31. Januar 2019 / 18:43 Uhr

Kris Foucault: "Wolfsburg war eine unglückliche Zeit"

Kris Foucault: "Wolfsburg war eine unglückliche Zeit"

Jürgen Braun
Grizzlys-Training, Kris Foucault in weiß
Mittendrin, aber leider nie dabei: Kris Foucault (weißes Trikot) wird seine Gehirnerschütterungsfolgen nicht komplett los. © Jürgen Braun
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Die Grizzlys Wolfsburg werden im Eishockey-Oberhaus höchstwahrscheinlich erstmals seit zehn Jahren die Play-Offs verpassen. Bitter: Torjäger Kris Foucault, der die Grizzlys wahrscheinlich mit in die Top Ten geschossen hätte, muss seit 35 Partien zuschauen.

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Seit dem siebten Spieltag liegt der Ausnahmespieler auf Eis

Immer, wenn man ihn im Training sieht, tut es weh. Man fühlt mit dem Spieler, der Woche um Woche im weißen Trikot (kein Körperkontakt) übt und einfach nicht zurück ins volle Programm kommt. Dann sieht man, wie Kris Foucault Pucks mit dem Schläger lässig aus der Luft pflückt und weiterverarbeitet, wie er ansatzlos Handgelenkschuss um Handgelenkschuss hart in die Maschen knallt. Und spürt so immer wieder, wie sehr dieser Ausnahmespieler, den Grizzyls fehlt. Seit dem siebten Spieltag ist er nicht mehr dabei, seit ihn Torsten Ankert versehentlich seitlich mit dem Schlittschuh am Kopf getroffen hatte, muss der elegante schnelle und trickreiche Außen rpausieren. Drei Tore und zwei Vorlagen hatte er bis dahin gebucht. Man mag gar nicht hochrechnen, wie viele Tore und wie viele Punkte den Grizzlys durch seinen Ausfall fehlen.

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Ein bisschen Gehirnerschütterung gibt es nicht

Das Problem mit Gehirnerschütterungen im Gegensatz zu fast allen anderen Verletzungen: Man muss hundertprozentig fit sein, die Verletzung darf keinerlei Probleme mehr machen. "Ein bisschen Gehirnerschütterung" gibt es nicht. Der 28-Jährige schafft den letzten Schritt nicht, wird nicht ganz symptomfrei. So lange er das nicht ist, kann ein weiterer schwerer Schlag auf den Kopf lebenslange Probleme nach sich ziehen. Tyler Haskins beendete deswegen seine Karriere im Frühjahr, bei den Grizzlys gingen schon Mark Voakes, Matt Dzieduszycki und Gerrit Fauser durch lange Zwangspausen wegen Gehirnerschütterungen. "Das ist für Außenstehende schwer zu verstehen", weiß Foucault. "Denn ich kann ja viel machen." Als Profi habe man nur einen Wunsch: spielen, nicht von außen zuschauen. "Es ist total frustrierend", sagt er. Vor einigen Wochen hatte er gedacht, er ist wieder soweit, doch es gab einen Rückschlag. Foucault: "Ab und an kamen die Probleme wieder."

Grizzlys Wolfsburg im Training, in weiß Alexander Weiß und Kris Foucault (im Hintergrund)

Das Wichtigste jetzt: Es geht voran

Er flog erneut zu Dr. Michael Collins, dem vielleicht größten Experten auf dem Gebiet der Gehirnerschütterungen bei Sportlern. Der machte ihm zumindest Hoffnung: "Es geht voran, und er ist zuversichtlich, dass es ausheilen wird." Das wäre für den Familienvater das Allerwichtigste. Viel wichtiger als das Wann. Der Torjäger könnte noch mindestens fünf Jahre auf hohem Niveau spielen, die tückische Verletzung macht ihm natürlich Sorgen. Im Winter brachte Gattin Brittany das zweite Baby zur Welt, Foucault, in dieser Zeit logischerweise unglücklich: "Ich kann meiner Frau gar nicht genug dankbar dafür sein, wie sie das alles gemanagt hat."

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Cole Cassels von den Grizzlys Wolfsburg und Patrick Buzas von der Düsseldorfer EG ©
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Foucault hofft auf Play-Offs und noch ein Comeback bei den Grizzlys

Noch einmal für die Grizzlys spielen - der Angreifer, der Wolfsburg nach der Saison verlassen wird, schließt es nicht aus und würde sich drüber freuen. Denn "es war einfach eine unglückliche Zeit in Wolfsburg". In der ersten Saison musste er sich einer Hüftoperation unterziehen, in der zweiten verpasste er auch Spiele und nun die Gehirnerschütterung. Ende Februar hat er einen weiteren Untersuchungstermin in Pittsburgh. Gibt es grünes Licht, könnte er in den Play-Offs, sofern die Grizzlys das Wunder vollbringen, noch eingreifen. "Die Jungs sollen durchziehen", sagt er, "dann hätte ich vielleicht noch eine Chance. Die Hoffnung ist klein, aber besser als keine."

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