Proppevoll: Beim Public Viewing am Bayerischen Bahnhof warten hunderte Fans auf das erlösende Tor. © Christian Modla

Leipzig jubelt mit Kimmich & Co.

Arena am Portikus platzt beim letzten EM-Vorrundenspiel gegen Nordirland aus allen Nähten

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Leipzig. Gary Bell, der Nordire, der in Leipzig Englisch lehrt, sollte nicht Recht behalten. Von wegen, Deutschland unterschätzt die Truppe von der grünen Insel. Ganz im Gegenteil. Trotz des 1:0-Minimal-Ergebnisses hatte die DFB-Elf alles im Griff.

Doch die Vielzahl der vertanen Chancen trieb den Leipziger Fans nicht nur Schweißperlen ins Gesicht – dafür war die Sonne zuständig – sondern auch Falten. Vor allem die Damen dürften bei den Public-Viewing-Spektakel wohl etwas mehr gealtert sein als die männlichen Pendants. Denn Fußball ist längst auch bei den Girls salonfähig. Noch vor Guido Schäfer bemerkte das Tom Scheunemann, der MDR-Reporter, der gestern zum herzerwärmenden Experten-Talk am Portikus erschienen war.

Während die Herren auf der Bühne fachsimpelten, hatten die Mädels in den Müller- und Hummels-Trikots nur ein Thema. Platt gesprochen ging es darum, wer der heißeste Feger auf dem Platz ist. Obwohl schon bei der Verkündung der Aufstellung dem geneigten Fan auffiel, dass der Jogi (Joachim Löw, seines Zeichens Nationaltrainer) in der Tat die Sense angesetzt hatte. Endlich durfte auch Joshua Kimmich auflaufen. Der 21-Jährige wurde bekanntlich von Pep Guardiola von RB zu den Bayern gelotst. Und der Gute debütierte bei der EM. Und das ansehnlich. „Schön zu sehen, dass er nicht nur da ist, um den Bus vollzumachen“, kommentierte Scheunemann in der proppevollen EM-Arena am Bayerischen Bahnhof. „Junges frisches Blut tut der Mannschaft gut“, prognostizierte der MDR-Mann gegenüber Talk-Moderator, Ex-Grätschenkönig und LVZ-Chefreporter Schäfer.

Kimmich und Mario Gomez die Töppen schnüren zu lassen, anstatt Julian Draxler und Benedikt Höwedes (eingewechselt in der 76. Minute für Jerome Boateng), sollte sich als richtig erweisen. Der frühere Leipziger leitete Torchancen en masse ein, Gomez netzte letztendlich zum erlösenden 1:0-Sieg, und das bereits in der 30. Minute.

Das bekamen auch die weiblichen Fans mit, die vorher bei den Gelegenheiten von Thomas Müller schon tausend Tode gestorben waren. „Ich verstehe das nicht“ oder „Oh hat der Pech“ beziehungsweise „Da war er so was von frei“ wurde von den Damen gefachsimpelt. Aber immerhin auch: „Kimmich aufzustellen war Jogis beste Entscheidung.“

Zwischen all den Szenen schnatterten die Mädels, als ob es kein Morgen gäbe. Über Fotos, über die Arbeit und letztlich auch über die Beaus der EM. Während bei den jüngeren Damen Toni Kroos punktete, war es bei den älteren eher Mats Hummels.

Fans, die dem entgehen wollten, zog es in die Pubs. Im Noels Ballroom regierte die Entspanntheit, im Killiwilly platzte der Freisitz aus allen Nähten. Nur, dass an diesem Abend im Irish-Pub kein Nordire gesehen ward. Schade.

Public Viewing Deutschland - Nordirland

Region/Leipzig

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