16. September 2017 / 20:46 Uhr

Kommentar: Das Konzept Videobeweis hat bei Christian Gentner versagt

Kommentar: Das Konzept Videobeweis hat bei Christian Gentner versagt

André Batistic
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Die Schockszene des Spieltags: Stuttgarts Christian Gentner bleibt nach einer Attacke von Wolfsburg-Keeper Koen Casteels ohnmächtig am Boden liegen. Die Pfeife von Schiedsrichter Guido Winkmann bleibt stumm.
Die Schockszene des Spieltags: Stuttgarts Christian Gentner bleibt nach einer Attacke von Wolfsburg-Keeper Koen Casteels ohnmächtig am Boden liegen. Die Pfeife von Schiedsrichter Guido Winkmann bleibt stumm. © imago/Montage
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Es war die wohl schockierendste Szene der Saison: Stuttgarts Christian Gentner verletzt sich im Spiel gegen den VfL Wolfsburg schwer. Doch der Pfiff des Schiedsrichters Guido Winkmann bleibt aus – auch der Videoschiedsrichter bleibt stumm. Eine fahrlässige Fehlentscheidung, findet SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic.

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Stuttgart, 17.16 Uhr – es ist das hässlichste Foul der aktuellen Bundesliga-Saison: Wolfsburg-Keeper Koen Casteels stürmt aus seinem Tor, erwischt den Stuttgarter Kapitän Christian Gentner mit seinem Knie direkt an der Schläfe. Der Ex-Nationalspieler ist ohnmächtig, verschluckt seine Zunge. Ein Kampfsportler wäre auf diesen K. o. stolz gewesen, ein Fußball-Torwart muss aber aufgrund dieser Rücksichtslosigkeit gegen einen Sportkameraden seine Spielweise überdenken.

Hier lesen: Die Diagnose von Christian Gentner steht fest!

Und nicht nur das: Der Belgier im VfL-Tor gehört für diese Aktion, ob Absicht oder nicht, mindestens für „gefährliches Spiel“ verwarnt. Es wäre die zweite Gelbe Karte für Casteels in dieser Partie gewesen. Er hätte nicht mehr weiterspielen dürfen, Stuttgart einen Elfmeter erhalten müssen. Der blanke Hohn: Stattdessen wurde Stuttgart bestraft. Gentner musste vom Platz getragen werden – und der VfB die Nachspielzeit in Unterzahl überstehen, da das Wechselkontingent erschöpft war.

Schock beim VfB Stuttgart: Gentner gegen Wolfsburg schwer verletzt

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Fahrlässige Fehlentscheidung

Die Frage ist erlaubt: Wie konnte das Schiedsrichtergespann um den Unparteiischen Guido Winkmann diese brutale Aktion so falsch bewerten? Und wie schaffte es Videoassistent Deniz Aytekin, seinen Kollegen aus der Zentrale nach mehreren Wiederholungen nicht zu korrigieren? Jetzt mal ehrlich: Das Konzept Videobeweis hat in dieser Situation krachend versagt. Mittlerweile wird gefühlt bei jeder noch so kleinen Situation der Videoschiedsrichter zu Hilfe geholt, der Spielrhythmus für mehrere Minuten unterbrochen. Bei diesem gesundheitsgefährdenden Foul wäre es notwendig gewesen. Die Fehlentscheidung der Schiedsrichter ist mindestens genauso fahrlässig wie die Aktion Casteels.

Wie der Videobeweis funktionieren kann, zeigte im Abendspiel am Samstag Schiedsrichter Marco Fritz. Nach kurzer Kommunikation mit dem Videoschiedsrichter schickte er Leipzigs Naby Keita vom Platz, nachdem er seinen Gegenspieler Christoph Kramer mit den Stollen im Gesicht erwischte.

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