Rüstiger Rentner: Konrad Voigt hält sich mit Walken, Radfahren und Schwimmen fit. Rüstiger Rentner: Konrad Voigt hält sich mit Walken, Radfahren und Schwimmen fit. © peb
Rüstiger Rentner: Konrad Voigt hält sich mit Walken, Radfahren und Schwimmen fit.

Konrad Voigt - Eine Ikone als Schiedsrichter

Mehr als 1000 Spiele auf Kreis- und Bezirksebene

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Schon im zarten Alter von sechs Jahren packte ihn das Fußball-Fieber. Es folgten viele Jahre als aktiver Spieler beim TuS Kleinenbremen, TSV Steinbergen und SV Engern. Mit 27 Jahren legte er die Prüfung zum Schiedsrichter ab und leitete danach über 1000 Spiele auf Kreis- und Bezirksebene bis 2003. Als Schiedsrichter-Beobachter und Mitglied des Kreis-Sportgerichts war er bis 2010 tätig. Auch heute noch gehört der rüstige 77-Jährige der Schiedsrichter-Vereinigung in Schaumburg an. Der Fußball war und ist ein großer Teil von Konrad Voigts Leben.

Aber auch als Funktionär stand er an der Spitze seines Heimatvereins. Nach der Gründung des SV Luhden im Jahr 1974 wurde Konrad Voigt 1975 zum ersten Vorsitzenden gewählt und führte den Verein bis 2006. Unter seiner Regie entwickelte sich der LSV zu einem Mehrspartenverein, die Mitgliederzahl wuchs von 60 auf 683. Heute hat sich die Mitgliederzahl auf 570 eingependelt.

Die Reserve des SV Engern im Jahr 1963 mit Hans Schwedler, Heinrich Franke, Dieter Helmert, Werner Dietrich, Jochen Lange, Konrad Voigt, Heinz Kölling, Hans-Jürgen Schwaneberg, Gunther Klahr und Willi Skiba. Zwei Namen sind nicht bekannt. Die Reserve des SV Engern im Jahr 1963 mit Hans Schwedler, Heinrich Franke, Dieter Helmert, Werner Dietrich, Jochen Lange, Konrad Voigt, Heinz Kölling, Hans-Jürgen Schwaneberg, Gunther Klahr und Willi Skiba. Zwei Namen sind nicht bekannt. © peb

In seine Amtszeit fiel der Bau einer Holzhütte und der Bau der Tennisanlage mit dem prächtigen Vereinsheim. „Ich hatte immer wieder das große Glück, tatkräftige Unterstützer zu finden. Ohne die hätte ich das alleine nie schaffen können. Großer Dank gilt auch meiner Frau Anneliese, die mir immer zur Seite stand. Sie war über Jahrzehnte die gute Seele des Luhdener SV“, blickt Voigt zurück.

Im Jahr 1940 in Luhden geboren, ging Voigt dort auch zur Schule. Es folgte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und Tankwart in Bückeburg. Nach der Bundeswehrzeit blieb er bei der Bundeswehr – jedoch nicht als Soldat, sondern als ziviler Kraftfahrer. Sein Einsatzort war Achum. Nach 37 Jahren ging Voigt im Jahr 2000 in den Ruhestand.

Zum ersten Mal kam Voigt mit dem Fußball 1946 richtig in Berührung. „Als sechsjähriger Knirps fuhr ich mit der Herrenmannschaft des VfB Luhden-Bad Eilsen mit zu den Spielen. Auf der Ladefläche eines Holzkochers. Ich verkrümelte mich immer unter der Sitzbank. Nach der Schule kickten wir auf allen freien Flächen im Dorf. Wenn wir keinen Ball hatten, traten wir hinter Blechdosen.“

Letztes Spiel an der Pfeife: Nach 36 Jahren beendet Voigt im Jahr 2003 seine aktive Laufbahn als Schiedsrichter. Letztes Spiel an der Pfeife: Nach 36 Jahren beendet Voigt im Jahr 2003 seine aktive Laufbahn als Schiedsrichter. © peb

Weil es Mitte der Fünfzigerjahre keine Möglichkeit gab, in Luhden Fußball zu spielen, der VfB hatte sich aufgelöst, schloss sich Voigt 1955 mit dem TuS Kleinenbremen erstmalig einem Verein an. Nach zwei Jahren wechselte er in die A-Jugend des TSV Steinbergen und spielte von 1963 bis 1966 beim SV Engern. 1967 entdeckte Voigt seine Liebe zur „Schiedsrichterei“, legte die Prüfung ab und leitete danach 36 Jahre lang Spiele im Kreis und im Bezirk. „An mein erstes Spiel kann ich mich noch gut erinnern. Es war auf dem alten Platz in Möllenbeck. Dort traf die Reserve des Gastgebers auf die dritte Mannschaft des TuS Apelern. Es war eine überaus harte Partie mit vielen groben Fouls und verbalen Beschimpfungen. Nach der Partie dachte ich schon ans Aufhören als Schiedsrichter.“

Und an eine zweite Partie kann sich Voigt als junger Schiedsrichter gut erinnern. Beim SV Resse spielte der ehemalige Torwart von Hannover 96 Horst Podlasly. „Im Spiel gegen den SV Wacker Osterwald zeigte ich ihm nach einer Tätlichkeit die Rote Karte und er wurde anschließend vom Sportgericht für sechs Monate gesperrt. Das hatte mir Podlasly nie verziehen.“

Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn als „Mann in Schwarz“ gehörten die Spiele der Amateur-Oberliga in Hameln, Bad Pyrmont und Hessisch Oldendorf, die er als Linienrichter begleitete. Sein letztes Spiel pfiff Voigt im Jahr 2003 auf dem Steinanger in Rinteln. Der SC Real trat damals gegen die Traditionself von Schalke 04 an. „Die Gelsenkirchener führten schon zweistellig. Da sagte ich einem SC-Spieler, er solle sich bei der nächsten Gelegenheit im Strafraum fallen lassen, damit ich Elfmeter pfeifen könne. Gesagt, getan – und der SC Real schoss sein Ehrentor.“

Aber auch außerhalb des Fußballs übernahm Voigt immer wieder Verantwortung. Von 1986 bis 1995 war er Ratsmitglied und insgesamt acht Jahre Schöffe beim Amtsgericht Bückeburg. Eine Vielzahl von Ehrungen und Auszeichnungen durch den Niedersächsischen Turner-Bund (NTB), Landessportbund Niedersachsen (LSB), Niedersächsischen Fußballverband (NFV), Kreisfußballverband Schaumburg, Kreissportbund Schaumburg und dem Luhdener SV pflastern seinen langen Weg.

Der Vater einer Tochter und eines Sohnes und Opa von vier Enkelkindern – „Die sind unser ganzer Stolz“ – wünscht sich für die Zukunft eine glückliche Zeit im Rahmen seiner Familie. „Ich werde in diesem Jahr 78, bin noch fit und möchte noch lange meinen Hobbys Walken, Radfahren, Schwimmen mit anschließenden Saunabesuchen nachgehen können.“ von Peter Blaumann

Region/Schaumburg SV Engern (Herren) SV Engern Kreisliga Schaumburg TSV Steinbergen (Herren)

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige