Lars Weißenberger auf der Trainerbank Lars Weißenberger auf der Trainerbank ©
Lars Weißenberger auf der Trainerbank

RB-Kapitän Kaiser: „Lars Weißenberger war eine Bereicherung für den Verein“

Der verstorbene Lars Weißenberger war über Vereinsgrenzen und Fußballligen hinweg beliebt.

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Leipzig/Borna. Von der Bundesliga bis in die Landesklasse – Lars Weißenberger war über Vereinsgrenzen und Fußballligen hinweg beliebt. Bei seinem letzten Arbeitgeber RB Leipzig betreute er jahrelang die U19 als Chef- und Co-Trainer. Dominik Kaiser kannte ihn von Beginn an und erklärt dem Sportbuzzer: „Trotz seiner Krankheit war er voller Energie und Leidenschaft dabei.“ Denn auch nach der erschütternden Diagnose der unheilbaren Erkrankung ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) widmete sich der fußballverrückte Weißenberger weiter seiner Leidenschaft.

„Dass er weiterhin im Nachwuchs gearbeitet hat, war für die Spieler etwas Besonderes. Uns es hat ihm auch viel zurückgegeben“, sagt der Bundesliga-Kapitän. So lange wie möglich schaute er live die Spiele von RB Leipzig an und suchte das Gespräch mit den Profis im VIP-Raum. Kaiser, der die U19 als Pate eng begleitete, sagt über Weißenberger: „Er war eine Bereicherung für den Verein“.

R.I.P., Lars! Mein tiefes Mitgefühl deiner Familie!

Geplaatst door Dominik Kaiser op maandag 3 juli 2017

Nicht nur bei RBL wird der am Sonntag mit 40 Jahren in einem Hospiz gestorbene Weißenberger unvergessen bleiben. Auch in seinem Geburtsort und dem Heimatverein wurde er als Fußballer und Mensch enorm geschätzt. Ingo Dießner, Vorsitzender des Bornaer SV, erfuhr von dem Trauerfall im Italien-Urlaub. „Es ist schrecklich, dass jemand in dem jungen Alter so eine Krankheit erleiden muss.“

Doch er beschreibt ihn auch als unermüdlichen Kämpfer und stolzen Vater, der es sich trotz seiner Krankheit nicht nehmen ließ, immer wieder Spiele seines Sohnes beim Nachwuchs des Bornaer SV anzuschauen. Zuletzt ließ er sich auch von seiner Frau im Rollstuhl noch an den Spielfeldrand fahren.

Am Ende hatte ihn die Krankheit so sehr im Griff, dass er nicht mehr die Hand geben oder sprechen konnte. „Es war schwierig, das mit anzuschauen“, sagt Jens Wagner. Er kickte einst mit Weißenberger in der ersten Mannschaft des Bornaer SV, trainiert inzwischen seinen zwölfjährigen Sohn. „Man kennt ihn als Kraftpaket und vorbildlichen Sportler und dann kann er irgendwann nichts mehr selbst machen. Das hat mich schwer erschüttert“, erklärt Wagner.

ALS ist eine unheilbare Krankheit, die das motorische Nervensystem angreift. Symptome sind Lähmungen, Kraftlosigkeit sowie Schluck-, Atem- und Sprechstörungen. Ingo Dießner, Vorsitzender des Fußballlandesligisten Bornaer SV, sagt: „Erschreckend für mich, wie schnell es bei Lars ging und wie stark sich sein Zustand verschlechtert hat.“ 2014 wurde die Krankheit bei Weißenberger diagnostiziert. Im selben Jahr erlangte die seltene Erkrankung durch die Spendenkampagne „Ice Bucket Challange“ in den sozialen Medien eine enorme Aufmerksamkeit.

Wann der Familienvater beigesetzt werden soll und ihm auch die Fußballgemeinde die letzte Ehre erweisen kann, ist noch nicht bekannt.

An diesem Sonntag veranstaltet RB Leipzig sein erstes Golf-Charity-Turnier auf dem Golfplatz in Machern. Alle Einnahmen kommen der Leukämien- und ALS-Forschung zugute. RBL-Sportdirektor Ralf Rangnick wird das Turnier um 10.30 Uhr eröffnen.

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