11. Oktober 2018 / 09:25 Uhr

Kostenexplosion: Dynamo Dresden müsste Mehrkosten für Trainingsgelände tragen

Kostenexplosion: Dynamo Dresden müsste Mehrkosten für Trainingsgelände tragen

Stefan Schramm
Ein modernes Trainingszentrum mit drei Großfeld- und zwei Kleinfeld-Fußballplätzen will die SG Dynamo Dresden im äußersten Norden der Schlachthofinsel am Messering (Allee oben) bauen. 
Ein modernes Trainingszentrum mit drei Großfeld- und zwei Kleinfeld-Fußballplätzen will die SG Dynamo Dresden im äußersten Norden der Schlachthofinsel am Messering (Allee oben) bauen.  © Architekturbüro O+M Dresden
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Unter der Baufläche am Ostragehege wurde belastetes Erdreich gefunden und muss nun entsorgt werden. Die Baukosten für das neue Trainingslager der SGD könnten dadurch extrem in die Höhe schießen. 

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Dynamo Dresden und sein dringend benötigtes neues Trainingszentrum am Messering im Dresdner Ostragehege – es ist ein steiniger Weg, der zu gehen ist. Zuerst waren aufgrund von Natur- und Hochwasserschutzbedenken umfangreiche Umplanungen notwendig, die die Erteilung der Baugenehmigung verzögerten. Für Aufregung sorgt ebenso ein mutmaßlicher Bombenfund bei Baugrunduntersuchungen auf dem Gelände, durch den am 23. Oktober mehr als 15 000 Dresdner evakuiert werden müssen. Explodieren könnten zu allem Überfluss aber auch die Baukosten. Der Grund: belastetes Erdreich, das beim Aushub eines Hochwasserrückhaltebeckens entdeckt wurde und nun zu entsorgen ist.

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Im neuen Trainingszentrum werden Profis und Nachwuchs auf mehreren Plätzen kicken können. Zur Galerie
Im neuen Trainingszentrum werden Profis und Nachwuchs auf mehreren Plätzen kicken können. ©
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Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sieht sich dadurch in den kritischen Fragen bestätigt, die sie bereits im Zusammenhang mit der Standortwahl und den baurechtlichen Bedingungen der jetzt beplanten Flächen gestellt hatte. Denn die Mehrkosten würden sich größtenteils dadurch ergeben, dass das Trainingsgelände zum Teil auf einer Fläche entstehen soll, die als Ausgleich für die 2011 eröffnete Straßenbahnlinie 10 ins Ostragehege angelegt worden war. Diese Ausgleichsfläche muss in einen anderen Bereich verlagert werden. Doch das wird durch die Altlasten um bis zu mehrere Millionen Euro teurer.

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Die Mannschaft betritt den Trainingsplatz im Großen Garten. Zur Galerie
Die Mannschaft betritt den Trainingsplatz im Großen Garten. © Steffen Manig

„Für die Verlagerung der baurechtlich verbindlichen Ausgleichsmaßnahme für die Straßenbahntrasse ins Ostragehege auf der Trainingsgeländefläche wurden die Kosten offensichtlich zu niedrig kalkuliert. Eine Steigerung von 2 bis 7,5 Mio. Euro laut Zeitungsberichten und die Aussage, dass Ablagerungen von bis zu fünf Metern Höhe im Vorfeld bekannt waren, werfen ein merkwürdiges Licht auf die im Vorfeld ermittelten Investitionskosten“, resümiert Grünen-Stadtrat Torsten Schulze, wirtschafts- und sportpolitischer Sprecher der Fraktion. Dabei profitiere Dynamo davon, dass die bisherige Ausgleichsfläche, auf der der Verein nun bauen will, mit Fördermitteln bereits von alten Gebäuderesten und Fundamenten und Gewölbe befreit worden war.

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1.FC Magdeburg - SG Dynamo Dresden (2:2) Zur Galerie
1.FC Magdeburg - SG Dynamo Dresden (2:2) ©

„Der Konflikt mit der Ausgleichsmaßnahme hätte nach unserer Auffassung vermieden werden können, wenn die Trainingsplätze und das neu zu bauende Funktionsgebäude auf die Fläche südlich der jetzt vorgesehenen Fläche, sprich in Richtung Futterställe, verschoben worden wäre“, so Torsten Schulze weiter. Damit hätten Kosten für den zusätzlichen Flächenerwerb und die Herrichtung der Ausweichfläche gespart werden können, argumentiert er. „Der Vorhabenträger und der Verein haben sich trotz dieser Empfehlung anders entschieden. Ich sehe Dynamo in der Pflicht für die getroffene Standortentscheidung selbst finanziell einzustehen“, fordert Torsten Schulze.

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Nun forderten mehrere Ausschussmitglieder, dass der städtische Vorhabenträger DGI und die Geschäftsführung des Vereins zur nächsten Sportausschusssitzung am 25. Oktober zu den aktuellen Entwicklungen beim Bau des Trainingsgeländes Stellung nehmen sollen. Und den Einsatz von Sportfördermitteln für die Altlastenbeseitigung, wie ihn Sport-Bürgermeister Peter Lames in Erwägung gezogen hatte, sehen die Grünen problematisch. „Die vorhandenen Sportfördermittel stehen nur begrenzt zur Verfügung und sind zudem zweckgebunden für andere Investitionen in Sportstätten. Ein weiterer Zuschuss der Stadt für das Dynamo-Trainingszentrum ginge eindeutig zu Lasten anderer Sportvereine und deren Sportstätten“, erklärt Torsten Schulze. Die Stadt will den Großteil der Mehrkosten über Umweltfördertöpfe finanzieren.

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