13. Januar 2018 / 14:38 Uhr

Interview mit Frank Malisius über seine zukünftige Rolle beim VfL Bückeburg

Interview mit Frank Malisius über seine zukünftige Rolle beim VfL Bückeburg

Jörg Bressem
Frank Malisius hat beruflich viel um die Ohren. Demnächst kümmert sich der ehemalige Drittliga-Spieler auch noch um die Belange des VfL Bückeburg.
Frank Malisius hat beruflich viel um die Ohren. Demnächst kümmert sich der ehemalige Drittliga-Spieler auch noch um die Belange des VfL Bückeburg. © jö
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Ehemaliger Drittliga-Spieler steht dem Landesligisten als Berater zur Seite

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Es ist nicht ganz einfach, sich eine halbe Stunde mit Frank Malisius zu unterhalten. Als Leiter der Bernd-Blindow-Schulen führt er in seinem Büro in Hannover ein hektisches Leben zwischen Telefon, Meeting und emsiger Assistentin.

Selbst während des Gesprächs in der Mittagszeit hat er kaum Ruhe. Zukünftig hat er noch weitere Pflichten. Als Unterstützer des neuen Trainers Torben Brandt wird er sich um die sportlichen Belange beim VfL Bückeburg kümmern, wird mit seiner zusätzlichen Fußballkompetenz irgendwo zwischen den Mannschaften und dem Vorstand angesiedelt sein. Wir wollten von ihm wissen, wie er sich seine Arbeit genau vorstellt.

Zu einer Frage müssen Sie uns vorab aufklären. Neulich war zu lesen, dass Sie in der Altherren von Hannover 96 spielen. Wie kommt man zu der Ehre?

Ich mache das schon seit fünf Jahren. Der Kontakt kam bei einem Turnier zustande. Frank Hartmann suchte U-50-Spieler, die halbwegs kicken können. Am Anfang war ich 96-Gastspieler, weil ich noch beim VfR Evesen war. Wir waren Norddeutscher Meister und zweimal deutscher Vizemeister.

Beruflich haben Sie sicher ungezählte Tätigkeitsbeschreibungen gelesen. Bitte skizzieren Sie uns eine Ihrer zukünftigen Arbeit beim VfL Bückeburg.

Gar nicht so einfach, weil sich vieles auch entwickeln wird. Ich werde jedenfalls nicht das sein, was man im Fußball als Manager bezeichnet, sehe mich eher als Berater, als Koordinator, vielleicht auch als Projektbetreuer. Als Berater kann ich nichts bestimmen, allein, weil ich nicht im Vorstand bin. Ich arbeite im Hintergrund, kann aber Richtungen aufzeigen, Vorteile verdeutlichen und Veränderungen anmahnen, mit Augenmaß und Balance, versteht sich. Es wird immer verschiedenen Meinungen und Blickwinkel geben. Ich akzeptiere das, denn es geht um den Verein, nicht um mich. Ich wollte auch dieses Interview nicht.

Warum das Engagement beim VfL Bückeburg?

Weil ich angesprochen wurde und große Lust dazu habe. Torben Brandt ist der optimale Trainer. Er ist einer, der Menschen mit seiner Persönlichkeit bindet. Ich mache es auch ihm zuliebe. Außerdem ist der VfL Bückeburg nicht irgendein Verein, sondern das Aushängeschild des Schaumburger Fußballs und vielleicht sogar der Stadt. Er ist ein Ausbildungsverein und hat ein positives Image. Um das zu erreichen, wurde sehr viel richtig gemacht. Aber auch bei einem gut geführten Verein wie dem VfL Bückeburg gibt es im sportlichen Bereich Verbesserungsmöglichkeiten.

Haben Sie Beispiele im Kopf?

Natürlich sind durch den Trainerwechsel in der Saison Reibungsverluste entstanden, natürlich gehört es zum Anspruch, in der Landesliga weiter oben mitzuspielen. Wir haben uns für die Rückrunde was vorgenommen. Es muss beim VfL Bückeburg wieder eine dritte Herrenmannschaft geben und die U 23 hat höchste Aufmerksamkeit verdient.

Warum?

Sie spielt in der Bezirksliga, dort, wo viele andere Vereine gerne spielen würden. Sie ist für mich keine nachgeordnete Mannschaft und schon lange keine Reserve, sondern der Schlüssel, damit sich junge Spieler in vielleicht zwei oder drei Jahren für die Landesligamannschaft empfehlen. Dafür brauchen wir Durchlässigkeit und Rotation. So ist das in einem Ausbildungsverein. Die Frage ist doch, ob ein junger Spieler Ehrgeiz entwickelt und es bei uns versucht oder sich von vornherein mit weniger Leistungsanspruch zufriedengibt. Und selbstverständlich werde ich mit den Jugend- und auch mit den Altherrenspielern sprechen. Ich habe gelernt, dass andere Sichtweisen wichtig für eine Fortentwicklung sind und werde versuchen, ihnen beim VfL Bückeburg Geltung zu verschaffen.

Werden Sie auch Spieler anderer Vereine auf einen Wechsel nach Bückeburg ansprechen?

Das kann bei einem Ausbildungsverein nicht im Vordergrund stehen, aber wir sollten offen sein. Entscheidend ist an dieser Stelle die Meinung oder vielleicht auch der Wunsch des Trainers.

Wenn sich alles genau nach Ihren Vorstellungen und Wünschen entwickelt, wo steht der VfL Bückeburg dann in einigen Jahren?

Es braucht Leistungsanreize und ich will die Oberliga Niedersachsen nicht ausschließen – mittelfristig. Der VfL Bückeburg hat es immer gut hinbekommen, ohne bleibende Schäden zwischen der Landesliga und Oberliga zu pendelt. Wer ehrgeizig ist, für den darf ein Abstieg kein Untergang sein.

Zur Person

Frank Malisius hat im heimischen Fußball über Jahrzehnte hinweg schon alles gemacht. Er war Spieler, Spielertrainer und Trainer, er machte sogar Vorstandsarbeit. Seine Stationen: VfL Bad Nenndorf zu Bezirksklassenzeiten, TSV Barsinghausen, FC Stadthagen, TuS Hessisch Oldendorf in der Amateur-Oberliga, TuS Niedernwöhren, TSV Algesdorf und zuletzt sieben Jahre VfR Evesen. Er wohnt in Obernkirchen.

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