Alles vorbei: Für Mirko Slomka war 91 Tage nach seinem ersten KSC-Training in Karlsruhe wieder Schluss. Alles vorbei: Für Mirko Slomka war 91 Tage nach seinem ersten KSC-Training in Karlsruhe wieder Schluss. ©
Alles vorbei: Für Mirko Slomka war 91 Tage nach seinem ersten KSC-Training in Karlsruhe wieder Schluss.

Mirko Slomka vom Karlsruher SC gefeuert: Der Absturz des Champions-League-Trainers

91 Tage nach dem ersten Training unter Mirko Slomka hat der Karlsruher SC die Zusammenarbeit wieder beendet. Nach dem Unentschieden gegen Würzburg gab der KSC die Freistellung des ehemaligen Champions-League-Trainers bekannt.

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Er war einer der meistgefeierten Trainer der Bundesliga.

Doch schon vor dem mageren 1:1-Remis gegen Würzburg ahnte Mirko Slomka, was auf ihn zukommen könnte. "Ich weiß, wir brauchen Punkte." Der eine Punkte war allerdings zu wenig. Slomka und der Karlsruher SC, es war eine äußerst kurze gemeinsame Zeit.

Allerdings nicht ganz ohne Grund. Denn der KSC holte nur einen Sieg aus den vergangenen neun Spielen, hat lediglich 22 Punkte auf dem Konto und ist mit vier Punkten Rückstand das Schlusslicht der Liga. Slomka hatte die Badener erst vor zehn Spieltagen übernommen, konnte das Ruder aber nicht rumreißen. Dabei war Slomka als großer Heilsbringer in die Stadt gekommen.

Vom Königsklassen-Trainer zum Zweitliga-Buhmann - Der Absturz von Mirko Slomka.

WAS SLOMKA WOLLTE

Mirko Slomka trainierte in der Bundesliga den Hamburger SV, Hannover 96 und Schalke 04. Mit den „Königsblauen“ spielte er Champions League. Doch nach dem Aus beim HSV im September 2014 war das Interesse der großen Klubs erloschen. Den KSC wollte Slomka in dieser Saison souverän zum Klassenerhalt führen und dann mit dem Verein die ersehnte Rückkehr in die Bundesliga schaffen - und so beweisen, dass er es als Trainer drauf hat.

WAS SLOMKA BEKOMMEN HAT

Ihrer Führungsspieler beraubt und zusammengestellt vom damaligen Sportdirektor Jens Todt und Slomkas Vorgänger Tomas Oral übernahm Slomka die Mannschaft auf Rang 15 - und stürzte ab auf den letzten Platz. In zehn Spielen gab es nur zwei Siege. Er unterschätzte, dass junge Spieler gerade in extremen Situationen wie dem Abstiegskampf erfahrene Führungsspieler benötigen, um sich entfalten zu können. Trotz der fünf Neuzugänge in der Winterpause gelang es ihm nicht, eine neue, konkurrenzfähige Stammformation mit System zu finden.

Das Sportbuzzer-Interview mit Slomka nach Amtsantritt beim KSC

WAS DER KSC WOLLTE

Unter Markus Kauczinski verpasste der Verein die Rückkehr in die Bundesliga vor zwei Jahren denkbar unglücklich in der Relegation. Nachfolger Tomas Oral sollte aus dem Tabellensiebten der vergangenen Saison wieder einen Kandidaten für den Aufstieg machen. Der Plan ging gründlich schief. Interimstrainer Lukas Kwasniok schien die Mannschaft allerdings wieder in die richtige Spur gebracht zu haben, in zwei Partien gab es zwei Siege. Slomka sollte die Saison sicher zu Ende bringen, dem KSC mit seinem Namen etwas Glanz verleihen und den Verein schließlich in die Bundesliga führen.

WAS DER KSC BEKOMMEN HAT

Slomkas Ideen passten überhaupt nicht zu den Fähigkeiten seiner Spieler. Hinzu kam unprofessionelles Verhalten im Team, das in einer Disco-Feier nach dem Sieg gegen Hannover gipfelte. Nachwuchsspieler Marvin Mehlem verschlief danach das gesamte Training. In den Spielen hatte der Club zudem mit Pech, Schiedsrichterentscheidungen, aber auch Unmengen an individuellen Fehlern zu kämpfen. Die Folge: Der Absturz ans Ende der Tabelle. Kein Club bekam in Slomkas Amtszeit so viele Gegentore wie der KSC. Seit mehr als fünf Monaten hofft das völlig verunsicherte Team auf einen Auswärtssieg.

UND NUN?

Marc-Patrick Meister soll den Verein jetzt retten. Bislang war er für die U17 zuständig und auf Wunsch von Slomka auch als Co-Trainer bei den Profis eingebunden. Noch im Dezember traute Sportdirektor Oliver Kreuzer ihm den Job allerdings nicht zu und setzte lieber auf den erfahrenen Slomka.

Fussball 2. Bundesliga Karlsruher SC (Herren)

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