09. November 2017 / 10:43 Uhr

So tickt Jann-Fiete Arp: Sein bester Freund erklärt das HSV-Juwel

So tickt Jann-Fiete Arp: Sein bester Freund erklärt das HSV-Juwel

Redaktion Sportbuzzer
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Der Hamburger SV möchte schnellstmöglichst mit Jann-Fiete Arp verlängern. Kein Wunder, schließlich ist er einer der jüngsten Bundesliga-Torschützen aller Zeiten und damit der Hoffnungsträger der Rothosen schlechthin.
Jann-Fiete Arp bejubelt seinen Treffer gegen Stuttgart. © imago
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Exklusiv: Der Segeberger verzückt den Hamburger SV – Sein bester Kumpel Kim-Luca Sumpf weiß genau, wie er tickt. Papa Falko ordnet die "Fiete-Mania" ein.

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Der kleine Autogrammjäger machte am Mittwoch beim Training ein langes Gesicht. Wo war Fiete Arp? Nicht zu sehen, kein Arp, kein Selfie, keine Unterschrift. Enttäuschung bei dem vielleicht zehnjährigen Fan. Aber es hatte sich halt noch nicht überall herumgesprochen, dass der Bundesligist Hamburger SV seinem gehypten Shootingstar mal eine Woche Pause verordnet hatte. Weg aus der Öffentlichkeit, raus aus dem Scheinwerfer. „Wir müssen auch sehen, dass er sich nach den ganzen Belastungen zuletzt keine Verletzung zuzieht“, erklärte Sportchef Jens Todt die „Fiete-Mania“ in der Hansestadt und ihre Konsequenzen.

Gehypter Shootingstar: "Fiete-Mania" in Hamburg

Eine kleine Nachricht löste am vergangenen Sonnabend auch im Hause Sumpf große Aufregung aus. Stunden vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart teilte Jann-Fiete Arp seinem besten Freund Kim-Luca per Whatsapp mit, dass er in der HSV-Startelf steht. Zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere. Nicht nur beim 17-jährigen Angreifer stieg an diesem Nachmittag der Puls. „Auch mein Vater und ich konnten den Anstoß kaum abwarten“, erinnert sich Sumpf, der im heimischen Wohnzimmer den Auftritt seines Kumpels vor dem Fernseher enthusiastisch verfolgte. „Wir sind bei jedem Ballkontakt von Fiete aufgesprungen und nach seinem Tor schreiend durch die Wohnung gelaufen. Das war einfach unglaublich“, schildert der 18-Jährige den magischen Moment, in dem aus seinem Freund, den er seit Kindesbeinen auf kennt, der Hoffnungsträger eines ganzen Klubs, ja sogar einer ganzen Stadt wurde.

Hier lesen: Beförderung und Privatcoach - so wurde Fiete Arp zum Profi

Endlich ist einer auf der Bildfläche der großen Bundesliga-Bühne erschienen, der dem Nachwuchs des HSV entsprungen war. Einer, der so herrlich norddeutsch daherkommt. Aus Jann-Fiete Arp machte der Boulevard schnell „Uns Fiete“. „Dabei ist Fiete ein ganz bodenständiger Typ, der nur Fußball spielen will“, meint Sumpf. Dass der Hype um seine Person seinem Freund zu Kopf steigt, glaubt Kim-Luca Sumpf nicht. Er kennt Arp seit der ersten Klasse. Erst nach der neunten Klasse trennten sich die schulischen Wege, als der 15-jährige Fiete aus seinem Geburtsort Bad Segeberg ins HSV-Internat zog und fortan das Heidberg-Gymnasium in Norderstedt besuchte. Sumpf weiß, wie Arp tickt.

Volle Unterstützung der Familie und des Freundes für Fiete Arp

Schließlich hat er in den Jahren unzählige Stunden mit ihm verbracht – auch heute noch verbindet beide viel. „Wir sehen uns, wann immer es geht, und stehen regelmäßig über die sozialen Medien in Kontakt“, verrät Sumpf, der gemeinsam mit Arp im SV Wahlstedt das Fußball-Abc erlernte. „Fiete war schon damals sehr ehrgeizig und hat jede Gelegenheit genutzt, um zusätzlich zu trainieren“, sagt Sumpf. Selbst in der Schule sah man den Blondschopf in jeder Pause mit einem Ball am Fuß. „Bei ihm drehte sich alles um Fußball“, schildert er, der selbst nur „zum Spaß“ gespielt hat und dies auch noch heute in der U19-Oberliga-Mannschaft der Kaltenkirchener TS macht.

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Arps Talent, gepaart mit seinem Ehrgeiz und einem Elternhaus, das ihn unterstützte, wo es nötig war, sorgte dafür, dass sich die fußballerischen Wege der beiden Freunde trennten. Sumpf spielte in seinem Heimatort weiter, Arp wechselte über die Kreisauswahl Segeberg bereits als Zwölfjähriger zum HSV. Aus dem Kinderfußballer Fiete wurde das Familienunternehmen Arp, in dem sich fast alles um die Termine des Filius drehte. „Neben den vier Trainingseinheiten pro Woche und den Spielen am Wochenende standen noch eine Menge anderer Termine an, zu denen wir Fiete fahren mussten“, skizziert Vater Falko, der seinen Sohn unzählige Male die rund 75 Kilometer von Bad Segeberg nach Norderstedt und zurück chauffierte. „Wenn nicht die ganze Familie mitgeholfen hätte, wäre dies nicht möglich gewesen.“

Arp Senior: Fiete weiß alles einzuordnen

Arp Senior sagt von sich selbst, dass er kein Fußball-Fan ist. Fiete-Fan sei er dagegen und natürlich stolz auf seinen Sohn. Den Rummel um die Person seines Jungen betrachtet er aber etwas nüchterner. „Alle sollten den Ball flacher halten. Manches, was über Fiete gesagt oder geschrieben wird, ist übertrieben.“ Zum Glück, so Papa Arp, werde Fiete gut vom HSV betreut. „Und Fiete ist intelligent genug und weiß, was er macht. Er lebt seinen Traum.“

Auch Kim-Luca Sumpf ist sich sicher, dass sein bester Freund so bleibt, wie er schon immer war. „Fiete weiß alles einzuordnen“, charakterisiert Sumpf seinen Kumpel, mit dem er früher oft gemeinsam ins Stadion gefahren ist. Dass Fiete Arp, von klein auf ein großer HSV-Fan, irgendwann mal selbst dort unten auf dem Rasen stehen würde, war bereits in der Grundschule sein größter Wunsch. In Sumpfs Freundschaftsbuch steht als Berufswunsch Fußballstar – und als Lieblingsspieler Marcus Berg. Der damalige schwedische Mittelstürmer des HSV traf in seinen 70 Partien 13 Mal. Arp ist bereits nach drei Einsätzen mit zwei Treffern auf dem besten Weg, sein ehemaliges Idol (heute ist sein Vorbild Harry Kane von Tottenham Hotspurs) zu überflügeln – und Liebling der Massen zu werden.

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Mal Schüler - mal Stürmer

Am 1. Juli war Arp als einer der ersten Jungfußballer in sein Einzelzimmer im gerade für rund 20 Millionen Euro erbauten HSV-Campus eingezogen. Das Volksparkstadion immer im Blick. Das Sehnsuchtsziel, das er nun erreicht hat. Am Gymnasium Heidberg bereitet sich der Blondschopf auf sein Abitur vor. Das war für ihn und die Familie immer erste Prämisse. Seine Leistungsfächer sind Mathe und Deutsch. Die Nebenfächer: Religion und Sport. „Ich will das unbedingt durchziehen“, sagt Arp. Dabei wird er auch von Berater Jürgen Milewski unterstützt, der in der Branche den Ruf hat, sehr seriös auf die Entwicklung seiner Klienten zu achten. Angebote von internationalen und nationalen Topteams hat der 17-Jährige im Sommer abgelehnt. Dass er seinen Vertrag beim HSV aber nur bis 2019 verlängert hat, spricht für die Cleverness des Unternehmens Arp. Und macht den HSV trotz aller Freude schon nervös.

Von Markus Weber und Andreas Hardt

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