14. Juni 2018 / 11:07 Uhr

Kein gemeinsames Fußballgucken: Public Viewing in Roßwein fällt aus

Kein gemeinsames Fußballgucken: Public Viewing in Roßwein fällt aus

Manuela Engelmann
Das waren noch Zeiten: Vor vier Jahren organisierten ein paar Roßweiner öffentliches Fußball-Gucken zur Fußball-WM. In diesem Jahr gibt es so etwas nicht mehr.
Das waren noch Zeiten: Vor vier Jahren organisierten ein paar Roßweiner öffentliches Fußball-Gucken zur Fußball-WM. In diesem Jahr gibt es so etwas nicht mehr. © Wolfgang Sens
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Das öffentliche Erleben der Fußball-WM ist zu teuer und zu aufwändig. In Ossig und Marbach gibt es Angebote .

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Roßwein. Am Donnerstag fällt der Startschuss für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Am Sonntag greift die deutsche Mannschaft das erste Mal ins Geschehen ein. Wer sich in Roßwein darauf gefreut hat, das Spiel irgendwo beim Public Viewing anzuschauen, der wird enttäuscht. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Welt- und Europameisterschaften hat sich diesmal niemand in der Stadt gefunden, der sich für ein öffentliches Fußball-Gucken vor den Karren gespannt hätte. Dafür kann auf dem Sonnenhof in Ossig und in der Marbacher Pfarrscheune gemeinsam gejubelt werden.

Verein Alte Tuchfabrik gibt es nicht mehr

Noch vor zwei Jahren zur EM hatte der Verein Alte Tuchfabrik Roßwein ein Public Viewing organisiert. Den Verein gibt es nicht mehr, bestätigt Torsten Jentzsch. Er hatte auch schon vor vier Jahren zur letzten WM gemeinsam mit Tino Striegler in der alten BHG das öffentliche Fußball-Schauen organisiert. Wieviel Arbeit das bedeutet, weiß er nur zu genau. „So etwas allein aufzuziehen, ist schwer“, sagt er. Die Truppe, die vor zwei Jahren hoch ambitioniert auch über die EM hinaus Veranstaltungen in der alten Tuchfabrik organisieren wollte, gibt es so nicht mehr. „Einige sind weggezogen. Und es gab Unstimmigkeiten mit dem Vermieter“, erklärt Jentzsch, warum das Projekt nicht weitergeführt wurde.

400 Euro für vier Wochen Fußball

Ein Public Viewing allein aufzuziehen, ist nicht nur vom organisatorischen Aufwand her schwer machbar. „Man darf sich keinen Fehler erlauben – dann kommen die Leute einfach nicht mehr.“ Schwierigkeiten habe es beispielsweise immer mit der Beamer-Qualität gegeben. „Es ist echt schwer, einen ranzubekommen, der auch ein gutes Bild zeigt, wenn es noch hell ist.“ Wer nicht vernünftig sieht, bleibt lieber daheim auf dem Sofa. Es ist eben auch eine finanzielle Frage. „Unter 15 000 Euro ist so ein Gerät nicht zu bekommen.“ Dagegen sind die Gebühren, die für öffentliches Fernseh-Gucken an die GEMA zu zahlen sind, gering.

Allerdings nicht für den einzelnen Gastwirt. Fast 400 Euro für vier Wochen sind für Holger Benedix von der Grünen Aue beispielsweise ein Grund, warum er in seiner Gaststätte kein Public Viewing anbietet. Anderen Roßweiner Kneipern geht es ähnlich. Auch den Betreibern der Hartenbergbaude ist die Gema-Gebühr zu hoch. Und auf dem Weinberg hat man auch aus Platzgründen kein Interesse an so einem Angebot.

Madeleine Grolp vom Hotel Stadt Leipzig hingegen würde vielleicht gern Public Viewing anbieten. Zumindest ist sie selbst vor vier Jahren gern zur alten BHG gegangen. „Wir können das hier bei uns aber nicht machen, die Hotelgäste mögen das nicht“, sagt sie.

Sonnenhof und Pfarrscheune

Wer also in größerer Runde die Spiele der Deutschen verfolgen möchte, kann auf den Sonnenhof nach Ossig fahren. Dort ist die Open-Air-Bühne für andere Veranstaltungen in den nächsten Wochen bereits aufgebaut. Auf einer Leinwand kann im Hof Fußball geguckt werden, bei schlechtem Wetter gibt es eine trockene Variante in der Kulturscheune.

Glück haben auch die Marbacher, deren Kirchgemeinde gemeinsam mit den Vereinen des Ortes nun schon zum wiederholten Mal Public Viewing in ihrer Pfarrscheune anbieten. Los geht das am Donnerstag mit dem Eröffnungsspiel. Danach werden alle Deutschlandspiele gezeigt und ab dem Viertelfinale dann jede Begegnung. Wie immer gibt es Bierchen und Gegrilltes, bei der Betreuung der Veranstaltung wechseln sich Sportverein, Heimatverein, Kirchgemeinde und Feuerwehr ab. „Unsere Kirchvorsteher aus den vier Ortsausschüssen sind auch dabei“, freut sich Pfarrer Jörg Matthies. In die Scheune passen rund 100 Leute, wobei natürlich auch mehr kommen können. „Viele stehen ja auch draußen am Grill, von da aus kann man das Spiel auch verfolgen.“ Gezeigt wird das auf der Leinwand, der lichtstarke Beamer steht schon bereit.

Das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft wird am Sonntag, 17 Uhr übertragen.

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