22. Juli 2018 / 15:15 Uhr

Kommentar zum Özil-Statement: So hat Mesut Özil keine Zukunft im DFB-Team

Kommentar zum Özil-Statement: So hat Mesut Özil keine Zukunft im DFB-Team

Manuel Becker
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In der Debatte um sein Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hat sich Mesut Özil endlich auch selbst zu Wort gemeldet - auf anmaßende Art, wie SPORTBUZZER-Redakteur Manuel Becker findet.
In der Debatte um sein Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hat sich Mesut Özil endlich auch selbst zu Wort gemeldet - auf anmaßende Art, wie SPORTBUZZER-Redakteur Manuel Becker findet. © imago/Sven Simon/Montage
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Mesut Özil hat sich nach langem Schweigen endlich zu seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan geäußert. Doch mit der Haltung, in der sein Statement verfasst ist, hat er keine Zukunft mehr in der deutschen Nationalmannschaft, meint SPORTBUZZER-Redakteur Manuel Becker.

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Nein, in einem entscheidenden Punkt irrt Mesut Özil gewaltig: "Für mich ging es nicht um Politik." Und genau das ist gedanklich der Fehler des Mesut Özil. Vor der Präsidentschaftswahl in der Türkei ein Bild mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu posten: Das ist Politik pur. Sein Job sei der eines Fußballspielers, nicht der eines Politikers, schreibt Özil. Ein Fußballspieler steht auf dem Platz, er trifft sich nach dieser Logik auch nicht mit Präsidenten.

Im Wortlaut: Özils Erklärung

Natürlich war das wohl meist diskutierte Foto des Jahres Wahlkampf pur – und an Ungeschicktheit kaum zu überbieten so kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Mehr als zwei Monate hat er geschwiegen, hat die Diskussion ertragen, die selten sachlich und fair geführt wurde, die rechte Parteien für sich ausnutzten und die widerliche Hetzer auf den Plan rief.

Doch das ist jetzt seine Antwort nach einer Zeit der Reflexion und des Sichgedankenmachens? Ein viel zu spätes, rechtfertigendes Rumgeeiere, noch dazu auf Englisch und im Stil einer eigenen Presseerklärung, die keine Möglichkeit des Nachfragens zulässt?

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Um das ganz klar zu sagen: Die Nationalmannschaft hat Özil, diesem begnadeten Fußballer, viel zu verdanken. Und: Natürlich soll er nicht vergessen, wo er herkommt, geschweige denn seine türkischen Wurzeln verleugnen. Aber hier geht es eben um Politik, große und kleine, auf und neben dem Platz – und um Gefühle. Nicht nur die von Özil.

Sein Foto hat für viel Verstimmung im Land gesorgt und die Stimmung im Nationalteam beeinträchtigt. Eine Stellungnahme Özils? Blieb lange aus. Eine Entschuldigung? Bis heute Fehlanzeige. DFB-Präsident Reinhard Grindel, Manager Oliver Bierhoff und viele Nationalspieler hätten sich diese gewünscht, vor allem, dass sich Özil erklärt.

Der Spielmacher spricht in seiner Erklärung viel von Respekt. Dass es respektlos gewesen wäre, Erdogan nicht zu treffen – Emre Can hatte das Treffen im Übrigen abgesagt. Doch genau diesen Respekt ließ Özil seinem Team gegenüber vermissen. Wenn das seine Gedankenwelt ist, hat er seine Zukunft im Nationalteam verspielt.


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