Mildenberg Kremmen Nach dieser Szene zeigten die Mildenberger Fairplay. © Screenshot Verein
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Kreisoberliga Oberhavel/Barnim: Schiedsrichter gibt Aufwandsentschädigung zurück

Fairplay in Mildenberg: Das Team führt einen ungerechtfertigten Elfmeter nicht aus - der Schiri verzichtet auf sein Honorar.

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Im ersten Moment war Marko Reiter der Grund der Zusammenkunft im Vereinsheim der SG Mildenberg nicht ganz klar, als Referee Tomy Richter kurz nach dem Abpfiff noch einmal beide Kapitäne zusammenholte. Dann war die Überraschung groß: „Man denkt ja nicht daran, dass sich ein Schiedsrichter für seine Leistung entschuldigen und seine Aufwandsentschädigung für die Mannschaftskassen zur Verfügung stellen will“, berichtet Reiter (29), der stellvertretende Kapitän des FC Kremmen 1920. „Wir haben uns angeschaut und fanden, dass es eine Super-Geste ist, sich zu entschuldigen, aber das mit dem Geld müsse gar nicht sein. Der Schiri hat dann aber darauf bestanden und gesagt, es sei ihm ein inneres Bedürfnis.“ Das Geld – jeweils 25 Euro – floss anschließend kurzerhand in das Budget des FCK für die Siegesfeier.

Schiedsrichterball statt Elfmeter

Ein ungewöhnliches Nachspiel der Kreisoberliga-Partie des FK Oberhavel/Barnim, dass die Kremmener Vertretung am Samstagnachmittag mit 3:1 für sich entschieden hatte – und der zweite bemerkenswerte Vorgang auf dem Sportplatz in der Ribbecker Straße: Bereits wenige Minuten vor dem Abpfiff hatte sich eine ungewöhnliche Szene zugetragen. Das Mildenberger Team hatte nach einem nicht gerechtfertigten Elfmeterpfiff beim Schiri interveniert, der beim Stand von 1:3 schließlich seine Entscheidung kurz vor dem Abpfiff zurücknahm und das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortsetzte. Auf einem Videomitschnitt ist kein elfmeterwürdiger Kontakt zu erkennen, sondern der Versuch, einen Elfmeter zu schinden.

Die Bilder zeigen SGM-Kapitän Dennis Moldenhauer, der sich unmittelbar danach mit Teamkameraden berät. Wenig später suchte der Spielführer das Gespräch mit dem Referee. „Das war echt super, gerade auch, weil es in den vergangenen Jahren oft hitzige und schwierige Spiele zwischen beiden Vereinen gegeben hat“, sagt Reiter über den nächsten Vorgang aus der Rubrik Idealismus. „Und bei den Wetterverhältnissen wäre bei einem Treffer für Mildenberg noch was gegangen.“ Nach dem Spiel habe auf dem Platz auch eine ganz ungewöhnliche Stimmung geherrscht, man habe aus Respekt vor dem Gegner nur dezent gejubelt.

Vorbildfunktion erwünscht

In einem Spiel unter schwierigen Bedingungen – starke Windböen fegten über die Sportanlage – hatte sich Kremmen in einem nicht unfairen Spiel drei Punkte im Aufstiegskampf gesichert. Die Leistung des Unparteiischen hatte Innenverteidiger Reiter übrigens gar nicht so schwach gesehen. „Er hatte vielleicht nicht seinen besten Tag, aber es war keine so schlechte Leistung, die Linienrichter haben mehrfach für Verwirrung gesorgt. Die Geste und die Entschuldigung nach dem Abpfiff aber waren in jedem Fall lobenswert. Fehler zuzugeben, sollte vielleicht ein Vorbild für andere Schiris sein.“ Genau so wie das Fairplay der Mildenberger.

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