16. Oktober 2018 / 07:50 Uhr

Julian Draxler vor Duell mit Frankreich: "Es ist unmöglich, Kylian Mbappé einzufangen"

Julian Draxler vor Duell mit Frankreich: "Es ist unmöglich, Kylian Mbappé einzufangen"

Luis Reiß
Für Nationalspieler Julian Draxler ist die Nations-League-Partie in Frankreich ein Heimspiel
Für Nationalspieler Julian Draxler ist die Nations-League-Partie in Frankreich ein "Heimspiel" © imago/Andreas Gora
Anzeige

Nationalspieler Julian Draxler spricht im Interview über das Duell mit Frankreich, seine Rolle im DFB-Team und den neuen PSG-Trainer Thomas Tuchel. Zudem erklärt er die Fähigkeiten seines Pariser Teamkollegen Kylian Mbappé.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Julian Draxler (25) war einer der wenigen DFB-Stars. die sich nach der 0:3-Klatsche in Holland selbstkritisch zeigten. Der Profi von Paris St. Germain nahm die letzten beiden Gegentore auf seine Kappe, außerdem sagte er: „Es ist die große Frage, warum wir es mit dem Spielermaterial nicht schaffen, wieder attraktiven Fußball zu spielen. So können wir nicht weitermachen.“ Mit Blick auf sein „Heimspiel“ in Paris meint er: „Frankreich ist noch stärker als die Niederlande. Es wird Dienstag keinen Deut leichter.“

Im Interview spricht der Mittelfeldspieler zudem über seine Perspektiven in der Nationalmannschaft. seine Situation in Paris und den neuen PSG-Trainer Thomas Tuchel.

Sie haben zuletzt häufiger betont, dass Sie eine wichtige Rolle spielen wollen, trotzdem waren Sie zuletzt nur Joker - warum?

Ich bin schon realistisch: Meine Leistung bei der WM war nicht so, dass jetzt kein Weg an mir vorbeiführt. Aber ich bin mir meiner Qualitäten bewusst und will mich weiter empfehlen. Mein Ziel ist es, ein fester Bestandteil der ersten Elf zu werden.

Mehr zum DFB-Team

Nach der WM ist auf die einzelnen Spieler viel Kritik eingeprasselt. Wie fühlen Sie sich bewertet?

Ich behaupte, ich kann meine Leistung gemeinsam mit meinen Trainern realistisch einschätzen. Mal deckt sich das stärker mit der öffentlichen Meinung, mal weniger. Aber so ist das beim Fußball, es gibt ja auch unter Profis und Trainern viele verschiedene Sichtweisen auf diesen Sport. Bei einem anderen Thema bin ich dagegen schon manchmal etwas überrascht.

Was meinen Sie?

Die Wahrnehmung meiner Einsatzzeiten in Paris. Wenn ich drei Spiele hintereinander in der Startelf stehe, vielleicht ein Tor schieße und wir gewinnen, wird das mitunter nicht so sehr aufgegriffen, wie wenn ich mal 90 Minuten auf der Bank sitze. Das beschäftigt mich schon etwas. Ich versuche, kontinuierlich mein Bestes zu geben und so häufig wie möglich in der Startelf zu stehen.

Draxler zu Tuchel: 'Er hält alle bei Laune'

Der Mannschaftsrat beim DFB soll verjüngt werden. Wurden Sie als erfahrenster der jüngeren Spieler schon gefragt?

Nein, das haben wir noch gar nicht besprochen, aber ich würde mich nicht dagegen wehren. Wenn der Bundestrainer fünf oder sechs Leute beruft, ist es ja auch in den Klubs nicht mehr so, dass automatisch die Ältesten drinsitzen. Sondern es wird aus jedem Mannschaftsteil und jeder Altersgruppe einer dazugeholt, um alle Interessen zu repräsentieren.

Wie kann man heute Kylian Mbappé stoppen, der für ihren Klub PSG gerade vier Tore in 13 Minuten erzielte?

Wenn er – wie in diesem spektakulären Spiel gegen Lyon (5:0) - den Platz zum Durchstarten hat, ist es nahezu unmöglich, ihn mit seinen gefühlt 300 PS wieder einzufangen. Zumal wir mit Neymar ja auch einen Spieler haben, der ihn überragend bedienen kann. Kylians größte Waffen sind die Geschwindigkeit und der Abschluss. Beide darf man ihn nicht nutzen lassen, indem man sehr kompakt verteidigt.

Internationale Pressestimmen zur Deutschland-Pleite gegen Holland

Zur Galerie
Anzeige

Im Hinspiel gab es ein 0:0, bei dem Deutschland wenig zuließ. Wird das noch mal funktionieren?

Bei der WM wollten wir alles spielerisch lösen und mussten schmerzlich feststellen, dass es nicht so einfach ist, diesen komplett dominanten Fußball zu spielen. Gegen Frankreich kommt es auf den Mittelweg an: Man muss manchmal kompakter stehen, so wie Frankreich es bei der WM gemacht hat, aber gleichzeitig attraktiven Fußball nach vorne spielen, zum Beispiel über schnelle Konter.

Warum lieben die Franzosen Ihren neuen Vereinstrainer bei Paris, Thomas Tuchel, eigentlich so?

Das liegt sicher auch an den Ergebnissen und unserem historischen Startrekord mit neun Siegen in der Ligue 1. Zudem verbreitet er nach innen und außen eine gute Stimmung, lässt einen attraktiven Fußball spielen. Er hat klare Vorstellungen und vermittelt uns diese intern sehr genau. Nach der Niederlage gegen Liverpool (2:3) hat er uns sehr deutlich gesagt, woran es hapert. Auf dem Weg zum Erfolg ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen – aber auch deshalb macht er es sehr gut und hat das Team auf seiner Seite.

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland der Madsack-Mediengruppe, zu der der SPORTBUZZER gehört, und t-online.de kooperieren im Sport. Der Autor dieses Textes ist Redakter bei t-online.de.

DFB-Voting: Ist Joachim Löw noch der richtige Bundestrainer? Hier abstimmen!

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt