27. Mai 2018 / 21:13 Uhr

"Man will nicht, dass wir Meister werden": Waspo 98 wittert nach Pleite Verschwörung

"Man will nicht, dass wir Meister werden": Waspo 98 wittert nach Pleite Verschwörung

Stefan Dinse
Trainer Karsten Seehafer kann seine rote Karte nicht verstehen.
Trainer Karsten Seehafer kann seine rote Karte nicht verstehen. © Florian Petrow
Anzeige

Das dritte Finalspiel zwischen Waspo 98 Hannover und Spandau 04 war ganz großes Kino: Beide Trainer sahen Rot, im Wasser gab es Ringkämpfe. Waspo unterlag mit 4:9 und konnte die Meisterschaft in der Stadionhalle nicht perfekt machen. Nun droht auch noch zwei Spielern eine Sperre.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Ringkämpfe, Wortgefechte, ein spektakulärer Kniefall und ein Küsschen, das eine rote Karte zur Folge hatte: Die Finalspiele zwei und drei um die deutsche Wasserball-Meisterschaft sind großes Kino gewesen. Ein Happy End für Waspo 98 gab es jedoch nicht. Nach einem Sieg und einer Niederlage gegen Spandau 04 steht es 2:1 für Hannover. Am Mittwoch (19.30 Uhr) geht es in der Best-of-five-Serie in Berlin weiter. Waspo hat noch zwei Matchbälle – seinen beiden montenegrinischen Stars droht nach den gestrigen Vorfällen aber eine Sperre. Der Film hatte also sogar einen Skandal.

​Wortgefecht mit dem Bundestrainer

Für die Vorstellung des Teams hatte sich Waspo etwas Neues überlegt. Jeder Spieler wurde in einer kurzen Sequenz auf der großen Videowand gezeigt, wie er sich auf den Beckenrand hievt. Das sah beeindruckend aus und kam bei den jeweils rund 300 Zuschauern prima an.

Spandau-Trainer Petar Kovacevic sieht nach einem Küsschen die rote Karte

Im zweiten Duell am Sonnabend (nach dem 10:7-Auftaktsieg in Berlin) war Waspo besser, zog nach 0:2-Rückstand gegen den konzeptlos wirkenden Rekordmeister vorentscheidend auf 9:3 davon und erzielte dabei sehenswerte Treffer. Am Ende hieß es 11:7 (2:2, 4:1, 3:0, 2:4). Die Gäste waren entnervt, wechselten im vierten Viertel sogar den Torwart. Waspo-Keeper Moritz Schenkel hingegen glänzte mehrfach.

Nicht nur die Akteure beharkten sich körperlich an der Grenze des Erlaubten – und darüber hinaus. Auch die beiden Clubchefs lieferten sich Verbalduelle. Waspos Bernd Seidensticker griff Hagen Stamm, der mit seiner Mannschaft fieberte, immer wieder an. „Du willst neutraler Bundestrainer sein? Das ist ein Unding!“, so Seidensticker. „Ich bin nur als Spandau-Präsident hier, mein Freund“, entgegnete Stamm angefressen.

Die Bilder vom denkwürdigen dritten Finalspiel zwischen Waspo 98 und Spandau 04.

Spandaus Trainer Petar Kovacevic und der Schiedsrichter geraten aneinander. Zur Galerie
Spandaus Trainer Petar Kovacevic und der Schiedsrichter geraten aneinander. ©
Anzeige

Waspo-Tore in Spiel 2: Marin Ban (3), Julian Real, Aleksandar Radovic (je 2), Marek Tkac, Jorn Winkelhorst, Predrag Jokic, Darko BrguljanIm gestrigen dritten Vergleich enttäuschte Waspo und verlor mit 4:9 (1:3, 1:1, 1:3, 1:2). „Das war zu wenig, wir waren von Beginn an nicht mit dem Kopf da“, monierte Nationalspieler Julian Real. Wie am Vortag haderten beide Seiten mit Entscheidungen der Schiedsrichter. Es ging knallhart zur Sache.

​Seehafer fällt auf die Knie

 Im dritten Abschnitt wurde es dann filmreif: Gästecoach Petar Kovacevic beschwerte sich nach einer Hinausstellung und sah Gelb. Daraufhin umarmte er den Unparteiischen Ulrich Spiegel, drückte ihm einen Kuss auf die Wange – der zeigte ihm prompt Rot. „Völlig überzogen“, nahm gar Seidensticker den Spandauer in Schutz.

Zweieinhalb Minuten später war Waspos Trainer dran, er hatte bereits im zweiten Viertel Gelb bekommen. „Was hab ich denn gemacht? Wofür denn?“, schrie er den Unparteiischen Christian Landmann wiederholt an und fiel gar auf die Knie. Radovic eilte von der Bank hinzu und hatte Mühe, seinen Coach zu beruhigen.

Interview mit Waspo-Trainer Karsten Seehafer nach dem Spiel

Wegen eines schweren Fouls sah der Montenegriner später selbst noch Rot. Außerdem soll Brguljan einen Unparteiischen nach Abpfiff beleidigt haben. Im Spielprotokoll ist eine Unsportlichkeit vermerkt. „Ich habe das Gefühl, dass es eine Sperre für die beiden und mich gibt“, sagte Seehafer verbittert. „Man will nicht, dass wir Meister werden.“

Mehr zu Waspo
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt