08. Juli 2018 / 16:16 Uhr

Kroatische Fans feiern in Grünau den Halbfinaleinzug ihrer Elf

Kroatische Fans feiern in Grünau den Halbfinaleinzug ihrer Elf

Thomas Fritz
Die Freude ist bei den kroatischen Fans groß: Kroatien besiegt Russland und spielt im WM-Halbfinale gegen England.
Die Freude ist bei den kroatischen Fans groß: Kroatien besiegt Russland und spielt im WM-Halbfinale gegen England. © Thomas Fritz
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Schnäpse, Flüche und Gebete: Beim Elfmeterschießen bangen die kroatischen Fans in Leipzig um die WM-Zukunft von Kroatien. Ungläubig feiern sie den Halbfinaleinzug und stoßen darauf an.

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Leipzig. Boban Zdjelaric bestellt sich zur Beruhigung erstmal einen Slivovic, einen Pflaumenschnaps. Seine Kumpels Tomislav und Darko – alle drei in kroatischen Trikots – müssen draußen frische Luft schnappen. Nach aufwühlenden 90 Viertelfinal-Minuten hält es im Restaurant „Dubrovnik“ in Grünau niemanden auf seinem Platz. Am Ende einer dramatischen Verlängerung und dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Russland erst recht nicht mehr. Die Fans hüpfen ungläubig auf und ab und schreien ihre Freude lauthals hinaus. Wirt Zdravko Knezovic spendiert eine Runde Schäpse. Und auch die deutschen Besucher freuen sich über den Halbfinaleinzug von Luka Modric, Ivan Rakitic & Co.

DURCHKLICKEN: So wurde im kroatischen Restaurant „Dubrovnik“ in Grünau das Spiel Russland gegen Kroatien verfolgt.

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Die 120 Minuten zuvor gleichen einer Achterbahnfahrt. Zu Spielbeginn herrscht großer Optimismus. „Ein Tor reicht uns“, sagte Wirt Zdravko lachend. Boban und Tomislav tippen auf ein 3:1 bzw 2:0. Nach der russischen Führung durch Denis Tscheryschew entgleiten ihnen die Gesichtszüge. Kroatische Flüche sind zu hören. Was er denn gesagt habe? „Das willst du lieber nicht wissen“, sagt Boban, der seit zehn Jahren in Leipzig lebt und ein Mario-Mandzukic-Trikot übergestreift hat. Hinter ihm hängt eine kroatische Flagge an der Wand, über der Tür zur Küche ein Schal des WM-Dritten von 1998. Immer wieder ist der Ruf „Hajdemo!“ (Auf geht’s!) zu hören. Es hilft.

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Nach dem 1:1 liegen sich zum ersten Mal alle in den Armen. „England wartet schon“, sagt Boban zufrieden. „Wenn nicht dieses Jahr, wann dann“ meint Tomislav angesichts des fortschreitendes Alters der kroatischen Stars. Die zweite Halbzeit bringt keine Entscheidung, aber nach dem 2:1 durch Domagoj Vida fliegt im Dubrovnik fast das Dach weg. Die deutschen Gäste an einem hinteren Tisch strecken die Hälse Richtung TV-Gerät. Dann der Schock: Russland gleicht in der 115. Minute aus. „Das ist nicht dein Ernst“ schimpft Darko. Wirt Zdravko starrt ungläubig zum Bildschirm. Elfmeterschießen! Boban bekreuzigt sich und schickt ein Gebet zum Himmel. Neben ihm kniet eine Anhängerin auf einer kroatischen Flagge und spricht ebenfalls zum Herrn. Tomislav steht in der Ecke und kann kaum hinsehen. Als Ivan Rakitic den letzten Elfer versenkt, muss halb Grünau die Freudenschreie gehört haben. Und jetzt ins Finale? Darko ist noch skeptisch. „Mit so einer Leistung wie gegen die Russen“, sagt er, „wird es gegen England schwer.“ Dann kann die kroatische Nacht beginnen.

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