09. März 2018 / 07:29 Uhr

Kriselnder ESV Delitzsch erwartet Krostitz

Kriselnder ESV Delitzsch erwartet Krostitz

Johannes David
Verkniffen: ESV-Trainer Tilo Ohlig hat Sorgen.
Verkniffen: ESV-Trainer Tilo Ohlig hat Sorgen. © Alexander Prautzsch
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Derby der Gegensätze in der Landesklasse Nord

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Delitzsch. Unterschiedlicher können Gefühlslagen nicht sein: Hier die seit geraumer Zeit kriselnden Hausherren vom ESV Delitzsch, die bis zur Hüfte im Abstiegsmorast der Fußball- Landesklasse stecken. Dort der FSV Krostitz, der momentan scheinbar sogar über nicht zugefrorene Seen spazieren kann. Spielt das alles wirklich keine Rolle, wenn beide Mannschaften am Sonnabend 15 Uhr im Stadion der Eisenbahner beziehungsweise auf dem Kunstrasen daneben aufeinandertreffen? Haben Derbys wirklich auch unter diesen Voraussetzungen ihre eigenen Gesetze?

ESV-Trainer Tilo Ohlig jedenfalls bemüht einen in solchen Fällen immer gern genommenen Satz, in dessen Botschaft eine schlichte Wahrheit steckt: „Wir können nur gewinnen.“ Können die Gäste aus dem Bierdorf im Umkehrschluss also nur verlieren? Coach Tobias Heede windet sich um eine konkrete Antwort: „Unser Anspruch ist es, das Derby zu gewinnen. Immer. Meiner Ansicht nach liegt der Druck klar bei Delitzsch. Wir wollen auswärts erfolgreicher sein als in der Hinrunde, wissen aber auch, was wir können, wenn wir klar im Kopf sind. Alles andere wird der Samstag zeigen.

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Den Eisenbahnern ist diese Selbstverständlichkeit abhanden gekommen, oder vielmehr war sie in dieser Saison überhaupt noch nicht da. Daran hat scheinbar auch der Abgang von Cheftrainer Mike Geppert nichts geändert. Unter Ohlig spielte der ESV eine blendende Vorbereitung, gewann acht von acht Spielen, doch mit dem ersten Pflichtspielauftritt war es vorbei mit der Leichtigkeit. 2:3 gegen Wurzen, 0:1 bei Rotation Leipzig – das sind die ebenso nackten wie bitteren Zahlen.

"Brauchen schnell ein Erfolgserlebnis"​

Der letzte Erfolg in der Landesklasse datiert weiterhin vom 30. September 2017. Das nagt. „Wir brauchen schnell ein Erfolgserlebnis, damit die Lust nicht verloren geht“, sagt Ohlig und ergänzt: „Man muss den Jungs Mut zusprechen, es ist ja nicht aussichtslos, auch spielerisch, aber irgendwann muss der Knoten eben platzen.“

Die Krostitzer dagegen schwimmen als Tabellendritter momentan auf einer Erfolgswelle, punkten selbst, wenn es nicht läuft. Wie am vergangenen Sonnabend im Spitzenspiel gegen Blau-Weiß Leipzig (1:1). „Das Ding hätten wir auch verlieren können“, gibt Heede unumwunden zu. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hin wollen. Gerade im Spiel nach vorne geht noch nicht viel.“

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Die Nöte des ESV klingen ganz ähnlich, gespickt mit dem zusätz- lichen Problem der Erfolglosigkeit. „Wir erarbeiten uns Chancen und kriegen die Nulle nicht rein, wahrscheinlich ist da doch etwas im Kopf drin, anders kann ich mir diese Blockade nicht erklären“, sagt Ohlig leicht verzweifelt. Gerade deswegen, weil die Eisenbahner in den Vorbereitungsspielen reihenweise die Netze kaputtschossen, aber jetzt wieder zweimal mit leeren Händen dastanden. „Wir arbeiten, rennen, machen und tun und belohnen uns selbst nicht für den Aufwand“, beschreibt der Übungsleiter das Kruzifix.

Küster und Knottenhahn sind zurück​

Personell sieht es bei den Hausherren immer besser aus. Patrick Küster ist nach seiner Gelbsperre zurück, das gilt auch für den zuletzt beruflich verhinderten Nico Kottenhahn. Noch mindestens ein oder zwei Wochen fehlen werden dagegen Franz Seebach und Johannes Bachmann. Die Krostitzer werden wohl mit nahezu voller Kapelle anreisen, lediglich Marc Sachse und Nico Geißler sind angeschlagen, ihre Einsätze entscheiden sich kurzfristig.

Auch der Ex-Delitzscher Enrico Köckeritz steht dem FSV wieder zur Verfügung, kommt aber nur für einen Kurzeinsatz in Frage. „Ihm fehlen vier Wochen Vorbereitung, das geht an keinem spurlos vorbei. Wir werden ihn langsam wieder ranführen“, kündigt Heede an. Oder hebelt das Derby etwa auch diese Gesetzmäßigkeit aus?

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