Anastasia Klimko und ihr Mann Lothar Matthäus genossen den roten Teppich bei der Filmpremiere in Potsdam. © Julian Stähle

Lothar Matthäus im Sportbuzzer-Interview

Der Ex-Nationalspieler über die Situation bei Hertha BSC und bei Union Berlin

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Potsdam. Lothar Matthäus genoss seinen Besuch in Potsdam erkennbar. Der Fußball-Weltmeister von 1990 war am Mittwoch Premieren-Stargast des Films „Rekordmeister-Edition“ über die 26 Meistertitel des FC Bayern München. Der Film, der auf DVD und Blu-Ray erhältlich ist, wurde von der Potsdamer Medienagentur Powerplay produziert. Matthäus strahlte und plauderte über seine erfolgreiche Zeit beim deutschen Rekordmeister.  Nach der Vorführung zog der 55-Jährige mit seiner Ehefrau Anastasia Klimko (28) und den Film-Produzenten in ein griechisches Restaurant in der Potsdamer Innenstadt. Zuvor sprach er über: 

* den emotionalsten seiner sieben Meistertitel mit Bayern München:* Am emotionalsten sind die Meisterschaften, an die man nicht mehr glaubt. Das ist prickelnder, als wenn man mit 10 oder 15 Punkten Vorsprung Meister wird. Bei mir war es am emotionalsten 1986 , als wir Werder Bremen am letzten Spieltag noch eingefangen haben. Bremen war die ganze Saison vorne. Damals gab es eine große Rivalität, ich erinnere mich an die Wortgefechte zwischen Uli Hoeneß und Willi Lemke, da war richtig Zunder drin. Am vorletzten Spieltag hatte Bremen gegen uns in letzter Minute die Möglichkeit, die Meisterschaft klarzumachen. Aber Michael Kutzop schoss einen Elfmeter an den Pfosten. Am letzten Spieltag gewannen wir 6:0 gegen Mönchengladbach, Bremen verlor 1:2 in Stuttgart, so wurden wir noch Erster. Das war eine Meisterschaft, die emotional fast nicht zu überbieten war.

die aktuelle Situation des FC Bayern: München ist zurzeit nicht an der Leistungsgrenze. Die Mannschaft setzt noch nicht um, was Trainer Carlo Ancelotti fordert. Aber sie  wird bald wieder an die Leistung der letzten Jahre anknüpfen, die Bayern werden alles tun, um wieder dahinzukommen. Am 21. Dezember gegen RB Leipzig wird München ganz anders auftreten als in den letzten Wochen.

Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig: Leipzig spielt bisher eine hervorragende Saison. Aber es gibt noch andere Mannschaften, die man vorne nicht erwartet hätte. Dieses Jahr wird es in der Liga kribbeln. Wahnsinn, was diese Bundesliga bisher zu bieten hat.

die Rückkehr von Uli Hoeneß als Bayern-Präsident: Uli Hoeneß hatte ja angekündigt, dass er zurückkommt, daher ist es keine Überraschung, dass er wieder zum Präsidenten gewählt wurde. Uli Hoeneß ist das Gesicht des FC Bayern. Er soll so bleiben wie er ist, er wird dem FC Bayern und der Bundesliga gut tun. 

die Kritik von Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge an Verteidiger Jérôme Boateng: Der Verein hat das Recht zu kritisieren. Jerome hätte es sicher lieber gehabt, wenn man das unter vier Augen besprochen hätte. Aber wenn ein Spieler verletzt ist, hat er nichts auf Partys zu suchen, sondern alles zu tun, um schnell wieder fit zu werden. Die Kritik kam zurecht –  wie sie kam, darüber kann man streiten. 

* die Attacke von Dortmunds Trainer Thomas Tuchel gegen seine eigene Mannschaft nach dem 1:2 bei Eintracht Frankfurt:* Die Spieler sind heutzutage zu viel in Watte gepackt. Wir haben früher nur auf die Schnauze bekommen, wenn wir schlecht gespielt haben. Dann muss man mit einer öffentlichen Kritik leben. Wenn wir früher mit dem FC Bayern verloren haben, sind die Attacken aus der Chefetage über die Medien gekommen. So etwas kann auch ein Wachrütteln sein. 

die Chancen des Bundesligadritten Hertha BSC: Im Vorjahr hat Berlin auch eine sehr gute Vorrunde gespielt und stürzte dann ab. Ich hoffe, dass man daraus gelernt hat. Dass sie nicht mehr international dabei sind, kommt ihnen vielleicht für die Bundesliga entgegen. Trainer Pal Dardai macht einen tollen Job. Hertha hat mit Ibisevic und Kalou zwei Stürmer von internationaler Klasse. Und mit Mitchell Weiser gibt es einen Spieler, der irgendwann wahrscheinlich in der Nationalmannschaft auflaufen darf. 

die Aufstiegschancen von Union Berlin in der 2. Bundesliga: An den direkten Aufstieg glaube ich nicht. Eintracht Braunschweig ist vorne schon weg. Dahinter lauern Hannover 96 und der VfB Stuttgart, die beide einen besseren Kader haben. Vielleicht ist trotzdem der Relegationsplatz möglich. Union hat ein tolles Publikum und einen Kader, der oben mitspielen muss.

Region/Dresden

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