11. Juli 2018 / 16:42 Uhr

Bizarre Trainer-Posse: Sarri vor Wechsel zu Chelsea – obwohl Conte noch da ist!

Bizarre Trainer-Posse: Sarri vor Wechsel zu Chelsea – obwohl Conte noch da ist!

Redaktion Sportbuzzer
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Maurizio Sarri oder Antonio Conte – wer ist in der kommenden Saison Trainer beim FC Chelsea?
Maurizio Sarri oder Antonio Conte – wer ist in der kommenden Saison Trainer beim FC Chelsea? © Getty
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Der FC Chelsea will Maurizio Sarri vom SSC Neapel als neuen Trainer ins Boot holen, ein Deal steht kurz bevor. Doch Landsmann Antonio Conte ist noch Chef beim London-Klub und will nicht gehen. Zurück kann Sarri nicht mehr – Napoli hat längst den Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti als neuen Mann installiert.

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Einen neuen Trainer verpflichten, obwohl der alte noch da ist – was der FC Chelsea in der Vorbereitung zur Saison 2018/2019 gerade macht, ist ungewöhnlich. Der Italiener Maurizio Sarri, derzeit noch beim Spitzenklub SSC Neapel unter Vertrag, soll seinen Landsmann Antonio Conte ersetzen. Der Haken: Noch ist Conte Chef an der Stamford Bridge und bereitet den amtierenden FA-Cup-Sieger auf dem Trainingsgelände Cobham auf die neue Saison vor. Chelsea hat inzwischen ein kurioses Trainerbillard losgetreten.

Neapels Präsident Antonio de Laurentiis bestätigte Chelseas Interesse an Sarri am Mittwoch offiziell auf einer Pressekonferenz. „Der Sarri-Deal ist auf der Zielgeraden, es liegt nur an ihm“, sagte de Laurentiis, der längst einen Nachfolger gefunden hat: Der frühere Bayern-Trainer Carlo Ancelotti leitet schon das Training der Italiener. Der Starcoach wurde bereits Mitte Mai als Sarri-Nachfolger installiert.

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Napoli und Chelsea haben virtuell zwei Trainer

Virtuell hat Neapel also aktuell zwei Trainer, denn Sarris Vertrag läuft noch bis 2020. Und Chelsea hat irgendwie auch zwei Trainer – denn Antonio Conte ist nur noch eine „lame duck“; seit geraumer Zeit arbeitet Chelsea an der Entlassung des Italieners, der zwar erfolgreich, aber auch unbequem war. Mit Stürmer Diego Costa hat er sich angelegt, mit der sportlichen Leitung ebenso. Pflegeleicht ist Italiens Ex-Nationaltrainer nicht, Spannungen sind bereits seit über einem Jahr verbürgt. Trotzdem erscheint der Umgang Chelseas mit dem Coach unwürdig.

Wer ist Maurizio Sarri?

In Neapel und London gibt es seit Wochen ein „skurriles Schauspiel um die beiden Trainer“, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt. „Meine Anwälte sind gerade in Gesprächen mit seinem Anwalt, um alles zu finalisieren“, sagt de Laurentiis. Es geht, natürlich, ums Geld. Chelsea verhandelt bereits seit Monaten mit den Italienern und dem 59-Jährigen über einen Wechsel, war bis dato aber nicht in der Lage, sich auf ein Ablösepaket zu verständigen. Das scheint sich nun geändert zu haben. Auch, weil Chelsea parallel einen weiteren Transfer fixiert.

Chelsea will Transferpaket mit Jorginho

Die Londoner sind nämlich dabei, den Transfer von Mittelfeldspieler Jorginho festzumachen. Der 26-Jährige soll etwa 50 Millionen Euro kosten, Chelsea sticht sogar Manchester City aus. „Ich habe mich vor 15 Tagen mit Manchester City geeinigt, deshalb muss ich mich entschuldigen“, erklärte de Laurentiis. Chelsea habe am Ende einfach das bessere Paket geliefert – kein Wunder, wenn man noch einen Trainer loswerden kann…

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Allein: Conte weigert sich noch, Chelsea zu verlassen – zumindest ohne die Abfindung in Höhe von 10 Millionen Euro, die ihm offenbar zusteht. Das ist Besitzer Roman Abramowitsch aber zu teuer. Seit rund einer Woche leitet der Italiener, der noch bis 2019 unter Vertrag steht, so das Training der Londoner, als wäre nichts gewesen. Mit einem Unterschied: Er wird von der offiziellen Website und dem Twitter-Kanal auf allen offiziellen Bildern nicht gezeigt.

Wie lange geht das Theater noch?

Das Ränkespiel um Conte und Sarri treibt mitunter bizarre Blüten: Offenbar wurden im Auftrag des Klubs und im Sinne von Sarri zum Trainingsauftakt E-Mails verschickt, wonach die Nicht-WM-Fahrer im Kader (unter anderem Superstar Cesc Fabregas) sich am Samstag und Sonntag zu Fitnesstests auf dem Gelände einfinden sollen. Conte antwortete sauer: Er habe noch immer das Sagen in Cobham – demonstrativ verschob er die Leistungstests auf den Montag. Noch ist schließlich er der Hauptdarsteller im scheinbar ewig aufspielenden Chelsea-Theater.

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