11. Oktober 2018 / 07:22 Uhr

Leroy Sané: So tickt das Mysterium des deutschen Fußballs

Leroy Sané: So tickt das Mysterium des deutschen Fußballs

Robert Hiersemann und Heiko Ostendorp
Leroy Sané ist einer der Hoffnungsträger des deutschen Fußballs.
Leroy Sané ist einer der Hoffnungsträger des deutschen Fußballs. © imago/Team 2
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Leroy Sané spricht über seine neue Rolle auf und neben dem Platz. Für viele bleibt das Supertalent ein Mysterium. Der SPORTBUZZER klärt auf.

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Wer Leroy Sané begegnet, bekommt eigentlich sofort gute Laune. Das liegt vor allen Dingen an seiner Erscheinung. Der Wuschelkopf mit den tiefbraunen Augen ist einfach ein cooler Typ – manchmal allerdings vielleicht etwas zu cool.

Oft ist es ein schmaler Grat zwischen Lockerheit und Arroganz. Und genau auf diesem bewegt sich Sané seit seinem Wechsel zu Manchester City 2016. Oder spätestens, seitdem er in der vergangenen Saison mit den „Blues“ Meister und zum besten Nachwuchsspieler der Premier League gekürt wurde.

Der Junge aus dem Ruhrpott fällt auf, er polarisiert – auf und neben dem Platz. Seine Dribblings und Raketenantritte sind mittlerweile in ganz Europa gefürchtet. Sein Style wird inzwischen von vielen Teenagern in Deutschland und auf der Insel kopiert. Doch irgendwas ist auch merkwürdig an diesem begnadeten Fußballer, auf dessen Dienste Joachim Löw bei der WM verzichtete – trotz dessen überragenden Leistungen vergangene Saison bei ManCity.

„Ich muss für Leroy mal eine Lanze brechen. Er ist weder charakterschwach noch sonst was“, meinte Julian Draxler gestern in Berlin. Sein Kumpel aus Schalker Zeiten, bei Paris St. Germain ebenfalls bei einem Topklub unter Vertrag, sah sich offenbar genötigt, diese Sätze zu sagen. Sané saß daneben und schmunzelte lässig.

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Als er sich selbst äußern musste, ging dem Offensivallrounder plötzlich seine Leichtigkeit verloren. Sein Blick wurde oft ernst, seine Antworten waren meist trocken und knapp. Er habe kein Problem mit Kritik, beteuerte Sané. „Ich finde es sogar gut, wenn mir jemand sagt, was er gut oder schlecht an mir findet.“ Er wolle weiter hart an sich arbeiten, um den Bundestrainer zu überzeugen, „dass er in Zukunft nicht mehr auf mich verzichten kann.“ Und zu seiner nonchalanten Art meinte er: „Es ist nicht so, dass mir alles egal ist. Ich will, dass wir alle zusammen gut aussehen. Für den ein oder anderen sieht es vielleicht manchmal anders aus, aber das ist okay für mich. Ich respektiere es.

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Sané ist und bleibt ein kleines Mysterium. Egal, wo man sich über ihn erkundigt, sind die Meinungen extrem gespalten. Frohnatur, Wunderkind, cooler Hund sagen die einen. Abgehoben, charakterschwach, unreif die anderen. Er würde sein Talent vergeuden, sei nicht ausreichend fokussiert, bräuchte öfter mal einen Tritt in den Hintern. Das sagte zuletzt sogar Toni Kroos. Doch auch diese Kritik lächelte Sané locker weg: „Das ist immer wieder ein neuer Ansporn für mich. Ich habe die letzten Monate viel dazu gelernt.

Darauf hoffen auch die Verantwortlichen beim DFB, die sehr wohl wissen, was für ein Jahrhunderttalent sie da in ihren Reihen haben. „Er hat seine Nichtnominierung sehr gut verkraftet und kann bei uns eine ganz wichtige Rolle spielen“, sagte Löw-Assistent Marcus Sorg. Kann, sagte er - nicht wird…

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Ähnliche Sätze sind auch immer wieder von Pep Guardiola zu hören. Der Trainer von Manchester City ist eine Art Vaterfigur für das deutsche Juwel – und so behandelt er ihn auch. Mal straft er ihn ab, setzt ihn auf die Bank oder streicht ihn sogar aus dem Kader. Mal schwärmt er in den höchsten Tönen vom „German Wunderkind“, wie sie Sané auf der Insel nennen.

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Im September wurde der 22-Jährige zum ersten Mal Vater. Seine Freundin Candice Brook brachte die gemeinsame Tochter Rio Stella zur Welt. Candice ist neun Jahre älter als Leroy, war zuvor mit dem Skandal-Rapper Chris Brown zusammen, hat bereits zwei Kinder. Hat ihn die Geburt seines Kindes verändert? „Nicht viel“, sagte Sané. „Als Papa ist es gut.“

Leroy Sané - der neue Hoffnungsträger? Stimmt ab!

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