12. September 2018 / 17:01 Uhr

Lücke beim NFV sorgt für Startplatz von 96 in der Niedersachsenliga

Lücke beim NFV sorgt für Startplatz von 96 in der Niedersachsenliga

Jan-Philipp Brömsen
Dürfen sie oder dürfen sie nicht? Diskussionen um die Staffelbesetzung in der B-Mädchen-Niedersachsenliga halten an.
Dürfen sie oder dürfen sie nicht? Diskussionen um die Staffelbesetzung in der B-Mädchen-Niedersachsenliga halten an. © Christina Hinzmann
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Das Urteil des Verbandssportgerichts, das der B-Juniorinnenmannschaft von Hannover 96, den nachträglichen Start in der Niedersachsenliga gewährte, hat bei den Vereinen für viel Aufruhr und Unverständnis gesorgt.

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Was war passiert: Die vor der Saison nicht existierende B-Juniorinnenmannschaft der „Roten“ hatte einen Antrag beim Verband gestellt, mit einem Team direkt in der Niedersachsenliga, der zweithöchsten Liga im Juniorinnen-Fußball, zu starten. Diesem Antrag wurde vom Verbandssportgericht nachträglich stattgegeben.

Soll-Zahl war erreicht

Mit in der eigentlich aus zehn Teams bestehenden Niedersachseligaliga ist auch MF Göttingen. „Das Verbandssportgericht hat entschieden, dass 96 aufgenommen werden muss, obwohl in der Ausschreibung eine Soll-Zahl von zehn Teams festgelegt wurde“, sagte Torsten Burkhardt, Damen-Trainer von MF Göttingen. In der vergangenen Spielserie hatte 96 keine C- oder B-Juniorinnen gemeldet und startet nunmehr in der zweithöchsten Liga. „Der NFV hat massiven Einfluss genommen – 96 geht es nur darum, seine Damen in die Regionalliga zu bekommen“ moniert Burkhardt. Zwei Vereine sollen federführend gegen das Urteil des Verbandssportgerichts eine Revision beantragt haben. Neun der zehn Teams sollen sogar finanzielle Unterstützung für einen Sportanwalt zur Verfügung gestellt haben. „Was genau passiert, wissen wir nicht – es sind aber einige Aktionen geplant“ so Burkhardt.

NFV gibt keine Stellungnahme ab

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) über seine Pressestelle zum aktuellen Verfahren keine Stellungnahme ab. Es handele sich um ein schwebendes Verfahren hieß es aus Barsinghausen. Wendelin Biermann, langjähriger Fußballtrainer des FFC Renshausen, sieht den nachträglichen Start von Hannover 96 eher kritisch: „Ich bin für den Wettkampf und kann jeden Verein verstehen, der das nicht unterstützt. 96 wird so ein starkes Team haben, so dass sie wahrscheinlich gleich in die Bundesliga aufsteigen – und das wäre ein Witz“, so Biermann.

Übrigens trat die bisherige Stafelleiterin, Marion Demann, nach dem Urteil sofort von ihrem Amt zurück. Nachfolger Thomas Eilers war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Ganz anders sieht Lars Gäsicke, Trainer der Damen von Hannover 96, den Sachverhalt im Bezug auf die B-Mädchen seines Vereins. „Das Sportgericht denkt sich so ein Urteil sicher nicht aus. Hier ist eher der NFV in der Pflicht. Die Satzungen und Ordnungen können teilweise wild interpretiert werden“ so Gäsicke. Bereits in früheren Spielzeiten nahmen Teams ohne sportlichen Aufstieg in der Niedersachsenliga teil – Beispiel TSV Bemerode. „Wir haben unsere Bewerbung für die Liga fristgemäß eingereicht. Das ist nicht verboten. Allerdings wurde der Antrag vom Frauen- und Mädchenausschuss abgelehnt“, erklärt Gäsicke.

Krusenbucher SV wurde auch zugelassen

Das Thema war für Hannover praktisch schon erledigt, da die Frist am 15. Juni endete. Als dann aber plötzlich der Krusenbuscher SV, ein Stadtteilklub aus Oldenburg, in der Liga auftauchte, hat 96 beim NFV um eine Stellungnahme gebeten. „Es gab keinerlei Rechtsgrundlage diesen Verein zuzulassen und uns nicht. Der NFV hatte hier eine Lücke, zumal in den vergangenen fünf Jahren die Soll-Zahl immer bei zwölf Teams lag“, begründet Gäsicke. Gegen den Vorwurf, dass die beiden neuen Juniorinnenteams „zusammengekauft“ wurden, wehrt sich der Damen-Trainer entschieden.

„Wir haben Sichtungstrainings durchgeführt, wie viele andere Vereine auch. Dass der Name Hannover 96 grundsätzlich zieht, ist ja nichts Verbotenes“, so Gäsicke. Der Vereine habe gar kein Budget für die Mädchenteams, um Spielerinnen zu bezahlen – im Gegenteil. Vier neue Spielerinnen wurden vom alten Verein gesperrt und müssen jetzt bis Anfang November absitzen. „Es geht bei der Meldung der B-Juniorinnen überhaupt nicht um unsere Damen. Klar, wollen wir dort irgendwann mal aufsteigen, aber nicht mit aller Macht“, betont Gäsicke. Eine Meldung in der Kreisliga Hannover hätte übrigens für diese Anforderung bei einem Aufstieg ausgereicht.

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