Marcus Mlynikowski (l.) im Zweikampf mit Ben Zollinski (SC Paderborn). Marcus Mlynikowski (l.) im Zweikampf mit Ben Zollinski (SC Paderborn). © Picture Alliance
Marcus Mlynikowski (l.) im Zweikampf mit Ben Zollinski (SC Paderborn).

Marcus Mlynikowski: "Die kochen auch nur mit Wasser"

DFB-Pokal: Marcus Mlynikowski will im DFB-Pokal mit dem Chemnitzer FC dem FC Bayern trotzen – der Oranienburger saß zuletzt bei den Himmelblauen nur auf der Bank.

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Nein, den DFB-Pokal hatte Marcus Mlynikowski gar nicht mehr auf der Rechnung, als er im Juni seinen Vertrag beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC unterschrieb. „Die Auslosung habe ich gar nicht mitbekommen“, sagt der Oranienburger, der im Sommer aus der Reserve von Hertha BSC nach Sachsen wechselte. Und dann das: Der CFC erwischt das Knallerlos! Am Sonnabend (15.30 Uhr) kommt nun Rekordpokalsieger FC Bayern München für die Erstrundenpartie zu den Himmelblauen. Mlynikowski will dann gegen seine großen Idole auf dem Platz stehen – dafür wechselt sogar Papa Mike für 90 Minuten (oder mehr) die Seiten.

Während das Traumlos im Chemnitzer Café Moskau, wo Vereinsverantwortliche und Fans die Auslosung verfolgten, frenetisch bejubelt wurde, piepste das Handy von Marcus Mlynikowski, der beim Oranienburger FC mit dem Fußball begann und nach der Ausbildung im Nachwuchs von Union Berlin später bei Werder Bremen schon einmal an der Schwelle zum Profifußball stand. „Mein Vater hat mir sofort eine Nachricht geschrieben“, sagt der 25-Jährige. „Ich konnte es gar nicht fassen, den Pokal hatte ich nicht auf dem Schirm. Damit geht natürlich ein Traum in Erfüllung.“ Vater Mike Mlynikowski ist glühender Bayern-Fan. „Es ist das erste und wohl einzige Mal, dass er gegen Bayern sein wird.“ Und natürlich hofft er, dass sein Sohn nun gegen die Münchener ein gutes Spiel macht. „Darüber würde er sich riesig freuen“, weiß der Mittelfeldspieler.

​So lange wie möglich "die Null" halten

Dafür muss Marcus Mlynikowski sich jetzt im Kampf um die begehrten Startelfplätze behaupten. Der Torvorlage zum 1:0-Siegtreffer im Auftaktspiel gegen Zwickau folgten unglückliche Auftritte und zwei Niederlagen. Zuletzt, beim 1:1 gegen Jena, verzichtete Trainer Horst Steffen auf den Neuzugang aus der Hauptstadt. „Jeder will sich mit den Besten messen“, sagt Mlynikowski, „aber es können nur elf spielen.“ Deshalb sei der Konkurrenzkampf in der Woche vor dem Pokalspiel besonders entbrannt. Klar, auch der Oranienburger will Samstag am liebsten gleich zu Beginn in die volle Chemnitzer Arena einlaufen. „So ein Spiel ist einmalig in der Karriere, zumal es ja nicht nur irgendein Freundschaftsspiel ist, sondern es sogar richtig um etwas geht“, erklärt Mlynikowski.

Möglich sei da alles. „Man braucht auch viel Glück“, sagt der Außenspieler, der auf der linken Seite defensiv wie offensiv agieren kann. „Man kann die Hucke vollbekommen, aber es kann auch anders laufen, auch wenn sicher die wenigsten daran glauben.“ Die Marschroute ist klar: Der CFC will so lange wie möglich „die Null“ halten. „Es geht darum, den Respekt ein wenig abzulegen – das können manche besser, andere weniger.“

>> Lest hier das Interview mit dem Potsdamer Daniel Frahn zu der Partie <<

Mlynikowski, für den nach seinem Abschied aus Bremen 2012 eine Odyssee über die Sportfreunde Siegen, Union Berlin II und den Berliner AK begann, ehe er schließlich bei Hertha II wieder Fuß fasste, gelingt es schon ganz gut, sich kampfeslustig zu geben. „Das sind doch auch nur Menschen, die kochen auch nur mit Wasser“, sagt er. Den einen oder anderen Angriff zu Ende spielen, vielleicht ein Tor machen, das wäre schon schön, meint der Mann aus Oberhavel, der sein bisheriges Karrierehighlight erlebte, als er Anfang April im Berliner Bundesliga-Kader für die Partie in Mönchengladbach stand. „Aber das Spiel gegen Bayern setzt da noch einmal einen drauf“, sagt er.

​Marcus Mlynikowski: "Wollen auf keinen Fall zur Schießbude werden"

Zu Beginn der Woche spielte der Rekordmeister noch keine Rolle beim CFC. „Wir haben erstmal das Spiel gegen Jena ausgewertet“, berichtet Mlynikowski. Und doch wirft das Duell mit dem Weltclub seine Schatten voraus. „Ich hätte mich auf das Duell mit Arjen Robben gefreut“, gibt der Neu-Chemnitzer zu. Vielleicht klappt das noch. Seit ein paar Tagen trainiert der Holland-Star wieder mit der Mannschaft. „Aber ob jetzt, da Thomas Müller oder Kingsley Coman auf meiner Seite auf mich zukommt, ist eigentlich auch egal.“ Ohnehin sei die Qualität des bayerischen Starensembles herausragend. Deshalb werden die Trikots der Gäste am Sonnabend auch ein begehrtes Tauschobjekt für die CFC-Fußballer sein. „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Lewandowski, Hummels, Müller, Ribéry – irgendein Trikot werde ich nach dem Abpfiff schon ergattern.“

Vorher stehen noch 90 Minuten, vielleicht auch eine Verlängerung mit Elfmeterschießen auf dem Plan, in denen die Himmelblauen den großen Favoriten ärgern wollen. „Wir wollen auf keinen Fall zur Schießbude werden“, stellt Marcus Mlynikowski klar. Es soll sich schließlich lohnen, dass der Papa die Daumen für ein Spiel mal nicht für die Bayern drückt.

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