10. Oktober 2018 / 18:25 Uhr

Maik Franz vom 1. FC Magdeburg: "Der VfL Wolfsburg war für mich ein Glücksgriff"

Maik Franz vom 1. FC Magdeburg: "Der VfL Wolfsburg war für mich ein Glücksgriff"

Engelbert Hensel
Optik Maik Franz
Freut sich auf das Testspiel am Donnerstag in Wolfsburg: Ex-VfLer Maik Franz kommt mit dem 1. FC Magdeburg. © 2016 Getty Images
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Länderspielpause – die nutzt der VfL auch, um zu testen. Am Donnerstag (15 Uhr, AOK-Stadion) geht's gegen Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg. Und da gibt es ein Wiedersehen mit Maik Franz. Der Ex-Wolfsburger hatte beim VfL 2001 sein Debüt in der Fußball-Bundesliga gefeiert, jetzt ist er Leiter der Lizenzspielerabteilung beim FCM. Im Sportbuzzer-Interview spricht der 37-Jährige über seine Zeit in Wolfsburg, seinen Job in Magdeburg und seinen Spitznamen.

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Sie waren ein knallharter Abwehrspieler, Ihr Spitzname Iron-Maik – darf man Sie heute auch noch so nennen?

Maik Franz: (lacht) Klar, das war halt mal ein Teil von mir.

Sie meinen Ihre härtere Gangart auf dem Platz...

(lacht wieder) Ich stand halt für gewisse Sachen auf dem Platz. Aber ich stand und stehe auch immer für Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und hundertprozentigen Einsatz. Für mich sind das elementare Dinge. Ich werde jetzt nicht mehr von jedem Iron-Maik genannt, aber wenn man über meine aktive Zeit spricht, gehört das halt bei mir dazu. Ich fand das auch immer gut.

Am Donnerstag gibt es ein Wiedersehen mit der Vergangenheit. Wie groß ist denn die Vorfreude auf Wolfsburg?

Es ist immer schön, zurückzukehren. Ich habe ja immer noch viele Kontakte beim VfL – zu Pablo Thiam, mit dem ich einst zusammengespielt habe, oder zu Heribert Rüttger aus dem Betreuerteam des Klubs oder zu Norman Becker, dem Torwart-Trainer aus der U23. Er ist einer meiner besten Freunde.

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Sie haben fünf Jahre lang für den Klub gespielt...

...und obwohl ich nicht mehr da bin, verfolge ich den Klub immer noch intensiv. Es ist schön, dass der VfL in der ersten Liga geblieben ist, da gehört der Klub auch hin.

Sie haben für einige Vereine gespielt – aber bei keinem waren Sie so lange wie beim VfL...

Das stimmt schon, der VfL war damals genau der richtige Verein. Ich hätte damals auch nach Köln, St. Pauli oder Rostock wechseln können, aber wegen Wolfgang Wolf habe ich mich für Wolfsburg entschieden. Wolf und Wolfsburg – besser geht es doch gar nicht... Wolfsburg war genau der richtige Ort für mich, weil ich mich auf den Fußball konzentrieren konnte, für mich war das damals ein Glücksgriff. In Berlin oder anderen Großstädten ist etwa die Gefahr groß, dass du als junger Spieler schnell mal abgelenkt werden kannst, aber ich wollte damals nicht Party machen, sondern Fußball, Fußball, Fußball.

Sie hatten in fünf Jahren Wolfsburg fünf Trainer...

Ja, das war einerseits sicher nicht gut für den Klub, es fehlte die Kontinuität, andererseits habe ich in der Zeit viel für meinen späteren Weg mitgenommen, weil es eben alles unterschiedliche Typen waren.

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<b>Koen Casteels:</b> Erbrachte bei einem zünftigen Kruse-Volleyschuss seinen ersten echten Arbeitsnachweis in der 28. Minute. Beim Gegentreffer von Klaasen aus kurzer Distanz ohne Abwehrchance. Dann immer mal wieder mäßig gefordert, wo er voll auf der Höhe war. Wirklich auszeichnen konnte er sich jedenfalls nicht oft. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Erbrachte bei einem zünftigen Kruse-Volleyschuss seinen ersten echten Arbeitsnachweis in der 28. Minute. Beim Gegentreffer von Klaasen aus kurzer Distanz ohne Abwehrchance. Dann immer mal wieder mäßig gefordert, wo er voll auf der Höhe war. Wirklich auszeichnen konnte er sich jedenfalls nicht oft. Note: 3 ©
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Aber Sie waren bei den Nachfolgern von Wolf nicht immer gleich erste Wahl...

Ja, das stimmt schon. Es war ungefähr so: Neuer Trainer, Franz raus, dann wieder reingekämpft und gespielt. Aber im Nachhinein kann man daraus auch etwas Positives ziehen.

Wofür steht der VfL aus Ihrer Sicht heute? Worauf darf der Klub stolz sein?

Auch wenn nur vereinzelt Spieler ganz oben ankommen, muss man sagen: Der Klub macht eine sehr gute Nachwuchsarbeit. Die Basis ist gut, die Trainingsbedingungen sind überragend – das ist ein Verein, der durch seine Kompaktheit überzeugt. Der VfL steht auch für Seriosität. Was ich schade finde: In den vergangenen Jahren haben Aufwand und Ertrag nicht gepasst. Aber der Verein hat die richtigen Schlüsse daraus gezogen, hat jetzt einen Schmadtke und einen Schäfer geholt. Ein hoch interessantes Duo, denn Marcel Schäfer, der ja nun Sportdirektor ist, ist eine Persönlichkeit in Wolfsburg. Er kennt jeden, jeder kennt ihn. Und über die Qualitäten eines Jörg Schmadtke als Manager müssen wir nicht reden. Und Bruno Labbadia ist ein Trainer, der viel über Emotionen kommt. Wenn jetzt alle mitziehen, auch die, die im Hintergrund wirken, kann in Wolfsburg wieder etwas Großes entstehen.

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Wolfsburgs Josip Brekalo (links) spielt den Ball, ehe der Bremer Sebastian Langkamp eingreifen kann. ©

Wie viel kann sich denn der 1. FC Magdeburg vom VfL abschauen?

Zwischen den Klubs gibt es einen engen Austausch, die Kommunikation stimmt. Der VfL und der FCM – das sind unterschiedliche Welten, aber klar: Wenn wir hier etwas anpassen wollen in Sachen Trainingsmöglichkeiten etwa, kann man schon mal 80 Kilometer weiter schauen, wie das da gemacht wird. Wir wollen zwar unseren Weg gehen, gleichwohl lässt man sich gern von Klubs, die das schon lange gut machen, inspirieren. Und auf der Spielerebene passiert ja schon einiges, in den vergangenen Jahren sind einige Jugendspieler von uns zum VfL gewechselt, andererseits haben zuletzt Moritz Sprenger und jetzt Alexander Brunst den Weg aus Wolfsburg nach Magdeburg gefunden. In Zukunft könnte ja vielleicht noch der eine oder andere zu uns kommen vom VfL.

Denken Sie da etwa an Paul Seguin, dessen Vater Wolfgang „Paule“ Seguin beim FCM eine Ikone ist? Ist es denkbar, dass er im Winter nach Magdeburg wechselt, um wieder mehr Spielpraxis haben zu können?

Das sind Themen, die wir erst mal intern abschließend klären wollen. Wir vertrauen unserem Kader zu einhundert Prozent. Aber klar: Paul ist ein hochtalentierter Spieler, der seine Qualitäten hat, momentan ist er bei uns jedoch kein Thema.

"Wir wollen uns mittelfristig in der 2. Liga etablieren"

Ist es denn denkbar, dass Sie noch mal zum VfL zurückkehren?

(lacht) Ja, am Donnerstag zum Spiel...

Und darüber hinaus?

Man kennt doch das Fußballgeschäft... Aber jetzt mal Spaß beiseite: Ich fühle mich in Magdeburg sehr wohl, wir haben beim FCM ein tolles Arbeitsklima, haben ein tolles Team – und mit dem wollen wir vorankommen. Wir wollen schnellstmöglich den Klassenerhalt einfahren. Darüber hinaus wollen wir uns mittelfristig in der 2. Liga etablieren.

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