In dieser Szene hatte Mathias Fetsch das Nachsehen gegen den Ex-Kieler Fabian Schnellhardt. © imago

Keine Tore, aber ein Sieg für die Moral

Dritte Liga: Holstein legt mit dem 0:0 beim Tabellenzweiten MSV Duisburg einen couragierten Auftritt hin

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Es gibt diese torlosen Unentschieden, die nicht annähernd die gute Qualität der 90 Minuten zuvor widerspiegeln. Der Vergleich zwischen dem MSV Duisburg und Holstein Kiel war am Dienstagabend so ein Fußballspiel. Ein rasantes Match auf hohem Drittliga-Niveau, in dem zwei gleichwertige Mannschaften mit heißen Herzen den Torerfolg suchten – und nicht fanden. Das 0:0 war ein gerechtes Ergebnis, dessen Zustandekommen den Störchen moralischen Auftrieb geben wird.

Bedingt durch zwei Ausfälle musste KSV-Coach Markus Anfang seine bislang gesetzte Startformation auf zwei Positionen ändern. Für den Gelb-Rot-gesperrten Österreicher Niklas Hoheneder kam Dominic Peitz als „Sechser“, Youngster Arne Sicker ersetzte Patrick Kohlmann (Hüftbeschwerden) als linker Verteidiger. Und beide Mannschaften zeigten von Beginn an, dass sie ihre jüngsten Niederlagen egalisieren wollten. Ein Abtasten fiel aus, den 11642 Zuschauern wurde ein rasantes Spiel mit hoher taktischer Disziplin geboten. Ein Unterschied zwischen den Tabellenpositionen (MSV zwei, KSV zehn) war nicht erkennbar.

Es war kein Zufall, dass die Störche in der sechsten Minute die erste Chance des Abends hatten, als Kapitän Rafael Czichos nach einer feinen Flanke von Steven Lewerenz zu einem Kopfball ansetzte, den Zebra-Keeper Mark Flekken knapp um den Pfosten lenken konnte. Glück hatten die Gäste hingegen, als Kingsley Onuegbu frei vor KSV-Keeper Kenneth Kronholm ausrutschte (11.). Im Gegensatz zur ersten Halbzeit gegen Osnabrück agierten die Kieler durchgehend konzentriert, auch wenn nicht immer alles gelang. So wie nach einer knappen Viertelstunde, als Mittelstürmer Mathias Fetsch nach einer Hereingabe von Kingsley Schindler den Ball nicht richtig traf.

Das taktische Mittel des Tempowechsels fand nicht statt, beide Teams suchten den schnellsten Weg zum Tor. Den Höhepunkt dieses Schlagabtausches bot die 35. Minute, als Tim Albutat den zu weit vor seinem Tor stehenden Kronholm mit einem Heber überraschte, der auf die Latte klatsche. Im direkten Gegenzug tauchte Lewerenz auf der linken Seite frei vor Flekken auf, verzog seinen Schuss jedoch. Schwer atmend gingen die 22 Akteure in die Pause. Sie hatten hart gearbeitet, sich aber (noch) nicht belohnt.

Nach dem Wechsel ging es mit der gleichen Intensität weiter, wobei die Präzision der Zuspiele auf beiden Seiten mit fortschreitendem Spielverlauf etwas nachließ. So ergaben sich immer wieder Konterchancen nach Ballverlusten, doch vor den Toren fehlte der kalte Abschluss. Lewerenz zog aus 20 Metern zu ungenau ab (46.), Fetschs Kopfball strich knapp über das Tor (53.). Auf der Gegenseite schoss Tugrul Erat freistehend aus elf Metern über den Kasten (52.).

Wer würde endlich zu einem Treffer abschließen, wer würde den ersten Fehler machen? Beide Abwehrreihen verrichteten Schwerstarbeit und vermieden dabei schwere Fehler. Chancen gab es dennoch weiterhin. Dustin Bomheuer köpfte über das KSV-Tor (69.), Lewerenz’ Heber kratzte Branimir Bajic von der Linie (79.), Dominick Drexler köpfte drüber (82.). Aber die Bude fiel nicht mehr.

„Das war eine ordentliche Partie von beiden Teams. Die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, macht mich sehr zufrieden“, sagte Holstein-Trainer Markus Anfang. „Wir haben gut nach vorn gespielt und stark verteidigt. Wir haben die Inhalte auf den Platz gebracht, uns dafür aber heute leider nicht belohnt.

Region/Dresden Holstein Kiel (Herren) MSV Duisburg (Herren)

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