06. Dezember 2018 / 08:56 Uhr

Martin Kind zu 96-Trainerdiskussion: "Auch Klopp würde es nicht besser machen"

Martin Kind zu 96-Trainerdiskussion: "Auch Klopp würde es nicht besser machen"

Andreas Willeke
Martin Kind stärtk Breitenreiter den Rücken: Auch Klopp würde es nicht besser machen.
Martin Kind stärtk Breitenreiter den Rücken: "Auch Klopp würde es nicht besser machen." © imago/GEPA pictures/Heusel
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Nach den jüngsten Niederlagen geriet bei Hannover 96 auch Trainer André Breitenreiter unter Druck. Clubboss Martin Kind stärkt dem Coach aber den Rücken: "So wie die Mannschaft zusammengestellt ist, wäre es auch für andere Trainer nicht stressfrei."

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Die Trainerdiskussion gehört zur Krise wie das Salz zum Meer. Jeder fischt das Argument heraus, das für oder gegen den Wechsel spricht.

Nach dem desaströsen 0:2 im Heimspiel gegen Hertha BSC ließen sich bei Klubchef Martin Kind und mehr noch bei Manager Horst Heldt Absetzungsbewegungen von André Breitenreiter herauslesen und -hören.

Die Partie am Sonntag schien zum Entscheidungsspiel für den Trainer zu werden. Diese Interpretation weist Kind zurück: „Mainz ist kein Endspiel für den Trainer. Breitenreiter hat ein gutes Standing in Hannover und sehr viel Optimismus, dass er das hinbekommt.“

96 darf nicht weiter verlieren

Das heißt jedoch nicht, dass 96 immer weiter verlieren darf. Doch bei der Krisenanalyse „müssen mehr als nur die Ergebnisse einbezogen werden“, verlangt Kind: „Es geht um mehr als nur um eine Person. Wir müssen das Ganze diskutieren, das be­ginnt beim Scouting und geht bis zu den Transferentscheidungen.“

Es läuft also gerade wieder mal grundlegend was falsch. Damit wird auch klar, dass nicht nur der Trainer, sondern auch der Manager in die Kritik mit einbezogen wird. „Wir müssen das weiter fassen. Wenn wir entscheiden, müssen wir vorher über alles nachdenken, dazu brauchen wir ein Gesamtkonzept“, fordert der 96-Chef.

Kind: "Auch Klopp würde es nicht besser machen."

Er weiß aber auch, „natürlich ist der Trainer das schwächste Glied“. Doch Kind erkennt die Probleme im Team, die Breitenreiter jüngst angedeutet hat. „Ich kann auch nicht zaubern, Geld schießt halt Tore“, entschuldigte der Trainer die sich ständig wiederholenden Patzer beim 1:4 in Gladbach.

„So wie die Mannschaft zusammengestellt ist, wäre es auch für andere Trainer nicht stressfrei“, vermutet Kind, „ich habe mal den Mut zu sagen, auch Jürgen Klopp würde es nicht besser machen.“ Der ehemalige Dortmunder Meistertrainer hat Liverpool ins Champions-League-Finale geführt und kämpft in England um den Titel.

96-Mannschaft schlecht zusammengestellt

Die Erkenntnis setzt sich durch, dass die 96-Mannschaft schlecht zusammengestellt ist. Das Potenzial, das bei Kevin Wimmer oder Genki Haraguchi gesehen wurde, bleibt verborgen. „Wir müssen die Mannschaft stark machen, wir haben keine andere“, sagt Kind – aber auch: „Sie hat mehr Potenzial, als sie zuletzt gezeigt hat.“

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Doch sicher ist nicht, dass 96 genug Klasse hat, um die Liga zu halten. Deshalb glaubt der Klubchef, „ein Trainerwechsel, ohne die Mannschaft zu verstärken, macht wenig Sinn“. Für den Trainertausch plus Einkäufe fehlt das Geld. Vor die Alternative gestellt, ist Kinds Entscheidung eindeutig: „Da sind neue Spieler am wichtigsten.“ Wichtiger je­denfalls, als Geld für Abfindungen an Breitenreiter und/oder Heldt zu zahlen sowie in neue 96-Würdenträger zu investieren.

So könnte es kommen: Zwei oder drei Profis werden in der Winterpause geholt, das Team erwischt unter Breitenreiters Führung die Welle, die 96 ans rettende Ufer trägt. Das zumindest ist der Plan, auf weitere Klatschen könnte aber auch die Radikalkur folgen. Meer geht ja immer.

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