15. August 2018 / 08:18 Uhr

Lok-Hauptsponsor Wernze: „Leipzig müsste Dietrich Mateschitz ein Denkmal bauen“

Lok-Hauptsponsor Wernze: „Leipzig müsste Dietrich Mateschitz ein Denkmal bauen“

Guido Schäfer
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ETL-Chef Franz-Josef Wernze 
ist auch Hauptsponsor beim 1. FC Lok Leipzig
ETL-Chef Franz-Josef Wernze ist auch Hauptsponsor beim 1. FC Lok Leipzig © Christian Modla
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Millionär, Unternehmer, Fußball-Liebhaber: Franz-Josef Wernze über das DFB-Pokalspiel seiner Viktoria gegen RB Leipzig, die schnellen Beine von Timo Werner, die schnellen Augen des Ex-Rasenballers Tobias Willers, infrastrukturelle Begrenztheit rund um den Kölner Sportpark Höhenberg, die Umstellung auf Profitum bei Lok Leipzig und ein fehlendes Denkmal in der Heldenstadt.

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Köln. Franz-Josef Wernze hat unlängst seinen 70. Geburtstag gefeiert, steht nach wie vor jeden Morgen um 5 Uhr auf und leitet in 80-Stunden-Wochen sein Steuerberatungsimperium – die European Tax and Law AG. Der ETL-Chef ist Kölner und greift vier Fußball-Clubs unter die Arme. Germania Windeck, Lok Leipzig, Lechia Danzig und Viktoria Köln. Wernzes Firmengruppe umfasst 800 Kanzleien mit 7800 Mitarbeitern davon 3800 im Osten der Republik. Umsatz: Eine geschmeidige Milliarde Euro.

Herr Wernze, Ihr Abwehrchef Tobias Willers glaubt an eine Außenseiterchance im Pokal gegen RB Leipzig. Sie auch?

Wenn alle Mann fit wären, hätten wir vielleicht eine Mini-Chance. Uns fehlen aber fünf wichtige Jungs, darunter unser bester Mann Mike Wunderlich. Wir werden alles geben und unsere Fans werden wie ein Mann hinter uns stehen. Aber realistisch betrachtet wird es gegen RB nicht reichen. Ich tippe auf ein 3:1 für Leipzig.

RB muss am Donnerstag in Craiova ran. Könnte ein langer zehrender Abend mit Verlängerung et cetera werden.

Die kommen ohne weiter. Und eine Mannschaft dieser Qualität kann in drei Tagen zweimal ran.

Auf wen, auf was freuen Sie sich besonders?

Es ist ein Highlight für uns alle, vor allem für unsere Spieler und Fans. Wir wollen gemeinsam mit Leipzig ein Fußballfest feiern. Bisher haben wir rund 500 Karten nach Leipzig verkauft, an dieser Front darf sich gerne noch etwas tun. Ein Wochenende in Köln – was gibt es Schöneres? Ich persönlich freue mich auf Timo Werner. Wenn der Mann loszieht, ist er nicht zu halten.

Ein Sprintduell mit Herrn Willers hätte seine Reize...

Werner hat schnelle Beine und Willers schnelle Augen. Im Sprint sollten wir einen anderen gegen Werner ins Rennen schicken. Tobias Willers ist übrigens einer der besten Neuzugänge, die wir je geholt haben. Fußballerisch und menschlich.

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Sie und Ihre Viktoria basteln seit ewigen Zeiten am Drittliga-Aufstieg. Wann klappt‘s?

Hoffentlich diesmal. Im Mai hat uns Uerdingen auf der Zielgeraden mit acht Siegen hintereinander abgefangen.

Mit einem Aufstieg müssten Sie in Ermangelung an Parkplätzen raus aus dem Sportpark Höhenberg.

Ja, der Sportpark liegt in einem Naturschutzgebiet.

Also Umzug ins Südstadion von Fortuna Köln?

Zumindest temporär wäre das die einzige Alternative. Die Stadt Köln muss sich an dieser Stelle bewegen. Köln braucht ein drittes Stadion, das Profiansprüchen genügt.

Und Leipzig ist eine Stadt, die zwei Proficlubs vertragen kann.

Sie sagen es. Warum sollte es der 1. FC Lok nicht hinter RB Leipzig in den Profifußball schaffen?

Franz Josef Wernze und der damalige Viktoria-Coach Heiko Scholz. 
Franz Josef Wernze und der damalige Viktoria-Coach Heiko Scholz.  © www.deinsportplatz.de
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Der, sagen wir, richtige Profifußball fängt in der 3. Liga an. Lok ist noch viertklassig und reißt dort aktuell noch keine Bäume aus.

Lok trainiert jetzt unter Profibedingungen. Das wird die Spieler besser machen. Ich bin bei allem Optimismus nicht davon ausgegangen, dass Lok ganz oben mitspielt. Für mich sind Chemnitz und Erfurt die heißesten Favoriten. Die Lok-Fans sind wie auch unsere in Köln kritisch, sehen aber auch, was machbar ist.

Heiko Scholz ist ...

... Lok. Und Lok ist Heiko. Das passt.

Mit Ihrem Engagement in Polen sind Sie ...

... sehr zufrieden. Lechia Danzig ist Vierter in der ersten Liga, es spielen dort viele junge, gute Spieler. Die Jugendarbeit ist hervorragend.

Und eines fernen Tages befruchten sich Ihre Clubs gegenseitig.

Das ist frühestens möglich, wenn die Viktoria und der 1. FC Lok die dritte Liga erreicht haben. Und, ja, das ist eines unserer Ziele.

Wie gefällt Ihnen RB Leipzig?

Die Stadt müsste Dietrich Mateschitz ein Denkmal setzen, er hat den großen Fußball nach Leipzig gebracht.

Das dürfte man bei der blau-gelben Fraktion nicht so gerne hören.

Ich sage immer, was ich denke. Wenn Mateschitz vor den Toren Kölns gestanden hätte, hätte ich ihm auf dem Weg zur Viktoria Rosenblätter gestreut.

Ralf Rangnick ...

... war und ist der wichtigste Mann, den Mateschitz geholt hat. Rangnick brennt für den Verein und für Erfolg. Er könnte jetzt auf der Tribüne Champagner trinken und steigt lieber wieder in einen Trainingsanzug. Bewundernswert.

LVZ-Chefteporter Guido Schäfer ist am Mittwoch, 16 Uhr, Gast bei der MDR-Sendung „MDR um 4“. Moderator René Kindermann wird mit Ex-Fußballprofi Schäfer über dessen neues Buch,  den Fußball im Osten und vieles mehr sprechen.

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