30. Januar 2018 / 15:33 Uhr

Killys Kickoff: Media Day vor dem Super Bowl - Das Dschungelcamp der Football-Millionäre

Killys Kickoff: Media Day vor dem Super Bowl - Das Dschungelcamp der Football-Millionäre

Daniel Killy
Fast wie beim Dschungelcamp-Einzug: Der Media Day vor dem Super Bowl.
Fast wie beim Dschungelcamp-Einzug: Der Media Day vor dem Super Bowl. © Daniel Killy
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In seiner Kolumne schreibt SPORTBUZZER-Reporter Daniel Killy über den Media Day vor dem Superbowl und vergleicht diesen speziellen Tag mit dem Einzug der "Stars" ins Dschungelcamp.

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Skol aus St. Paul. Es war wieder Media Day – nein, Opening Night, wie es seit ein paar Jahren heißt. Das ist so etwas wie Dschungelcamp-Einzug, -Prüfung und Rauswahl durchs Publikum in einer Folge. Die wohl überflüssigste Super-Bowl-Tradition ist seit einigen Jahren sogar kostenpflichtig. Das ganze Elend begann, als man zu dem alljährlich stattfindenden Dienstag-morgendlichen Zeremoniell „Spieler filmen Spieler wie sie Journalisten filmen, die Spieler filmen, wie sie Fragen beantworten“ eine abendliche Show mit Zuschauern auf den Rängen und musikalischer Untermalung gemacht wurde.

In diesem Jahr im Xcel Energy Center in St. Paul laufen auch weniger Spieler rum als früher, sondern die Topleute sitzen eine Stunde lang stur auf ihren Podien und antworten auf Fragen oder reden monologisch. Dass etlichen der Stars das erzwungene Camp-Lagerfeuer eher lästige Pflicht ist, merkt man bei der Professionalität der Spieler meist nicht. Stattdessen werden per eigens verteilten Mini-Radios und auf zig Kanälen den Zuschauern die Fragen und Antworten der Topspieler aufs Ohr gebracht. Die Journalisten allerdings hören jetzt gar nichts mehr oder kaum etwas, weil die Lautsprecher an den Podien ganz leise oder ganz ausgestellt sind.

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So werden Bradys Antworten oder Nick Foles’ Bemerkungen zu Pantomimen und Scharaden, die sich durchs Dickicht der Stative nur erahnen lassen.

Das hat wirklich was vom Dschungelcamp aus der Totalen, wenn alle miteinander ums Feuer sitzen und die Moderatoren ins Camp herabschreiten, um zu verkünden, wer denn heute gehen muss. Wenn es nach dem Willen des Publikums geht, gleich das ganze Eagles-Team. Den Sieg über die geliebte Heimmannschaft, die Vikings, hat das Publikum der Mannschaft aus Philadelphia nicht verziehen. Und so setzt jedes Mal ein ohrenbetäubender Buh-Alarm ein, wenn der um diplomatische Ausgewogenheit bemühte Moderator irgendetwas in Sachen Eagles vorstellt – Abwahl per Akklamation sozusagen.

Video vom Patriots-Walk-In

Ganz wie im Dschungelcamp gibt es übrigens auch bei der Opening Night Aktionisten, die durch absurde Verkleidung oder noch absurdere Fragen Spieler zu irgendetwas bringen wollen. Doch die NFL hat strengere Regeln erlassen, was den Umgang der Spieler mit offensichtlich oder anscheinend sinnlosen Fragen oder Bitten betrifft. Da werden keine „Pässe“ mehr geworfen – ganz ruhig bringen beide Teams ihre Fragestunde über die Runden. Wobei der Andrang bei den Eagles deutlich geringer ist. Viele Journalisten-Kollegen haben die 45 Minuten Pause zwischen den Teamsessions zur Flucht genutzt. Diejenigen, die blieben, erlebten in der Pause erstmals einen Handshake der beiden Kapitäne – die sich dann gemeinsam auf der Bühne einigen Fragen des Moderators stellten und dabei aussahen wie zwei gelangweilte Lausbuben im Physikunterricht.

Doch souverän meisterten die beiden Topspieler ihrer Teams auch diese Prüfung, versicherten einander wechselseitig Respekt und dachten wohl im Stillen: Ich bin ein Star – holt mich hier raus.Skol aus Minnesota, morgen geht es raus ins Grüne bzw. Weiße und um die Frage, wie feiert man eigentlich Super Bowl außerhalb von Minneapolis/St. Paul.

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