09. Dezember 2018 / 20:30 Uhr

MLS-Meister Julian Gressel im Sieger-Interview: "Ich habe nur zwei Stunden geschlafen"

MLS-Meister Julian Gressel im Sieger-Interview: "Ich habe nur zwei Stunden geschlafen"

René Wenzel
Julian Gressel wurde mit Atlanta United Meister der US-amerikanischen Profiliga MLS.
Julian Gressel wurde mit Atlanta United Meister der US-amerikanischen Profiliga MLS. © dpa/imago/ZUMA Press
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Er ist der erste Deutsche seit Franz Beckenbauer, der in den USA den Titel gewinnt. Im SPORTBUZZER-Interview spricht Julian Gressel von Atlanta United über die Nacht nach dem Triumph, Basketball-Superstar Dennis Schröder und ein mögliches Angebot aus Europa.

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Konfetti regnete auf die stolzen Helden herab, aus den Lautsprechern dröhnte Queens Siegeshymne „We Are The Champions“ – und Julian Gressel war mittendrin im Jubeltrubel. Als zweiter deutscher Profi nach Franz Beckenbauer der den Titel mit Cosmos New York 1977, 1978 und 1980 gewonnen hatte, feierte der 24-Jährige einen Meistertitel in den USA. Mit Atlanta United besiegte Gressel am späten Sonnabend im Endspiel der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) die Portland Timbers mit 2:0.

Neun Familienmitglieder – auch der Opa – drückten dem Profi, der aus dem mittelfränkischen Neustadt an der Aisch stammt, im Stadion die Daumen – und waren nach dem Sieg vor der Rekordkulisse von 73 019 Fans im ausverkauften Mercedes-Benz-Stadium überglücklich. Und was sagt Gressel selbst? Wir haben nachgefragt.

SPORTBUZZER: Sie sind seit Franz Beckenbauer der erste Deutsche, der die Meisterschaft in der Major League Soccer (MLS) gewinnen konnte. Wie stolz sind Sie auf diesen Titel?

Das ist für mich noch alles schwer zu beschreiben und zu begreifen. Jetzt in einem Satz mit Franz Beckenbauer genannt zu werden ist natürlich eine Riesenehre. Ich habe darüber auch schon mit meinem Mitspieler Kevin Kratz geredet. Das ist für uns ein richtig geiles und cooles Gefühl.

Das Finale haben Sie mit Atlanta United gegen die Portland Timbers vor 73.019 Zuschauern mit 2:0 gewonnen. Haben Sie so eine Stimmung schon einmal erlebt?

In Atlanta ist immer eine Riesenstimmung. Aber an diesem Spieltag war es etwas ganz Spezielles. Vom ersten Moment an, wo man ins Stadion gekommen ist, hat man bei den Fans das Funkeln in den Augen gesehen. Am Montagvormittag machen wir eine Parade durch die Stadt und feiern mit den Fans den Titel.

Deutsche Sportler in den USA

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Moritz Böhringer, American Football: Der 1,93-Meter-Hüne beeindruckte im Vorfeld des NFL-Drafts und wurde schließlich von den Minnesota Vikings ausgewählt. Im Mai 2018 wechselte er zu den Cincinnati Bengals. ©
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"Dennis Schröder wollte auch ins Stadion kommen"

Wie war die Nacht nach dem Titelgewinn?

Ich habe nur zwei Stunden geschlafen, mehr nicht. Wir haben hier in Atlanta gefeiert. Der Verein hatte etwas vorbereitet, und dann kam alles so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir waren alle richtig glücklich und froh darüber, dass wir es geschafft haben.

Haben Sie besondere Glückwünsche erhalten?

Ich habe etwas Kontakt mit Dennis Schröder (Basketballprofi bei Oklahoma City Thunder; Anm. d. Red.). Er wollte auch ins Stadion kommen. Aber bis heute habe ich die ganzen Nachrichten auf meinem Handy noch nicht gelesen. Der schönste Moment war direkt nach dem Spiel, als meine beiden Brüder zu mir auf den Platz gekommen sind und den schönen Moment mit mir geteilt haben. Auch als ich meinen Opa und meine Mutter nach dem Spiel das erste Mal gesehen habe, war ich überglücklich.

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Im vergangenen Jahr waren Sie der beste Nachwuchsspieler der Saison. Wie sehen Ihre Ziele mit Atlanta aus?

Wir haben hier in Atlanta beste Voraussetzungen, den Titel noch öfters zu gewinnen. Jetzt haben wir einmal Blut geleckt und hoffen, dass wir die Erfolgsserie fortsetzen können. Ich hatte mit der Auszeichnung letztes Jahr einen richtig guten Start hier und hoffe, dass es so positiv weitergeht. Wir müssen weiter viel und hart arbeiten. Automatisch geht das nicht.

"Bei Ibrahimovic oder Rooney steht die MLS-Trophäe nicht an oberster Stelle"

Die großen Stars wie Zlatan Ibrahimovic (LA Galaxy), Wayne Rooney (D.C. United) oder Bastian Schweinsteiger (Chicago Fire) spielen in anderen amerikanischen Vereinen. Was macht Ihre Mannschaft so besonders?

Wir haben viele junge und dynamische Spieler, die hungrig auf Titel sind. Beim Finale hat man gesehen, wie sehr wir diesen Titel haben wollen. Die anderen Spieler wie Ibrahimovic oder Rooney haben schon so viel gewonnen – da steht die MLS-Trophäe nicht an oberster Stelle.

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Erkennst du dein Bundesliga-Stadion? ©

Ihr Vertrag läuft noch zwei Jahre. In Deutschland dürften Sie spätestens nach diesem Erfolg in den Fokus von immer mehr Vereinen rücken. Wann wollen Sie in Ihre Heimat zurückkehren?

Jetzt gerade mache ich mir keine Gedanken darüber. Atlanta wollte mich gern behalten und könnte sich auch vorstellen, noch langfristiger mit mir zu planen. Aber wenn ein Angebot aus Europa kommt, dann würde ich es mir schon gern anhören. Ich muss dann gucken, was die beste Entscheidung für meine Karriere wäre. In Atlanta passt alles mit dem Verein und den Fans. Ich muss hier nicht unbedingt weg.

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