Die DFB-Spieler bedanken sich nach dem Elfmeterkrimi gegen Italien bei ihren Fans. © Christian Charisius

Keine Party: Weltmeister will jetzt mehr

Zumindest im Elfmeterschießen kann Deutschland Angstgegner Italien bei einem Turnier bezwingen. Gebannt wartet der Weltmeister nun auf den Halbfinalgegner. "Der Weg ist noch nicht zu Ende", sagt Müller.

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Noch vor dem nächtlichen Heimflug aus Bordeaux ins Stammquartier am Genfer See hatte Joachim Löw nach dem überwundenen Italienfluch das nächste EM-Ziel ausgegeben.

"Wenn man im Halbfinale steht, heißt das Ziel, auch das Finale zu erreichen", verkündete der Bundestrainer nach dem Happy End im dramatischen Elfmeterkrimi. "Für eine Party ist es zu früh", bemerkte Löw.

Erst mit dem 18. Elfmeter hatte Jonas Hector die Lotterie mit sieben Fehlschüssen beim Stand von 6:5 für Deutschland beendet. "Ich habe einfach gehofft, dass der Schuss reingeht. Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, als neunter Schütze noch dranzukommen", berichtete der Matchwinner nach dem Erfolg "mit ein bisschen Dusel". Manuel Neuer war der andere Held, weil er die Schüsse von Leonardo Bonucci und Matteo Darmian abwehrte. "So was habe ich noch nicht erlebt, das war ein wirkliches Drama", sagte der Nationaltorhüter, der als "Man of the Match" ausgezeichnet wurde. "Es war ein Nervenkrieg."

In diesem hatten bei Deutschland Mesut Özil, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger versagt. Aber das war hinterher egal. "Unser Weg ist noch nicht zu Ende", verkündete Müller. "Was die Mannschaft geleistet hat, ist eines Champions würdig. Sie hat Italien komplett dominiert", urteilte der früh verletzte Sami Khedira. Er droht im Halbfinale gegen Frankreich oder Island am kommenden Donnerstag in Marseille neben dem gesperrten Innenverteidiger Mats Hummels auszufallen. Löw rechnet klar mit dem EM-Gastgeber als Gegner, der als klarer Favorit in das letzte Viertelfinale am Sonntagabend gegen Island geht.

"Wir haben Italien am Ende ein bisschen glücklich niedergerungen, aber wir waren die überlegene Mannschaft", resümierte Löw. Mesut Özil hatte Deutschland in Führung gebracht (65. Minute), Bonucci mit einem Handelfmeter ausgeglichen (78.).

Die Umstellung von Löw auf eine Dreierkette in der Abwehr war defensiv aufgegangen. Die Veränderung war für den Bundestrainer "dringend notwendig" und frühzeitig klar. "Wir müssen jetzt schauen, dass unsere Spieler gut regenerieren", sagte Löw zur Marschroute für die kommenden Tage: "Das Spiel steckt in den Körpern." Aber egal, so Löw: "Jetzt wollen wir natürlich auch mehr."

dpa

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