janek sternberg Janek Sternberg (re.) im Trikot von Ferenczáros Budapest. © Ferenczáros Budapest
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Leezener Fußballprofi Janek Sternberg im Interview

Ehemaliger Werder-Spieler kickt jetzt bei Ferenczáros Budapest

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Ende Januar startete Janek Sternberg zu einer Reise ins Ungewisse. Der Fußballprofi löste seinen Vertrag beim Bundesligisten Werder Bremen auf und unterschrieb einen Vertrag beim ungarischen Meister Ferencváros Budapest, der vom früheren HSV-Coach Thomas Doll trainiert wird. Nach 25 Erstligaspielen war der Linksverteidiger, der in Leezen aufgewachsen ist und über die Stationen SV Eichede und Hamburger SV an die Weser gekommen war, in Bremen ins Abseits geraten. Mitarbeiter Nils Steenbock sprach mit dem 24-Jährigen.

In dieser Saison kamen Sie nur zwei Mal in der Bundesliga zum Einsatz. Dann wurden Sie bei Werder zurück zu den Amateuren geschickt. War das der ausschlaggebende Grund für den Wechsel?

Sternberg: Mir fehlte die Spielpraxis, nur zu trainieren erfüllt einen nicht. Cheftrainer Alexander Nouri hat mir angeboten, mich über die Amateure zu empfehlen und mir gesagt, dass es sehr schnell wieder nach oben gehen könne. Aber ich wollte meinen Ruf als U23-Spieler endlich loswerden. Als Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen muss man immer eine Klasse besser sein als derjenige, der neu zum Verein kommt. Bei Ferencváros genieße ich einen ganz anderen Stellenwert.

Wie kam der Transfer zu Ferencváros zustande?

Sternberg: Kurz vor Weihnachten hat Thomas Doll mich angerufen. Am Telefon habe ich gemerkt, dass er sich nicht nur ein, zwei Videos von mir angesehen hat, sondern sich wirklich mit mir beschäftigt hat. Dann hat Ferencváros bei Bremen das Interesse an meiner Verpflichtung offiziell bekundet. Mein Berater hat sich danach um alles gekümmert. Aber auch ich selbst habe unheimlich viel telefoniert.

5sp-hfr, janek sternberg interview budapest, unterschrift Janek Sternberg bei der Vertragsunterschrift in Budapest. © Ferenczáros Budapest

Wie wichtig waren finanzielle Gründe?

Sternberg: Auch finanzielle Gründe spielen natürlich eine große Rolle. In erster Linie ist es aber die Chance, wieder zu spielen. Sobald es sportlich gut läuft, kommt das Finanzielle von alleine.

Gab es andere Angebote?

Sternberg: Ich habe auch mit Alexander Zorniger von Brøndby Kopenhagen gesprochen, aber Thomas Doll hat mich mehr überzeugt.

5sp-hfr, janek sternberg, budapest  interview Hat sich in Budapest etabliert: Janek Sternberg. © Ferenczáros Budapest

Wie hat Ihr Umfeld ihre Entscheidung aufgenommen?

Sternberg: Als ich im Sommer 2013 von Hamburg in die U23 nach Bremen gewechselt bin, war es schon ein großer Schritt für mich. Der Wechsel ins Ausland hat mir viele schlaflose Nächte bereitet. Meine Mutter war am Anfang nicht so begeistert. Von Bremen aus war ich schnell zuhause. Das ist jetzt natürlich nicht mehr so. Aber meine Familie und Freunde kommen mich hier besuchen.

Wie groß ist die Umstellung?

Sternberg: Riesig, allein wegen der Sprache. Im Verein sprechen viele Deutsch und es sind auch einige deutsche Spieler hier, aber eigentlich rede ich den ganzen Tag Englisch. Bisher habe ich im Hotel gewohnt. Den ganzen Tag in einem Zimmer zu sein, ist schon nervig, daher bin ich in meiner Freizeit viel in der Stadt unterwegs gewesen. Aber jetzt habe ich eine Wohnung gefunden. Mein Vater Ronald hat den Umzug von Bremen nach Budapest organisiert und meine Freundin Mareike zieht zu mir.

Wie würden Sie den Fußball in Ungarn beschreiben?

Sternberg: Ich bin richtig positiv überrascht. Der Verein ist super aufgestellt. Das Stadion ist hochmodern, besser als einige Arenen in der Bundesliga. Das Trainingsgelände ist riesengroß. Fußballerisch kann man die ungarische Liga nicht mit den Topteams der Bundesliga gleichsetzen, aber das Niveau ist hoch. Ich würde es mit der 2. Liga vergleichen.

Ferencváros gehört zu den Spitzenvereinen.

Sternberg: Es ist auf jeden Fall ein anderes Gefühl, in einem Team zu spielen, das oben steht. Man merkt nach einer schwächeren Phase eine kleine Aufbruchstimmung. Unsere Ziele sind Meisterschaft und Pokal sowie das Erreichen der Quali-Runde für den internationalen Wettbewerb.

Wie würden Sie persönlich Ihren Start bewerten?

Sternberg: In Bremen musste ich zum Schluss darauf hoffen, am Wochenende im Kader zu sein. Jetzt darf ich spielen. Es ist schön, darauf die Woche über hinzuarbeiten. Natürlich habe ich mir gewünscht, in Bremen Stammspieler in der Bundesliga zu werden. Einen Verein wie Ferencváros gefunden zu haben und hier zu spielen, ist aber eine super Sache.

Sie haben bis 2019 Vertrag. Können Sie sich vorstellen, länger in Budapest zu bleiben?

Sternberg: Ich habe keinen Plan aufgestellt, wie es in fünf Jahren aussehen soll. Dafür ist das Fußballgeschäft zu
schnelllebig. Ich will hier gute Leistungen zeigen. Ob über 2019 hinaus, wird sich dann zeigen.

Region/Kiel Region/Lübeck Region/Bremen Janek Sternberg (SV Werder Bremen)

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