04. September 2018 / 15:36 Uhr

Ist das ein Witz, FIFA? Pernille Harder ist Europas Beste, kann aber nicht Weltfußballerin werden

Ist das ein Witz, FIFA? Pernille Harder ist Europas Beste, kann aber nicht Weltfußballerin werden

Jürgen Braun
PernilleHarder vom VfL Wolfsburg
Steht nicht zur Weltfußballerinnen-Wahl: VfLerin und Europas Fußballerin des Jahres Pernille Harder. © Gero Gerewitz
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Das ist mehr als kurios, ist unverständlich und peinlich. Pernille Harder, Europas frischgekürte Fußballerin des Jahres, kann nicht Weltfußballerin werden! Denn die Offensivspielerin von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg zählt nicht zu den drei Nominierten, die der Weltverband FIFA am Montag bekanntgab. Das bringt nicht nur Mitspielerinnen auf die Palme.

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Am Montag hatte die FIFA die drei Spielerinnen genannt, die nun in der Endauswahl stehen und von denen am 24. September in London bei den "Best FIFA Football Awards" eine den Ballon d'Or für die beste Fußballerin der Welt erhält. Zur Wahl stehen: Dzsenifer Marozsan, die deutsche Nationalspielerin von Olympique Lyon, die Norwegerin Ada Hegerberg (Olympique Lyon) und die fünffache Weltfußballerin Marta, die inzwischen ihr Geld in den USA bei Orlando Pride verdient.

Fans vermissen dabei schmerzlich den Namen von Pernille Harder, die vergangene Woche zu Europas bester Fußballerin gekürt worden war. Im Zehner-Feld der Vorauswahl stand sie. Wie kann es sein, dass Europas beste Fußballerin nicht im Ranking auftaucht? Fans und Spielerinnen auf der ganzen Welt zeigten sich im Netz empört. Und VfL-Teamkollegin und Nationalspielerin Alexandra Popp wurde deutlich, twitterte: „Das ist ein großer Scherz, FIFA…“. Sie fügte hinzu: „Europas Fußballerin des Jahres nicht mit in dem Ranking zur Weltfußballerin dabei zu haben… Welch eine Bedeutung hat dieser Titel überhaupt? Gar keine mehr? Denkt drüber nach…“

Ariane Hingst, langjährige Nationalspielerin und Co-Trainerin des VfL, urteilte ratlos: „Diese 4x25 Prozent-Regel funktioniert offensichtlich nicht! Dazu Nationen einzubeziehen, die Frauenfußball nicht kennen.“ Sie mahnte: „FIFA, ihr müsst Sachen ändern. Ansonsten wird #TheBest (Anm. d. R.: Name der Auszeichnung) für immer als größter Witz bekannt sein.“ Das Voting setzt sich aus 25 Prozent Medien, 25 Prozent Nationalmannschafts-Trainer, 25 Prozent Nationalmannschafts-Kapitäninnen und 25 Prozent Fans zusammen. Da stellt sich allerdings die Frage, ob diese Votings wirklich nach sportlichen Leistungen oder Bekanntheit getätigt werden. Schon in den vergangenen Jahren fanden sich immer wieder Namen auf der Liste wieder, die von sportlichen Erfolgen her nicht zu rechtfertigen waren.

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Im Internet werden seitdem hitzige Diskussionen geführt, an denen sich auch internationale Spielerinnen beteiligen. „Ich verstehe dieses System nicht. Wird es ein Beliebtheitswettbewerb?“, zeigte sich Top-Stürmerin Fran Kirby vom FC Chelsea verwirrt. Viele hatten sie gemeinsam mit Pernille Harder und der Australierin Sam Kerr als die Top Drei gesehen. Bis auf Hegerberg ist die aktuelle Auswahl schwer zu verstehen. Und dass Europas Beste, die momentan für viele schon als Weltbeste gilt, fehlt, ist unfassbar. Übrigens: Bei den Männern ist mit Luka Modric Europas Fußballer des Jahres in der Endauswahl.

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