06. Dezember 2018 / 19:06 Uhr

Magdeburg-Co Silvio Bankert: „Ich habe jetzt mehr Verantwortung“

Magdeburg-Co Silvio Bankert: „Ich habe jetzt mehr Verantwortung“

Stephan Henke
Magdeburgs Trainergespann: Chefcoach Michael Oenning (l.) und sein Assistent Silvio Bankert.
Magdeburgs Trainergespann: Chefcoach Michael Oenning (l.) und sein Assistent Silvio Bankert. © imago/Jan Huebner
Anzeige

2. Bundesliga: Silvio Bankert aus Luckenwalde, Co-Trainer des 1. FC Magdeburg, spricht im SPORTBUZZER-Interview vor dem Duell mit Union Berlin über seine neue Rolle als Assistent von Michael Oenning, die Vorbildfunktion der Eisernen und sein frühes Karriereende

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Silvio Bankert ist seit eineinhalb Jahren Co-Trainer beim 1. FC Magdeburg, zunächst unter dem Wilhelmshorster Jens Härtel, seit drei Wochen unter Ex-HSV-Trainer Michael Oenning. Vor dem Ostduell gegen den Tabellendritten Union Berlin am Sonntag (13.30 Uhr) spricht der 33-Jährige über Oennings Stil, Unions Stärken und Heimatgefühle für Luckenwalde.

Herr Bankert, vor knapp drei Wochen wurde Cheftrainer Jens Härtel entlassen. Sie waren Co-Trainer, häufig wird ja das ganze Trainerteam entlassen, warum durften Sie bleiben?

Silvio Bankert: Das liegt natürlich in der Hand des Vereins. Aber es ist auch nicht verkehrt, wenn der neue Cheftrainer jemanden an seiner Seite hat, der die Abläufe, die Spieler und die Gegebenheiten schon kennt. Auch Torwart- und Athletiktrainer sind ja geblieben.

Sie waren knapp eineinhalb Jahre an der Seite von Jens Härtel. Wie würden Sie ihr Verhältnis beschreiben?

Wir haben ein hervorragendes Verhältnis. Ich habe unheimlich viel von ihm gelernt, konnte mir bei der Gegneranalyse oder der Trainingssteuerung sehr viel abschauen. Dafür bin ich ihm unheimlich dankbar. Mit ihm geht eine Ära zu Ende, er hat den Verein von der Regionalliga in die 2. Bundesliga geführt, das ist schon Wahnsinn. Wenn man in 20 Jahren zurückblicken wird, taucht sein Name in einer Reihe mit dem von FCM-Legende Heinz Krügel auf, mit dem Magdeburg dreimal DDR-Oberliga-Meister wurde.

Mehr anzeigen

Seit drei Wochen ist Michael Oenning Cheftrainer in Magdeburg. Wie hat sich Ihre Arbeit unter ihm verändert?

Bei Jens Härtel gab es mit Ronny Thielemann noch einen zweiten Co-Trainer, jetzt bin ich der erste Ansprechpartner für Michael Oenning. Dadurch habe ich mehr Verantwortung. Ronny und ich haben uns zuvor beispielsweise die Gegneranalyse aufgeteilt, das ist jetzt, gemeinsam mit dem Spielanalysten Kevin Waliczek, meine Aufgabe. Auch die Besprechungen vor dem Spiel finden nur noch zwischen Michael Oenning und mir statt, dadurch ist die Zusammenarbeit noch intensiver.

Wie unterscheiden sich die Fußballphilosophien von Michael Oenning und Jens Härtel?

Grundsätzlich haben wir schon eine gewisse Magdeburg-DNA, was die Arbeit gegen den Ball betrifft. Michael Oenning achtet noch mehr auf das Spiel mit dem Ball.

DURCHKLICKEN: Große Namen des 1. FC Magdeburg

Dirk Heyne: Er spielte bereits 1967 als Zehnjähriger für den FCM. Er blieb den Bördestädtern als Torwart bis 1991 treu. Sein erstes Spiel für die Oberliga-Mannschaft bestritt er am 13. August 1977 gegen den 1. FC Union Berlin. Insgesamt stand Heyne 323 Mal für den FCM zwischen den Pfosten. Ab 2003 übernahm er das Traineramt in Magdeburg, stieg 2006 mit dem Team in die Regionalliga auf, doch verpasste den Durchmarsch in die 2. Bundesliga in letzter Sekunde. Am 9. Dezember 2007 wurde er wegen Erfolglosigkeit entlassen. Zur Galerie
Dirk Heyne: Er spielte bereits 1967 als Zehnjähriger für den FCM. Er blieb den Bördestädtern als Torwart bis 1991 treu. Sein erstes Spiel für die Oberliga-Mannschaft bestritt er am 13. August 1977 gegen den 1. FC Union Berlin. Insgesamt stand Heyne 323 Mal für den FCM zwischen den Pfosten. Ab 2003 übernahm er das Traineramt in Magdeburg, stieg 2006 mit dem Team in die Regionalliga auf, doch verpasste den Durchmarsch in die 2. Bundesliga in letzter Sekunde. Am 9. Dezember 2007 wurde er wegen Erfolglosigkeit entlassen. ©
Anzeige

Sie haben bereits mit 30 Jahren ihre Karriere beendet – bereuen Sie diese Entscheidung manchmal?

Natürlich bekomme ich immer noch Lust mitzuspielen. Aber ich hatte 2015 in der 3. Liga nicht mehr ganz so viel Spielzeit und im Knie Arthrose. Und nur mittrainieren ohne zu spielen wollte ich nicht. Deshalb hab ich mir ein Jahr als Spieler weggenommen und eingetauscht gegen die Zukunft als Trainer.

Sie trainieren jetzt ihre ehemaligen Mitspielern, kommt es da auch mal zu einem Respektproblem?

Nein, das war nie ein Problem. Und es hat den Vorteil, dass ich noch sehr gut nachvollziehen kann, wie ein Spieler denkt.

"Respekt war nie ein Problem"

In welcher Situation?

Wenn ein Spieler gut trainiert und dann nicht für den Kader nominiert wird, kann er das meist nicht verstehen. Als Trainer ist es jedoch unsere Aufgabe, das große Ganze zu sehen.

Mit Union Berlin kommt der noch ungeschlagene Tabellendritte am Sonntag (13.30 Uhr) nach Magdeburg. Der FCM hat dagegen zu Hause noch kein Spiel gewonnen – ein undankbarer Gegner?

Nein, für uns ist jedes Spiel ein Feiertag. Gerade für solche Spiele sind wir doch in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Aber natürlich wird es Zeit, dass wir zu Hause gewinnen, zumal es in den nächsten Spielen gegen Köln und St. Pauli auch nicht gerade einfacher wird.

Was zeichnet die Berliner aus?

Ihre Entwicklung in den letzten Jahren ist schon Wahnsinn, sie sind in dieser Liga eine absolute Topmannschaft und stehen völlig zurecht da oben. Sie haben einen erfahrenen Trainer, eine klare Struktur, spielen keinen Hauruck-Fußball, sondern haben eine stabile Abwehr, aus der sie gezielt nach vorne spielen. Sobald man ihnen auch nur eine Chance anbietet, schlagen sie zu. Das wird am Sonntag eine große Herausforderung.

50 ehemalige Spieler von Union Berlin - und was aus ihnen wurde


Simon Terodde: 25 Tore in 93 Spielen schoss Simon Terodde für Eisern Union. Mittlerweile spielt er beim 1. FC Köln. Zur Galerie
Simon Terodde: 25 Tore in 93 Spielen schoss Simon Terodde für "Eisern" Union. Mittlerweile spielt er beim 1. FC Köln. ©

Können die Eisernen auch Vorbild für die Entwicklung des 1. FC Magdeburg sein?

Sicherlich muss jeder seinen eigenen Weg gehen. Aber Union ist auch von der Oberliga bis in die 2. Liga aufgestiegen, hat auch wirtschaftlich kürzlich sehr gute Zahlen vorgelegt. Davon sind wir noch meilenweit entfernt, wir haben vor vier Jahren ja noch in der Regionalliga gespielt. Aber was uns vereint, ist sicherlich die große Anhängerschaft im Osten, die mit viel Leidenschaft für ihren Verein einsteht. In Magdeburg zehren wir sehr von unseren Fans, da sind viele positiv Verrückte dabei, ganz ähnlich wie bei Union.

Im Sommer waren Sie beim Legenden-Spiel ihres Jugendvereins FSV 63 Luckenwalde. Wie eng ist der Kontakt in die Heimat?

Sowohl die Familie meiner Frau als auch meine wohnt noch in Luckenwalde, wenn wir Zeit haben, fahren wir so oft wie möglich hin. Meine Mutter sitzt auch noch bei den Spielen des FSV im Kassenhäuschen, bei den Luckenwalder Ringern ist sie Kassenwartin. Mein Bruder Markus ist dort auch Jugendtrainer. Luckenwalde ist immer noch unsere Heimat. Zugleich ist mein zweiter Sohn in Magdeburg geboren, meine Frau arbeitet hier. Wir fühlen uns hier genauso wohl.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Brandenburg
Sport aus aller Welt