Marco Hartmann schaut den Kameraden beim Training zu. Marco Hartmann schaut den Kameraden beim Training zu. © Jochen Leimert
Marco Hartmann schaut den Kameraden beim Training zu.

Marco Hartmanns Kraftquell - Dynamos Kapitän im Interview

Wenn er mit Dynamo mal Stress hat, dann spielt der Kapitän mit seinem Sohn und alles ist gut.

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San Pedro de Alcantara. Marco Hartmann hatte vor Weihnachten einen Muskelfaserriss, doch jetzt kann Dynamos Kapitän auf dem Platz wieder vorangehen. Sein Bestreben ist es, sich mit der Mannschaft möglichst schnell aller Abstiegssorgen zu entledigen, denn er fürchtet ein Hauen und Stechen im Tabellenkeller: „Wir als Mannschaft müssen die Qualität auf den Platz bringen, die wir haben. Da muss es das Ziel sein, vielleicht eine bessere Rückrunde zu spielen als letztes Jahr und uns so schnell wie möglich da unten zu befreien, weil ich glaube, dass das eine ganz, ganz eklige Geschichte da unten werden wird.“

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Der Konkurrenzdruck im unteren Tabellendrittel sei immens: „Ich sehe dort Mannschaften, die auch Qualität haben, die vielleicht jetzt den Trainer gewechselt haben wie Darmstadt und neue Euphorie verbreiten. Deshalb musst du zusehen, dass du in den ersten Spielen punktest, damit du dort unten schnell wegkommst oder Abstand hältst und einfach dein Leistungsvermögen in den folgenden Spielen abrufen kannst. Extremer Druck kann natürlich dann, wenn es weniger Spiele werden, auch dazu führen, dass du es nicht mehr abrufst. Das darf uns nicht passieren.“

Marco Hartmann entwischt Erich Berko in einem Trainingsspiel im Marbella Football Center. Marco Hartmann entwischt Erich Berko in einem Trainingsspiel im Marbella Football Center. © Jochen Leimert

Der Eichsfelder weiß genau, welche Rolle der Kopf im Abstiegskampf spielt, wie wichtig Zusammenhalt in einer Mannschaft ist. Er war 2014 noch dabei, als Dynamo das Bundesliga-Unterhaus wider Willen verlassen musste. Doch vier Jahre später ist er weit zuversichtlicher, dass die Schwarz-Gelben beim Unternehmen Klassenerhalt nicht scheitern: „Jetzt sind einfach noch mehr Typen hier. Wenn man allein den Trainer sieht, wenn man Ralf Minge sieht - ich glaube auch in der Struktur der Mannschaft gibt es sie. Es sind ja auch schon ein paar dabei, die jetzt seit Jahren hier sind, die sich verantwortlich für den Verein fühlen. Deswegen habe ich im Moment ein sehr, sehr gutes Gefühl.“

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Bestärkt hat ihn darin besonders die Phase, als sich Dynamo nach fünf Punktspiel-Niederlagen und dem Pokal-Aus in Freiburg Ende November wieder aus dem Sumpf zog und drei Spiele in Folge gewann. Er selbst sei vor der Wende in Düsseldorf (3:1) auch nicht nervös gewesen, „weil es noch nicht in einer entscheidenden Phase in der Saison war. Du hast ja immer noch 20 Spiele gehabt. Ich war wirklich überzeugt davon, dass die Mannschaft gut genug ist, um Punkte zu sammeln und bin es ja immer noch. Ich habe schon vor dem Lautern-Spiel nicht mehr auf die Tabelle geguckt, weil ich mich davon loslösen wollte, um keine sinnlose Nervosität zu erzeugen.“

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Die unglaublich bittere 1:2-Heimpleite gegen die Roten Teufel, an deren Zustandekommen er nicht ganz unschuldig war, habe er mithilfe seines ein erst ein halbes Jahr alten Sohnes verarbeiten können: „Nach dem Lautern-Spiel durfte ich nachts um drei mit meinem Kleinen eine Stunde durch die Wohnung spazieren und er hat sich einfach gefreut, dass wir ein bisschen spielen. Ich war ja schon relativ stark geknickt nach dem Spiel, aber in dem Moment musste ich dann ein bisschen schmunzeln.“

Marco Hartmann am Freitag beim Jonglieren am Strand. Marco Hartmann am Freitag beim Jonglieren am Strand. © Jochen Leimert

Hartmanns Maxime ist es immer gewesen, nie aufzugeben: „Das, was ich immer vorleben kann, ist - egal wie beschissen es dann gelaufen ist - einfach wieder weiter zu machen, wieder aufzustehen und von vorne anzufangen.“ Nach seiner Muskelverletzung vor Weihnachten ist der Sechser jetzt wieder fit: „Mittlerweile bin ich voll dabei, ich habe keine Beschwerden.“ Vom Trainingslager hat er dennoch genug: „Es reicht langsam. Ich will nach Hause zu meiner Familie, zu meinem Kind. Ich will auch mal einen freien Tag haben und was anderes essen.“

Dynamo-Kapitän Marco Hartmann (r.) im Gespräch mit Trainer Uwe Neuhaus. Dynamo-Kapitän Marco Hartmann (r.) im Gespräch mit Trainer Uwe Neuhaus. © Jochen Leimert

Langsam gilt es für ihn auch, daheim ein großes Ereignis zu planen, denn am 25. Februar wird Hartmann 30 Jahre alt. Ein willkommener Anlass, alte Freundschaften zu pflegen: „Ich hoffe, dass ich meine ganzen Freunde mal zusammenbekomme und eine schöne Feier machen kann.“ Steht Dynamo dann im gesicherten Mittelfeld, lässt es sich für den studierten Lehrer sicher entspannter feiern. Den Beruf hat er übrigens noch fest im Blick: „Das Referendariat muss ich noch machen. Das ist eigentlich auch das Hauptziel nach dem Fußball. Damit ich das komplett abgeschlossen habe.“

von Caroline Grossmann und Jochen Leimert

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