15. Oktober 2018 / 10:07 Uhr

Lothar Matthäus: So würde ich gegen Frankreich aufstellen - vier Stars des FC Bayern gestrichen

Lothar Matthäus: So würde ich gegen Frankreich aufstellen - vier Stars des FC Bayern gestrichen

Redaktion Sportbuzzer
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Lothar Matthäus fordert tiefgreifende Veränderungen bei der deutschen Nationalmannschaft
Lothar Matthäus fordert tiefgreifende Veränderungen bei der deutschen Nationalmannschaft © imago/Eibner
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Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus fordert von Joachim Löw vor dem Spiel in Frankreich umfangreiche Veränderungen in der Startelf. Bayern-Torwart Manuel Neuer müsse pausieren und ein "Jahrhundert-Talent" spielen.

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Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus verlängert die Liste der Kritiker von Bundestrainer Joachim Löw und fordert vor dem Nations-League-Spiel am Dienstag bei Weltmeister Frankreich weitreichende personelle Veränderungen. In seiner Sky-Kolumne erklärt der frühere Weltfußballer, wie er in Paris aufstellen würde und welche Stars bei ihm derzeit jeglichen Kredit verspielt haben. Ergebnis: Im Vergleich zum 0:3-Debakel am Samstagabend in Holland stehen in der Matthäus-Startelf nominell sechs neue Kräfte. Vier Spieler des derzeit kriselnden FC Bayern finden keine Berücksichtigung mehr. Auch der Kapitän ist raus.

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Bayern-Torhüter Manuel Neuer ließ in Amsterdam die alte Sicherheit vermissen. Nach Ansicht von Matthäus müsste daher Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona zwischen die Pfosten rücken. Der ehemalige Gladbacher zeige "seit Jahren Weltklasse", urteilt Matthäus: "Ich finde, er hätte langsam die Chance verdient, ein wichtiges Spiel von Anfang an zu bestreiten, selbst wenn Neuer zur Verfügung stünde." Zumal die Achse um Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels, Toni Kroos und Thomas Müller "den Laden aktuell überhaupt nicht im Griff" habe.

Matthäus: Kein Verständnis für Hummels

Folglich rät Matthäus auch zu einer kompletten Veränderung der Abwehrzentrale. Neben dem verletzt abgereisten Boateng solle auch dessen Münchner Klubkollege Mats Hummels weichen. "Die beiden Innenverteidiger machen Fehler, die man sonst so nicht von ihnen gewohnt ist", meint Matthäus und würde Niklas Süle und Matthias Ginter aufbieten. Ginter würde dabei von der rechten Seite in die Mitte rücken, außen würde wieder Joshua Kimmich übernehmen. Die Streichung von Hummels erfolgt offenbar nicht allein aufgrund von Formschwäche. Dass sich der Bayern-Profi nach dem Holland-Debakel wenig selbstkritisch zeigte und die Pleite beschönigte, missfiel Matthäus: "Diese Aussage hätte er sich sparen müssen."

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Links hinten macht sich Matthäus für zwei Spieler stark, die derzeit nicht einmal im DFB-Aufgebot stehen: Marvin Plattenhardt von Hertha BSC und Augsburgs Philipp Max. Die derzeitige Stammkraft Jonas Hector könne die Rolle nach dem Abstieg mit dem 1. FC Köln nicht mehr adäquat ausfüllen. "Wie schon des Öfteren erwähnt, haben wir keinen Linksverteidiger, der Woche für Woche auf Top-Niveau spielen muss, nämlich in der Bundesliga und nicht in Köln. Die müssen in dieser Saison leider gegen Sandhausen oder Duisburg ran", meint Matthäus.

Matthäus: Havertz ist ein "Jahrhundert-Talent"

Für das Dreier-Mittelfeld setzt der ehemalige DFB-Kapitän auf Toni Kroos, Emre Can ("Er ist für die Sechser-Position prädestiniert") und den 19-jährigen Kai Havertz. Matthäus: "Das ist ein Spieler der auch aus dem Mittelfeld den Angriff unterstützt und von hinten hilft. Das ist ein Jahrhundert-Talent und ein solches muss man auch mal spielen lassen." Auf dem Flügel streicht Matthäus Thomas Müller. Stattdessen müssen seiner Ansicht nach zwei weitere Youngster beginnen: Leroy Sané und Julian Brandt.

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Die Rolle in der Spitze sieht der Sky-Experte für Timo Werner vor. Der Leipziger war von Löw zuletzt auf der Außenbahn eingesetzt worden. "Wieso spielt Timo Werner links, wenn es eigentlich unsere einzige wirkliche zentrale Sturmwaffe ist?", meint Matthäus. Angreifer Mark Uth, der in Holland als 100. Debütant unter Löw zum Einsatz gekommen war, sollte in derzeitiger Verfassung keine Rolle mehr spielen: "Er hat in Hoffenheim 14 Tore geschossen, durfte aber nicht mit zum Turnier. Jetzt hakt es bei ihm, wie bei den meisten Schalkern, und ausgerechnet jetzt soll er die Mannschaft mit Toren retten? Ganz abgesehen davon, dass er keine wahre Nummer neun ist, sondern auch eher eine hängende Spitze."

Matthäus: Löw "muss einiges ändern"

Das Fazit von Matthäus: "Ich erkenne Fragen und Probleme in allen Mannschaftsteilen. Jogi Löw hat momentan nicht das Spielglück, aber dieses muss man sich bekanntlich erarbeiten. Das heißt ja jetzt nicht, dass Boateng, Hummels, Neuer, Kroos und Müller komplett aus der Nationalmannschaft raus müssen - natürlich nicht. Aber sie müssen schon den Druck der Jungen spüren und nicht jedes Mal aufs Neue spielen dürfen."

Trotz aller Kritik sieht sich Matthäus weiterhin als Unterstützer von Löw - einige Fragen seien aber dennoch erlaubt: "Was ist mit dem Leistungsprinzip? Wieso spielen Akteure, die aktuell total außer Form sind? Wieso werden so viele Spieler auf Positionen aufgestellt, die sie im Verein nicht spielen?" Löw habe bewiesen, dass er ein guter Trainer sei - aber: "Langsam muss er einiges ändern."

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