31. Mai 2018 / 06:39 Uhr

Julian Brandt exklusiv: Ein Tattoo? "Meine Mutter würde mich umbringen!" 

Julian Brandt exklusiv: Ein Tattoo? "Meine Mutter würde mich umbringen!" 

Heiko Ostendorp
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Julian Brandt ist der Anti-Star im DFB-Team. Im Interview spricht der Leverkusener unter anderem über seine Chancen auf eine WM-Teilnahme und warum er keine Tattoos hat.
Julian Brandt ist der Anti-Star im DFB-Team. Im Interview spricht der Leverkusener unter anderem über seine Chancen auf eine WM-Teilnahme und warum er keine Tattoos hat. © imago/Schüler
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Er ist der Anti-Star im DFB-Team: Julian Brandt. Warum er sich dennoch große Chancen auf einen Platz im WM-Kader ausrechnet, erzählt er im Interview des SPORTBUZZER und T-Online.de.

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So jung – und doch schon so erfahren: Flügelflitzer Julian Brandt kann mit seinen gerade mal 22 Jahren schon auf mehr als 170 Pflichtspiele in der Bundesliga, im DFB-Pokal und im Europacup für Bayer Leverkusen zurückblicken. Auch 14 Länderspiele hat der gebürtige Bremer seit seinem Debüt fast auf den Tag genau vor zwei Jahren schon auf dem Konto. Warum er trotzdem nicht dem gängigen Klischee des Fußballstars entspricht, erzählt Brandt, der sich aktuell im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft im Südtiroler Eppan für einen Platz im endgültigen Kader für die WM in Russland empfehlen will, im exklusiven Interview vom SPORTBUZZER und T-Online.de.

Herr Brandt, Nils Petersen hat kürzlich verraten, dass er bei der Nominierung drei Anrufe in Abwesenheit von Bundestrainer Joachim Löw hatte – wie viele waren es bei Ihnen?

(lacht) Da ich ja 2016 schon dabei war, wusste ich ungefähr, wann so ein Anruf kommt und hatte das Handy eigentlich die ganze Zeit bei mir. Aber es war dann schon sehr spät am Abend, so gegen 23 Uhr, und ich hatte Glück, dass ich noch nicht eingeschlafen war.

Hatten Sie nach der starken Saison mit zwölf Toren und sieben Vorlagen in 39 Pflichtspielen für Bayer mit einer Nominierung gerechnet oder kam sie eher überraschend?

Ich glaube, dadurch, dass auch viele Konkurrenten auf meiner Position eine starke Saison gespielt haben, konnte ich mir auf keinen Fall sicher sein. Aber ich wusste, dass ich in den letzten zwei Jahren eigentlich immer dabei war und dadurch gewisse Vorteile hatte.

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"Es gab viele Vereine, zu denen ich hätte gehen können"

Wenn man sich Ihre Karriere anschaut, stellt man fest, dass noch nie etwas schiefging: Sie haben alle Jugendmannschaften des DFB durchlaufen, sich auch auf Vereinsebene immer weiterentwickelt. Wäre da nicht der Schritt zu Bayern München logisch gewesen?

Wahrscheinlich stellt man sich so eine Musterkarriere vor, das kann schon sein. Dazu hatte ich das Glück, auch noch für Olympia und den Confed Cup nominiert zu werden und dadurch früh sehr viel internationale Erfahrung sammeln zu können. Ich glaube schon, dass mir das jetzt hilft. Auch, weil man viele Jungs und die ganzen Abläufe beim DFB schon kennt, schon einige Turniere gespielt hat.

Sie haben nicht auf Bayern geantwortet …

Es gab viele Vereine, zu denen ich hätte gehen können. Ich habe mir vieles angehört und wirklich Gedanken gemacht. Aber ich fühle mich momentan einfach total wohl in Leverkusen, auch mit Heiko Herrlich. Es macht mir tierisch Spaß, mit den Jungs zu zocken, und deshalb habe ich mich entschieden, noch mal zu verlängern.

Sie haben keine Tattoos, keine Rastafrisur, werden von Ihrem Vater beraten – sind Sie ein Anti-Star?

Meine Mutter würde mich umbringen, wenn ich mich tätowieren lassen würde, und ich bin auch nicht der Hauttyp dafür. Sie sagt: „Heute ist man ja eher ein Unikat, wenn man kein Tattoo hat“, und da hat sie recht. Rastalocken würden mir glaube ich nicht so gut stehen. Und Gucci-Klamotten auch nicht. Ich mache mich aber nicht bewusst zum Anti-Star, sondern tue das, was ich für richtig halte. Und wenn ich mir irgendwann mal mein Lieblingsauto kaufen will, dann werde ich das auch tun – egal, was die Leute dann denken.

Würden Sie im Falle des WM-Titels doch über ein Tattoo nachdenken?

Nach einem WM-Titel kommt man wahrscheinlich auf viele dumme Gedanken. Ich weiß nicht, ob man da in der Nacht nicht plötzlich doch beim Tätowierer landet (lacht). Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Joachim Löw hat kürzlich angedeutet, dass es nach der WM einen Umbruch geben könnte. Sehen Sie sich als Anführer einer neuen Generation?

Es kann nur ein Vorteil sein für die jüngeren, die jetzt schon dabei sind – davon gibt es ja einige. Und es kommen noch weitere nach, da muss niemandem bange sein. Nach der WM 2014 haben einige Weltmeister aufgehört, das kann natürlich wieder so sein. Ein Umbruch wird sicher irgendwann kommen, und dann wollen wir dabei sein, klar.

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Es geht jetzt um die letzten Plätze. Nicht wenige sagen: Leroy Sané ist schneller, Thomas Müller und Julian Draxler sind international erfahrener, Marco Reus ist torgefährlicher. Was entgegnen Sie?

Das ist sicher alles nicht ganz falsch, aber es gibt auch genügend Dinge, die für mich sprechen – vor allem meine Flexibilität. Ich denke, dass ich dem Bundestrainer verschiedene Optionen anbieten kann – egal, was er gerade braucht. Ich habe auch schon als Joker funktioniert, und mittlerweile bin ich vor dem Tor auch nicht mehr ganz blind (lacht). Ich denke, dass ich schon einen Eindruck hinterlassen habe.

Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Ich bin wirklich relativ entspannt. Aber wenn man schon im vorläufigen Kader steht, will man natürlich auch mit nach Russland. Sollte es aus welchen Gründen auch immer nicht klappen, werde ich es sportlich nehmen und den Jungs die Daumen drücken. Ich bin aber der Überzeugung, dass jetzt alles von mir und meiner Leistung abhängt.

Sollte es klappen, schauen Ihnen 80 Millionen Deutsche auf die Füße. Wie geht man als 22-Jähriger damit um?

Es macht einen natürlich stolz, wenn man als einer von 23 Deutschen unser Land repräsentieren darf – das ist Wahnsinn. Deshalb sollte man sich darüber nicht zu viele Gedanken machen, da es schon einen ziemlichen Druck erzeugt, der einen auch lähmen kann.

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