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Interview mit Jungschiedsrichter Noah Müller vom TSV Algesdorf

15-Jähriger wünscht sich Spaß beim Pfeifen

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Noah Müller vom TSV Algesdorf ist seit knapp zwei Jahren Schiedsrichter im Fußball. Zusätzlich kickt er bei den B-Junioren des JFV 2011 Nenndorf. Im Interview berichtet der 15-jährige über seine Erfahrungen als Jungschiedsrichter.

Warum hast du dich dafür entschieden, Schiedsrichter zu werden?
Durch meinen Fußballverein und meine Brüder bin ich zum Schiedsrichtern gekommen. Mein älterer Bruder Gabriel hat schon früher viele Spiele gepfiffen, das hat so meine Entscheidung vereinfacht. Als Fußballspieler selbst bekommt man Spiel für Spiel die Entscheidungen der Schiedsrichter hautnah mit und jeder hat dazu auch seine eigene Meinung. Nach Spielen gab es manchmal Diskussionsbedarf wegen Schiedsrichterentscheidungen. Ich wollte mich in die Lage eines Schiedsrichters versetzen und selbst erleben, wie schwierig die Leitung eines Spiels wirklich ist.

Was macht dir besonders Spaß und was fasziniert dich an der Schiedsrichterei?
Ich mag es, als Spielleiter wichtige Entscheidungen zu treffen. Ich möchte beiden Mannschaften ein faires Spiel ermöglichen. Es ist sehr wichtig, dass man als Schiedsrichter symbolisiert, dass man der Chef auf dem Platz ist. Man sollte keine Hektik im Spiel aufkommen lassen und Ruhe ausstrahlen.

Hast du schon negative Dinge erlebt?
Zum Glück hab ich in meiner jungen Schiedsrichterkarriere nur kleinere Vorfälle miterleben müssen. Es kommt schon mal vor, dass man sich manchmal blöde Kommentare von Eltern anhören muss. Da muss man einfach drüber stehen, stark sein und sich weiter auf das Spiel konzentrieren. Beleidigende Kommentare von Spielern hab ich glücklicherweise noch nie erlebt.

Musstest du schon oft Spieler verwarnen oder sogar vom Platz stellen? 
Nein, im Jugendbereich lässt man als Unparteiischer noch vieles laufen. Man möchte das Spiel nicht wegen den kleinsten Aktionen unterbrechen. Ich musste bis jetzt nur wenige Spieler verwarnen oder Trainer ermahnen. Eine Rote Karte musste ich glücklicherweise noch nie vergeben.

*Wie würdest du reagieren, wenn dich Spieler bedrohen oder beleidigen würden? 
*
Fußball ist eine sehr emotionale Sportart. Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gehören manchmal dazu. Das Wichtigste ist, sich davon nicht beeinflussen zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahren. Durch ein ruhiges und selbstsicheres Auftreten des Schiedsrichters kann man Rudelbildungen verhindern. Drohungen oder Beleidigungen werden aber dem Regelwerk entsprechend bestraft.

In welchen Ligen pfeifst du?
Hauptsächlich pfeife ich in der Kreisliga im Jugendbereich. Dort bin ich auf mich allein gestellt, ich habe keine Schiedsrichter-Assistenten. Zusätzlich darf ich auch schon in der Bezirksliga als Linienrichter ran.

Wie bereitest du dich als Schiedsrichter auf ein Spiel vor? Gibt es da spezielle Dinge?
Ja, wenn ich Linienrichter bin, rede ich mich mit meinem Gespann über die Teams, die spielen. Wir schauen uns zusätzlich vorherige Spielergebnisse und Tabellen an. So wissen wir, ob es sich um ein Derby handelt oder ob eine Mannschaft in der Fairness-Tabelle eher einen hinteren Platz belegt. Auf diese Art und Weise kann man die Partie ein bisschen besser vorausschauen. Wir gehen dennoch mit einer neutralen Einstellung gegenüber beiden Mannschaften ins Spiel.

*Wie wird deine Leistung bewertet?
*
Im Herrenbereich gibt es Beobachter, die einen Schiedsrichter in der Regel ein paar mal pro Saison beobachten. Wir Schiedsrichter wissen vor dem Spiel nicht, dass wir beobachtet werden. Nach dem Spiel kommt der Beobachter in die Kabine und bespricht mit uns unsere Leistung: Was gut und was weniger gut war. Dabei gibt es ein spezielles Bewertungssystem mit einer Punktzahlvergabe. Beobachtet wurde ich bis jetzt aber nur als Linienrichter.

Bist du dir über die Folgen von Fehlentscheidungen bewusst?
Menschen machen Fehler und ich als Schiedsrichter auch. Man ärgert sich natürlich über Fehlentscheidungen, aber man kann diese nicht mehr rückgängig machen. Man muss einfach weiter machen und sich dadurch nicht verunsichern lassen.

Gibt es spezielle Schiedsrichter-Lehrgänge, an denen du teilnimmst?
Einmal im Monat treffen sich alle Schiedsrichter im Kreis Schaumburg zu einem sogenannten Lehrabend. Dort werden wichtige Fußballregeln wiederholt und Informationen ausgetauscht. So sind alle Schiedsrichter auf dem gleichen Stand. Dieses Treffen ist sehr lehrreich.

Was für Ziele hast du dir für deine Zukunft im Schiedsrichterbereich gesetzt?
In erster Linie wünsche ich mir für die Zukunft, weiterhin Spaß beim Pfeifen zu haben. Natürlich verfolge auch einen Traum, zu dem der Weg aber noch weit ist.

Interview: Lea Sophie Gnoth

Region/Schaumburg Junioren TSV Algesdorf JFV 2011 Nenndorf (B-Junioren) A-Junioren Kreisliga Schaumburg

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