30. August 2017 / 16:25 Uhr

Nächster Schritt zur 96-Machtübernahme: Martin Kind stellt 50+1-Antrag bei der DFL

Nächster Schritt zur 96-Machtübernahme: Martin Kind stellt 50+1-Antrag bei der DFL

Andreas Willeke
Martin Kind bei einer Pressekonferenz.
Martin Kind bei einer Pressekonferenz. © Joachim Sielski
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Es war nur eine Frage der Zeit, jetzt ist es vollbracht: Martin Kind hat bei der DFL den Antrag auf Ausnahmeregelung von der 50+1-Regel gestellt. Zuvor war die Opposition erneut mit einem Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gegen eben diese Antragsstellung Kinds gescheitert.

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Hannover 96-Chef Martin Kind hat mit Vorstand und Aufsichtsrat den Antrag bei der DFL auf die Mehrheitsübernahme gestellt. „Alle Hausaufgaben sind gemacht““, sagte der 73-Jährige. Kind: „Ich rechne bis Ende des Jahres mit einer Entscheidung der DFL.“

Nach der erwarteten Zustimmung der DFL – ein Schiedsgericht-Urteil muss dazu nur umgesetzt werden – muss auch der DFB noch abschließend das Okay geben. DFB-Chef Reinhard Grindel hat sich im Sportbuzzer-Interview bereits positioniert. „Die Sonderregel besagt: Wenn sich jemand über 20 Jahre in prägender Art und Weise für seinen Verein engagiert hat, soll diese 50+1-Regel durchbrochen werden. Das ist ein Beschluss der 36 Bundesliga-Vereine gewesen. Im Fall von Herrn Kind kommt diese 20-Jahre-Regel zum Tragen.“

Opposition scheitert vor OLG

Der Versuch von Aufsichtsrat Ralf Nestler, die Entscheidung der 96-Gremien zur Kind-Übernahme per Einstweiliger Verfügung zu stoppen, scheiterte auch in der zweiten Instanz beim Oberlandesgericht Celle. Ein „juristischer Grund, den Antrag zu verbieten“, sei „weder aufgezeigt noch ersichtlich“, heißt es in der Begründung des OLG Celle. Die umfassende Geschäftsführung obliege dem Vorstand und nicht der Mitgliederversammlung. Möglich bleibt, ein Hauptverfahren anzustreben. Die Erfolgschance dürfte nach den beiden Urteilen nicht allzu groß sein.

Die Fan-Proteste beim Spiel Hannover 96 gegen Schalke 04:

Vor dem Spiel wurden in der Nordkurve zahlreiche Transparente für den Erhalt der 50+1-Regel präsentiert.  Zur Galerie
Vor dem Spiel wurden in der Nordkurve zahlreiche Transparente für den Erhalt der 50+1-Regel präsentiert.  ©
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„Es handelt sich um eine wichtige Entscheidung des Oberlandesgerichts, die – wie bereits in der ersten Instanz beim Landgericht - die Entscheidungsprozesse unserer Gremien bestätigt. Wir werden die getroffenen Beschlüsse im Sinne von Hannover 96 verantwortungsbewusst und konsequent umsetzen“, sagte 96-Klubchef Martin Kind.

In einer Pressemitteilung berichtet die Interessengemeinschaft Pro Verein 1896 über Details. Demnach begründet das Oberlandesgericht seine Entscheidung damit, dass bei Hannover 96 „alle Entscheidungen“ vom Vorstand getroffen werden „und die Mitglieder keinen Einfluss auf die Entwicklung des Vereins nehmen können“.

„In allen Punkten gescheitert“

In bei der Frage des angemessenen Kaufpreises der Anteile der Hannover 96 Management GmbH gab es vom Gericht für Nestler ebenfalls einen Rückschlag. Ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten, das ihn in seiner Behauptung stützen soll, dass die 51 Prozent der Anteile der Hannover 96 Management GmbH weit mehr wert seien als die zwischen Kind und 96 vereinbarten 12  750 Euro, reiche dem Gericht allein nicht aus, um einen Nachweis einer Treuepflichtverletzung durch den Vorstand anzuerkennen.

Das OLG Celle verlange eine ausführliche betriebswirtschaftliche Bewertung. „Damit ist aber nicht gesagt, dass der Kaufpreis in Höhe von 12 750 Euro dem tatsächlichen Wert von 51 Prozent der Anteile der Hannover 96 Management GmbH entspricht“, schreibt die IG Pro Verein in ihre Pressemitteilung. Das sieht 96 anders.„Der Kaufpreis für 51 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Hannover 96 Management GmbH wurde nicht beanstandet, heißt es in einer Pressemitteilung von 96 und steltt abschließend fest: „Die Antragsteller sind in allen Punkten gescheitert.“

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