25. Mai 2018 / 06:00 Uhr

Island bei der Fußball WM 2018 in Russland

Island bei der Fußball WM 2018 in Russland

Redaktion Sportbuzzer
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Alfred Finnbogason hat beim FC Augsburg eine starke Saison gespielt. Mit Island will er bei der WM angreifen.
Alfred Finnbogason hat beim FC Augsburg eine starke Saison gespielt. Mit Island will er bei der WM angreifen. © imago/ZUMA Press
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Noch von der letzten EM ist der Schlachtruf "Huh!" und das Klatschen danach von den isländischen Fans in den Ohren. 30.000 Isländer kamen nach Frankreich und verbreiteten flächendeckend gute Laune. Es ist noch nicht klar, wie viele von ihnen auch nach Russland kommen werden, aber die isländische Mannschaft mit ihren Fans ist definitiv ein absoluter Sympathieträger und ein Gewinn für das ganze Turnier.

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WM Qualifikation Island

Mit 2:0 gewann Island das letzte Qualifikationsspiel gegen den Kosovo und machte so die direkte Qualifikation für die WM-Endrunde in Russland klar. Es ist die erste Qualifikation des Landes für eine WM, aber keine Überraschung mehr. Island ist dennoch das kleinste Land, welches sich je für eine Fußball-WM qualifizieren konnte (bei nur knapp 335.000 Einwohnern). In der Türkei besiegte Island die Türken souverän mit 3:0. Dies waren Glanzpunkte der Qualifikation. Island hat nach eigener Aussage nicht die besten Fußballer, aber annähernd das beste Team, so schafften sie es nach der EM auch direkt zur WM.

Stars der isländischen Nationalmannschaft 2018

In ganz Island gibt es nur etwa 50 Fußballprofis, von denen die meisten ihr Geld in der zweiten englischen Liga verdienen. Aus der Bundesliga ist allenfalls der Angreifer Alfred Finbogasson vom FC Augsburg bekannt, aus der zweiten Liga außerdem Rurik Gislason vom SV Sandhausen. Der einzige Star im isländischen Team ist Gylfi Sigurdsson. Noch gut bekannt aus der Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim spielt er mittlerweile in der englischen Premier League beim FC Everton.

Islands WM-Kader

Tor: Hannes Thor Halldorsson (Randers FC), Runar Alex Runarsson (FC Nordsjaelland), Frederik Schram (FC Roskilde)

Abwehr: Kari Arnason (FC Aberdeen), Ari Freyr Skulason (Sporting Lokeren), Birkir Mar Saevarsson (Valur Reykjavik), Sverrir Ingi Ingason (FK Rostow), Hordur Magnusson (Bristol City), Holmar Orn Eyjolfsson (Lewski Sofia), Ragnar Sigurdsson (FK Rostov)

Mittelfeld: Johann Berg Gudmundsson (FC Burnley), Birkir Bjarnason (Aston Villa,), Arnor Ingvi Traustason (Malmö FF), Emil Hallfredsson (Udinese Calcio), Gylfi Sigurdsson (FC Everton), Olafur Ingi Skulason (Karabukspor), Rurik Gislason (SV Sandhausen), Samuel Fridjonsson (Valerenga Oslo), Aron Gunnarsson (Cardiff City)

Angriff: Alfred Finnbogason (FC Augsburg), Bjorn Bergmann Sigurdarson (FK Rostow), Jon Dadi Bodvarsson (FC Reading), Albert Gudmundsson (PSV Eindhoven)

Islands Gruppengegner

Fußball in Island – neues Selbstbewusstsein und kreatives Spiel

In Island ticken die Uhren anders und das ist besonders am Traineramt in der Nationalmannschaft zu merken. Heimir Halgrimsson, der nebenbei Zahnarzt ist, hat die Nationalmannschaft in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Grundlegende Impulse sind allerdings noch Lars Lagerbäck zu verdanken, der die Isländer vor und während der letzten EM betreut hatte. Wesentlich waren die Veränderungen in Verband und Infrastruktur, die das neue Selbstbewusstsein der Isländer erklären. Ging es noch vor kurzer Zeit nur darum in einem sicheren „4-4-2“-System sicher zu stehen und bloß nicht zu viele Tore zu kassieren, können die Isländer nun geraden und auch kreativen Fußball spielen. Viele Überraschungen, was den Kader oder das System angeht, wird es in Russland wohl nicht geben, aber zu 100 % sicher ist, dass sich die Mannschaft zerreißen wird. Schließlich sind oftmals Verwandte, Brüder, Onkel und Cousins auf dem Feld – ein besonderer Charakter für eine moderne Fußballmannschaft, aber stets gut eingespielt.

Islands Chancen bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland

Konnte Anfang der 2000er Jahre in Island nur im Sommer gespielt werden, weil im arktischen Winter schlicht die Möglichkeiten fehlten, wurden mit dem wirtschaftlichen Erfolg überall im Land Fußballhallen gebaut. Dann kam die große Finanzkrise 2009, aber was blieb, waren die Fußballhallen. Auf diese Weise kann in Island heute das ganze Jahr lang gespielt werden. Trotz der wenigen Einwohner braucht aber jeder Übungsleiter und Trainer eine Lizenz, wodurch in Island eine exzellente Nachwuchsarbeit existiert. Fußball in Island bewegt sich im Vergleich zu Deutschland auf Amateurniveau und die Spieler üben neben dem Sport noch ihre normalen Berufe aus.

Island als Fußballweltmeister – realistisch oder pure Illusion?

Island wird Weltmeister in Russland. Diese Schlagzeile wird ein Traum bleiben, aber in der Retrospektive der letzten EM lässt man diesen Fußballzwerg besser nicht aus den Augen. Mit Argentinien, Nigeria und Kroatien hat Island zwar keine leichte Aufgabe, aber mit mannschaftlicher Geschlossenheit und der gewissen Extraportion Motivation könnte die Zwischenrunde als Gruppenzweiter nach Argentinien erreicht werden.

Gruppenphase der isländischen Nationalmannschaft

Die folgenden Begegnungen erwarten die Isländer in ihrer Gruppe D:

  • 16.06.2018, 15:00: Island – Argentinien
  • 22.06.2018, 17:00: Nigeria – Island
  • 26.06.2018, 20:00: Island – Kroatien
Mehr zur Gruppe D

Island gegen Deutschland bei der WM 2018 – chancenloser Underdog

In den bisherigen vier Aufeinandertreffen mit der deutschen Nationalmannschaft konnten die Isländer sich nie durchsetzen. Lediglich ein torloses Unentschieden konnte verbucht werden. Das einzige Tor für die Isländer, datiert aus dem Jahre 1979, gelang Ewaldson, der den deutschen Torhüter Harald Schumacher zum Ehrentreffer beim 1:3 überwinden konnte. Auch bei einer jetzigen Begegnung beider Teams könnte sich das Team von Trainer Heimir Hallgrímsson höchstens Außenseiterchancen ausrechnen. Allerdings sollte der amtierende Weltmeister gewarnt sein. An einem guten Tag sind die Isländer immer für eine Überraschung gut. Dies mussten bei der letzten EM bereits die Engländer bei ihrer 1:2-Niederlage im Achtelfinale schmerzhaft erfahren.

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