22. Januar 2017 / 22:53 Uhr

Jovanovic: Ich bin kein Heilsbringer

Jovanovic: Ich bin kein Heilsbringer

Steffen Oldörp
Sein Wechsel zum Greifswalder FC ist ein echter Paukenschlag: Velimir Jovanovic, hier noch im Trikot von Carl-Zeiss Jena im Spiel gegen Schönberg.
Sein Wechsel zum Greifswalder FC ist ein echter Paukenschlag: Velimir Jovanovic, hier noch im Trikot von Carl-Zeiss Jena im Spiel gegen Schönberg. © imago/Matthias Koch
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Der Transfer des 29-Jährigen zum Greifswalder FC sorgte für Aufsehen.

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Greifswald. Für den ehemaligen Zweitligaspieler Velimir Jovanovic heißen die Gegner künftig nicht mehr Stuttgarter Kickers, SV Waldhof Mannheim oder Kickers Offenbach, sondern Pommern Stralsund, SV 90 Görmin und FSV Einheit Ueckermünde. Statt zehntägigem Trainingslager im spanischen Alicante mit dem TSV Steinbach aus der Regionalliga-Südwest, bereitet sich der 29-jährige Serbe zurzeit in Greifswald bei Eis und Schnee und mit Handschuhen und Mütze auf die Anfang Februar beginnende Verbandsligarückrunde vor. Doch Jovanovic wirkt zufrieden. „Was mich zum Wechsel bewogen hat, war auf jeden Fall auch die Nähe zur Familie“, sagt Jovanovic, der in Malchin aufgewachsen ist.

Ein weiterer Grund für den Wechsel zur Winterpause zum GFC: „Der Verein hat große Ziele.“ Spätestens ab Sommer will die Mannschaft von Trainer Hagen Reeck in der Oberliga spielen. Dabei helfen soll vor allem Velimir Jovanovic. „Wir haben Qualität verpflichtet“, hat Daniel Gutmann, sportlicher Leiter des GFC, hohe Erwartungen an den prominenten Neuzugang. „Ich hoffe, dass mit der Verpflichtung ein Ruck durch die Mannschaft geht und wir mit Velimir den wichtigen Schritt machen, um am Ende der Saison ganz oben zu stehen.“

Jovanovic selbst versucht die Erwartungen ein wenig zu dämpfen. „Ich bin kein Heilsbringer“, sagt er, „werde aber mein Möglichstes versuchen.“ Für Trainer Hagen Reeck ist der Neuzugang die erhoffte Verstärkung im Angriff. „Ich bin sehr zufrieden. Das gibt mir die Möglichkeit, deutlich variabler zu spielen.“ Reeck wollte es erst gar nicht glauben, dass ein Transfer von Jovanovic zum GFC möglich ist. „Ich hatte bis zur Unterschrift Bauchkribbeln. Ein Mann mit so einer Erfahrung, wird uns natürlich weiterhelfen.“ Von der Mentalität des Serben, sagt Reeck nach den ersten Trainingseindrücken, können sich einige junge Spieler etwas abschauen. „Er ist Vollblutfußballer, will immer gewinnen. Egal, ob beim Fußballtennis, beim Basketball oder bei anderen kleineren Spielen.“

Greifswald-Trainer Hagen Reeck.
Greifswald-Trainer Hagen Reeck. © Steffen Oldörp
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Greifswald-Trainer Hagen Reeck. (Foto: Steffen Oldörp)

Vor fast genau einem Jahr war Jovanovic von Carl-Zeiss Jena (Regionalliga Nordost) zum TSV Steinbach gewechselt. 13 Spiele, 13 Mal Startelf, vier Tore - so lautete seine Bilanz dort in der Rückrunde. Mit Beginn der laufenden Saison änderte sich das: Der Angreifer kam nicht mehr über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Nur am 1. Spieltag durfte er über die volle Distanz ran, kam danach achtmal von der Bank, wurde dreimal ausgewechselt. „Die sportliche Entwicklung ist für mich im vergangenen halben Jahr nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe“, begründet „Jova“, wie er mit Spitznamen heißt, seine Entscheidung, den Vertrag beim TSV Steinbach aufzulösen. Für den Serben, der mit fünf Jahren nach Deutschland kam und acht Jahre lang in einem Asylantenheim gelebt hat, heißt es jetzt also: Verbandsliga statt Regionalliga.

Mit dem Serben haben die Greifswalder einen klangvollen Namen verpflichtet. Seine beste Zeit hatte Jovanovic beim FC Energie Cottbus in der 2. Liga, kam dort auf acht Einsätze. In der Saison 2013/14 schoß der 1,79 Meter große Stürmer die TSG Neustrelitz mit 19 Toren maßgeblich zum Regionalliga-Meistertitel. Danach wechselte er zum FC Carl-Zeis Jena. Auch hier sorgte Jovanovic für positive Schlagzeilen, führte bis zur Winterpause mit elf Treffern die Torschützenliste an. Im Spiel gegen den BFC Dynamo dann ein herber Rückschlag. Mit einem doppelten Bänderriss fiel er wochenlang aus.

Im Januar 2016 suchte Jovanovic eine neue sportliche Herausforderung, ging zum TSV Steinbach. In 26 Regionalliga Südwest-Spielen traf der 29-Jährige fünf Mal, erzielte unter anderem die Siegtreffer beim FC Homburg und der TSG 1899 Hoffenheim U23, trug damit maßgeblich zum Klassenerhalt bei. In der laufenden Spielzeit kam der Malchiner beim Regionalligisten aber meist nur noch als Ersatzspieler zum Einsatz. Dieses Schicksal droht ihm beim Greifswalder FC nicht. „Ich will hier angreifen, wieder zu Spielen kommen und auch endlich wieder Tore erzielen“, so das Ziel des spektakulären Neuzugangs des GFC.

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