96-Geschäftsführer Martin Bader. 96-Geschäftsführer Martin Bader. © Imago/Eibner
96-Geschäftsführer Martin Bader.

Martin Bader im Interview: „Unsere Qualität wird sich durchsetzen“

Fußball ist ein Ergebnissport, sagt 96-Geschäftsführer Martin Bader – und wehrt sich gegen die Kritik an der Mannschaft.

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Herr Bader, trotz des 2:1-Erfolgs gegen Bochum gab es viel Kritik für die Mannschaft von Hannover 96. Können Sie die Aufregung nachvollziehen?

Die Kritik begleitet uns doch schon die ganze Saison, weil die Erwartungshaltung in Hannover so ist, dass wir die Liga dominieren und dabei guten Fußball spielen müssen. Fußball ist ein Ergebnissport. Wir haben das Heimspiel gegen Bochum gewonnen und stehen auf dem zweiten Platz. Unterm Strich zählt, dass wir die drei Punkte geholt haben. Wie auch immer. Aber ja – Kritik ist berechtigt, jeder arbeitet an Verbesserungen.

Was die Fans am meisten umtreibt ist die Sorge, dass es mit solchen Leistungen wie gegen Fürth und Bochum mit dem Aufstieg nicht klappen könnte.

Wir stehen auf Platz zwei.

Stimmt. Aber wird die Mannschaft mit solchen Leistungen dort auch nach dem 34. Spieltag stehen?

Warum nicht? Man sollte sich auch mal die Mühe machen und sich andere Zweitligaspiele anschauen. Oder nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Wollen wir lieber Spiele haben wie das von Borussia Dortmund gegen Benfica Lissabon? Die Dortmunder haben ein überragendes Spiel gemacht – und mit 0:1 verloren. Der FC Bayern hat gegen Freiburg und Ingolstadt erst in der Nachspielzeit gewonnen. Also: Fußball ist so eng, auch und gerade in der 2. Liga. Wir haben immer gesagt, dass sich der Aufstieg nicht an einem Wochenende entscheidet. In einem Spiel ist in der 2. Liga jede Mannschaft in der Lage, die andere zu schlagen. Auf lange Sicht wird sich jedoch Qualität durchsetzen. Sonst wären wir, obwohl wir viele enge Spiele hatten, nicht auf Platz zwei.

In der Kritik stehen besonders die beiden Außenverteidiger Oliver Sorg und Edgar Prib.

Nicht bei uns.

Können Sie das erklären.

Wir gewinnen als Mannschaft, wir verlieren als Mannschaft. Da gehört jeder Spieler dazu. Mal hat ein Stürmer eine Pechsträhne, mal spielt ein Innenverteidiger nicht so gut. Wir dürfen nicht den Fehler machen und nach jedem Spiel alles ins Grundsätzliche zu ziehen.

Die 96-Einzelkritik für das Bochum-Spiel von Dirk Tietenberg.

Viele Beobachter sind der Meinung, dass der aktuelle 96-Kader nicht ausreichen wird, um bei einem Aufstieg in der Bundesliga bestehen zu können. Gibt es schon Gespräche mit potenziellen Neuzugängen?

Solange wir nicht hundertprozentig wissen, ob wir in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen werden, sind finale Vertragsgespräche mit neuen Spielern schwierig. Jeder Spieler, mit dem wir reden, sagt natürlich: „Warten wir doch noch ein paar Monate ab, ob es auch wirklich in die Bundesliga geht.“

Was die Planungen erschweren dürfte.

Ja, aber es erschreckt mich nicht, denn auch das ist im Fußball normal. Eintracht Frankfurt hat in der vergangenen Saison als letzter Verein die Gewissheit gehabt, in der Bundesliga zu bleiben. Mit Ruhe, Fleiß und Sachverstand haben es die Frankfurter aber geschafft, einen Kader zusammenzustellen, der zurzeit auf dem dritten Platz steht. Aber selbstverständlich sind unsere Scouts und alle im sportlichen Bereich intensiv am Arbeiten und Sichten.

Wäre prima, wenn Sie das auch für 96 hinkriegen würden.

Schwierig, weil die Erwartungshaltung in Hannover eine andere ist – und auch die Denkweise. Hier gibt es ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Planungssicherheit. Aber so einfach ist das nicht. Selbst wenn man im April weiß, wo man nächstes Jahr spielt, ist das noch längst keine Gewissheit dafür, in der kommenden Saison auch eine gute Mannschaft zu haben. Der HSV hatte im vergangenen Jahr als Zehnter frühzeitig Planungssicherheit und musste jetzt im Winter nachsteuern. Und solange wir noch nicht einmal den wirtschaftlichen Rahmen für die nächste Saison kennen, sind das ohnehin alles nur Planspiele.

Viele Teams haben in der Winterpause neue Spieler geholt. Warum ist 96 nicht aktiv geworden?

Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Wann macht man etwas im Winter? Wenn man mit der Entwicklung der Mannschaft nicht zufrieden ist und meint, dass man dringend etwas verändern oder auf schwere Verletzungen reagieren muss. Wir sind auf Platz zwei in die Winterpause gegangen. Die Mannschaft kann also nicht allzu viel falsch gemacht haben. Vertrauen in den Kader und in die Arbeit der Trainer sind für den Erfolg auch wichtig. Zudem müssen auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten berücksichtigt werden.

Region/Hannover Hannover 96 (Herren) Fussball 2. Bundesliga

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