das ist für mich typisch Deutsch"

*Im Vorfeld wurde viel über die Nominierung diskutiert, weil mit Finn Lemke, Fabian Wiede und Rune Dahmke gleich drei Europameister zu Hause bleiben ... *

... und das ist für mich typisch Deutsch, alles in Frage zu stellen. Jeder Trainer hat bei mir maximalen Handlungsspielraum. Er hat als neuer Trainer nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, etwas Neues auszuprobieren. Christian hätte es sich auch einfach machen, das Erbe seines Vorgängers verwalten können. Aber er wollte die für sein Spielsystem optimalen Spieler mitnehmen. Ihn dafür zu kritisieren, ohne ihm die Möglichkeit zur Veränderung zu geben, finde ich unfair. Der Erfolg unserer Nationalmannschaft ist das A und O unserer Sportart. Dem haben sich alle unterzuordnen. Davon leben auch die Experten.

Sie selbst stehen aber auch unter Druck, schließlich hat der Verband gut 500.000 Euro Ablöse für den Wunschkandidaten Christian Prokop gezahlt.

Dazu nur eins: Finanziell ist uns das nicht teurer gekommen als eine Vertragsverlängerung mit Dagur Sigurdsson, da Christian auch auf Gehalt verzichtet hat. Wir haben da keinen Cent mehr gezahlt. Punkt.

Handball-EM in Kroatien: Das ist das deutsche Aufgebot

Prämien: Das bekommen die Handballer bei der EM

Stichwort Geld. Wie sieht das Prämiensystem aus?

Der Spielerrat hat das mit dem Präsidium ausgehandelt. Erst einmal gibt es seit 2013 wieder eine Tagesgeldpauschale für alle Spieler, gestaffelt nach Länderspielen. Eine Prämie gibt es ab Platz vier: 100.000 Euro. Für Gold sind 250.000 Euro, für Silber 200.000, für Bronze 150.000 vereinbart – für das Team. Staff und Trainer gehören nicht dazu. Zur WM 2019 im eigenen Land werden die Prämien in der Spitze nochmals deutlich erhöht. Und es gibt noch eine Beteiligung an Sponsorengeldern obendrauf. Wir sind in der glücklichen Lage zu sagen: Jetzt will ich auch bezahlen.

Der Sport braucht Typen. Wer könnte das deutsche Gesicht der EM werden?

Uwe Gensheimer ist es schon. Philipp Weber könnte zur Überraschung werden. In jedem Fall haben beide Torhüter das Potential dafür, sie wollen es auch. Wir brauchen solche Typen.

Erwarten Sie neue Trends bei der EM?

Wir werden offensivere Abwehrsysteme sehen, nicht mehr dies Betonwände und eine Weiterentwicklung im Spiel sieben gegen sechs.

Das sind die Superstars der Handball-EM in  Kroatien (12. Januar 2018 bis 28. Januar 2018)

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