22. Januar 2015 / 17:29 Uhr

Leserbrief zu Problemen im Schiedsrichterwesen Brandenburgs

Leserbrief zu Problemen im Schiedsrichterwesen Brandenburgs

Ingo Muhme
Leserbrief zu Problemen im Schiedsrichterwesen Brandenburgs USER-BEITRAG
Leserbrief zu Problemen im Schiedsrichterwesen Brandenburgs © dpa
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Ingo Muhme macht seinem Frust in einem Leserbrief Luft und bringt dabei ein paar konstruktive Verbesserungsvorschläge an.

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Leider wurde mein Leserbrief in der Presse am 22.01.2015 stark gekürzt veröffentlicht und hat so mein Anliegen überhaupt nicht richtig rüber bringen können.

Deshalb allen Interessierten mein (ungekürzter!) Leserbrief zu einem Artikel, der da hieß „Verband fehlen 50 Referees“

Die Problematik der fehlenden Schiedsrichter betrifft ja nun mal nicht nur den Fußballkreis Oberhavel/Barnim. Trotzdem möchte ich näher auf die Ansätze von Schiedsrichter-Chef Michael Reichert eingehen. Dass man stolz sein kann, die Kreisliga mit Assistenten zu besetzen, ist aus meiner Sicht sehr oberflächlich betrachtet. Denn der Anspruch der Vereine auf Qualität geht leider mit dem Dargebotenen weit auseinander. Die oftmals sehr jungen Schiedsrichter, die ihre Erfahrungen an der Linie gleich im Herrenbereich machen sollen, sind logischer Weise überfordert und werden in meinen Augen dadurch auch „verheizt“. Für die Schiedsrichter wird die Aufgabe dadurch auch nicht leichter, muss man sich noch zusätzlich auf die Handlungen der Referees an der Linie konzentrieren. Für mich ist das Besetzen der Kreisliga mit Schiri-Teams ein „über das Kniebrechen“ und aus meiner Sicht auch nicht erforderlich. Ich weiß durch Gespräche mit Schiedsrichtern, dass sie oftmals doch dann lieber die Spiele in alleiniger Verantwortung leiten würden. Ich bin seit 2009 im Barnimer Fußball mit GW Ahrensfelde unterwegs, war vorher 33 Jahre als Schiedsrichter in Berlin tätig und habe mich schon immer gefragt, warum gibt es bei Spielen ohne angesetzte Assistenten keine Vereins-Linienrichter? Dies ist für mich ein absolutes Manko. Diese sollten nach vorheriger Absprache mit dem Schiedrichter nur Anzeigen, wenn der Ball im Aus ist. Das bedeutet schon eine immense Unterstützung für den Spielleiter und nimmt die Vereine auch irgendwie in die Pflicht sich noch mehr mit dem Thema Regelkunde und Schiedsrichterei auseinanderzusetzen. Nun ist man als Landesverband Brandenburg und auch Kreis Oberhavel/Barnim sehr nah am Berliner Fußball-Verband. Warum übernimmt man nicht viele Dinge, die sich positiv auf den weiteren Ausbau des Schiedsrichterwesens auswirken könnten? Da fällt mir sofort, um nur ein Beispiel mit weitreichender Wirkung zu nennen, der „Regelkunde-Ausweis“ ein. Dieser berechtigt Spiele im Nachwuchs zu leiten, bei denen kein Referee angesetzt ist. Bei mir im Verein wurde schon angefragt, ob es in Brandenburg so etwas gibt. Ich denke, dass diese kleine Grundausbildung für Einige ein Schritt in eine richtige Schiedsrichter-Karriere sein könnte.
Dann liest man viel von Soll und Ist, daraus resultierenden Sanktionen, Altersbegrenzungen u. s. w. Für mich stellt sich dabei die Frage, was tut denn der Verband überhaupt, um seine Vereine zu motivieren Schiedsrichter auszubilden? Viel ist mir da nicht bekannt. Auch wieder ein Beispiel aus Berlin. Hier werden Vereine genauso wie in Brandenburg bestraft, wenn man zu wenig Referees zum Einsatz bringt. Aber, ist die Liste der Aktiven über dem Soll, dann belohnt man die Vereine finanziell. Und wenn ich nur an die finanziellen Belastungen der Gemeinschaften denke, wenn man Interessierte zum Lehrgang schicken möchte. Zur letzten Ausbildung im November hatte der Kreisverband 85 Euro aufgerufen und was ich dabei sehr witzig fand, waren die 5 Euro für den Schiri-Ausweis. All diese Gebühren gibt es in Berlin nicht, dort geht man sogar soweit, dass erfolgreich Ausgebildete in den beiden Folgejahren noch einen Ausrüstungs-/Bekleidungszuschuss bekommen. Leider, so scheint es mir, ist der Brandenburger Landesverband finanziell nicht so gut aufgestellt, um die Vereine motivierend noch mehr in die Verantwortung zu nehmen. Bis dato habe ich das Gefühl, dass der Verband im Glauben ist, nur über Sanktionen die Vereine zu bewegen, mehr für die Schiedsrichterei zu tun. Das ist aus meiner Sicht aber der falsche Weg. Ein durchdachtes „Anfüttern“ der Vereine sollte mehr bringen, einfach nur schon der Fairness halber gegenüber den Gemeinschaften, die sich auch um die genannte Problematik intensiver kümmern. Wer auf dieses Boot nicht mit aufspringt, muss sich dann Halt den „Bestrafungen“ beugen. Ich möchte den Verantwortlichen im Brandenburger Fußball keine Kopie der Organisation aus dem Berliner Bereich nahe legen, aber Ideen und Anhaltspunkte könnte man getrost übernehmen um das Schiedsrichterwesen im eigenen Bereich weiterzubringen.

Ingo Muhme
SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde e. V.

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