13. März 2018 / 11:47 Uhr

Kommentar zum Aus von Steffi Jones: Die Trennung war überfällig

Kommentar zum Aus von Steffi Jones: Die Trennung war überfällig

Manuel Becker
Steffi Jones ist nicht länger Bundestrainerin. Manuel Becker kommentiert das Aus.
Steffi Jones ist nicht länger Bundestrainerin. Manuel Becker kommentiert das Aus. © Imago-Montage
Anzeige

Steffi Jones ist nicht länger Bundestrainerin der Frauen-Nationalmannschaft. Dafür übernimmt Horst Hrubesch zeitweise. Ein Kommentar von Manuel Becker zum Jones-Aus.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

So schnell können sich die Dinge ändern: Vor sieben Monaten verlängerte der DFB seinen Vertrag mit Fußballnationaltrainerin Steffi Jones. Die Mannschaft stehe hinter ihr, daher habe sie eine zweite Chance verdient, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel im August. Gestern entließ er die Verantwortliche der deutschen Fußballfrauen. Der Schritt ist konsequent und inzwischen überfällig.

Schon bei der EM 2017 – Deutschland hatte die vergangenen sechs Titel gewonnen – schied das Team nach einer dürftigen Leistung in der Gruppenphase im Viertelfinale aus. Das Team von Jones schien kein Konzept zu haben, keine Spielidee, wirkte verunsichert. Spielerinnen gaben zu, es habe die nötige Mentalität gefehlt. Und trotzdem stellten sie sich hinter Jones, die weitermachen durfte. Trotz des schlechtesten Abschneidens der EM-Geschichte, trotz einer peinlichen 2:3 Heim-Niederlage in der WM-Qualifikation gegen - den bei den Frauen wirklich sehr kleinen - Fußballzwerg Island.

Mehr zum Jones-Aus

Am Ende stand Jones unter persönlicher Beobachtung von Grindel, der es verpasste, einen früheren Schlussstrich zu ziehen. 2016 hatte Deutschland, der Serien-Europameister und zweimalige Weltmeister noch Olympia-Gold gewonnen. Jetzt war es ein Team, das von jedem Gegner geschlagen werden kann und das sogar die WM zu verpassen droht. Ein bislang undenkbares Szenario.

Die bisherigen Trainerinnen und Trainer der DFB-Frauen:

Zur Galerie
Anzeige

Beim Testspielturnier in den USA gab Jones nach drei sieglosen Spielen und einem peinlichen 0:3 als Schlusspunkt gegen Frankreich zu, dem Team hätten mannschaftliche Geschlossenheit, Leidenschaft und Laufbereitschaft gefehlt. Eine Bankrotterklärung, die Grindel zum Handeln zwang.

Jones hat vor ihrer Bundestrainerzeit nie eine Mannschaft alleinverantwortlich geleitet. Vielleicht war diese Aufgabe für die verdiente 111-fache DFB-Nationalspielerin auch einfach zu groß, vielleicht kam sie zu früh. Mit Horst Hrubesch übernimmt nun Trainer, der seit 30 Jahren Klubs und Nationalmannschaften trainiert. Zuletzt stand er mit der U21 im olympischen Finale. Und in Finals soll auch der Weg der deutschen Fußballerinnen künftig wieder führen.

Zur Galerie
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt