06. September 2018 / 07:21 Uhr

Masaya Okugawa ist Holsteins erster Japaner

Masaya Okugawa ist Holsteins erster Japaner

Andreas Geidel
Die KSV-Trainingskleidung sitzt schon: Bei Holstein hofft man, dass es mit Masaya Okugawa passt.
Die KSV-Trainingskleidung sitzt schon: Bei Holstein hofft man, dass es mit Masaya Okugawa passt. © Sonja Paar
Anzeige

Der KSV-Leihspieler will in Kiel weiter an seinem Traum von der Nationalelf arbeiten.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Kein Zweifel, dieser Mann ist schnell. Pfeilschnell. Eine Qualität, die Masaya Okugawa schon in seinen ersten Trainingseinheiten beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel unter Beweis stellte. Der Einstieg in den deutschen Alltag dauert derweil für den vom österreichischen Meister RB Salzburg bis zum Saisonende ausgeliehenen Japaner etwas länger.

Immerhin, der 22-Jährige spricht Deutsch. Nicht fließend, aber für ein einfaches Frage-und-Antwort-Spiel reichen die Kenntnisse schon. Medizinchecks, Ämtergänge, Wohnungssuche – Störche-Teammanager Jan Uphues hilft Okugawa, wo er kann. Auch mit der europäischen Kultur ist Okugawa vertraut. Schließlich wechselte er bereits 2015 aus der Heimat nach Österreich. Die „Roten Bullen“ der Alpenrepublik verpflichteten das damals 19-jährige Top-Talent (fünf U18-Länderspiele) für 750000 Euro vom japanischen Zweitligisten Kyoto Sanga und delegierten ihn direkt zum RB-Ausbildungsklub FC Liefering.

Der Aufbruch in eine für ihn neue Welt sei mit dem Traum verbunden gewesen, sich für die A-Nationalmannschaft zu empfehlen, erzählt der im Gespräch noch etwas schüchtern wirkende Okugawa mit einem etwas wehmütigen Blick auf seine Nicht-Berücksichtigung von Auswahltrainer Hajime Moriyasu für die anstehenden Test-Länderspiele am Freitag in Sapporo gegen Chile und am kommenden Dienstag in Suita gegen Chile: „Die japanische Liga hat eine gute Qualität. Aber in Europa locken Champions League und Europa League. Hier wird schneller gespielt, die Mannschaften sind zweikampfstärker.“

Nun also Zweite Liga in Kiel. Strand und Meer statt Berge. „Kein Problem, es ist schön hier“, beschreibt Okugawa seine ersten Eindrücke an neuer Wirkungsstätte, an der mit dem österreichischen U21-Nationalspieler Mathias Honsak ein zweiter Profi aus Salzburg auf Leihbasis um Spielanteile kämpft. Und das ausgerechnet auf Okugawas Lieblingsposition, der linken Außenbahn.

Doch der 1,77 Meter große Offensiv-Allrounder kann auch in die Mitte oder auf die rechte Seite wechseln. Wie in der vergangenen Saison in 27 Spielen (fünf Tore, vier Assists) für den österreichischen Bundesligisten SV Mattersburg, mit dem Okugawa zudem bis ins Halbfinale des nationalen Pokal-Wettbewerbs vorstieß. 3364 Fans verloren sich im Schnitt bei den Heimspielen des SVM im 15000 Besucher fassenden Pappelstadion. 9314 waren es am Montagabend im Holstein-Stadion. Die Ränge waren prall gefüllt und Okugawa begeistert von seinem ersten Zuschauer-Live-Erlebnis: „Das Stadion ist klein. Aber die Stimmung war toll. Besser als in einem großen Stadion, wo die Plätze leer bleiben.“

Wie teilweise in der Nürnberger Bundesliga-Arena. Dort sucht Okugawas Landsmann Yuya Kubo derzeit sein Fußball-Glück. „Wir haben regelmäßig Kontakt. Ich freue mich, dass er auch in Deutschland spielt“, sagt Okugawa. Die beiden kennen sich seit Jugendtagen, sind schon im Nachwuchsbereich von Kyoto Sanga über Jahre gemeinsam auf Torejagd gegangen. Und auch in Kiel muss Okugawa nicht auf Unterhaltung in seiner Landessprache verzichten. Schließlich kredenzt der Koch in einem japanischen Restaurant in der Holtenauer Straße nach Einschätzung des neuen Störche-Flügels „gute und original japanische Gerichte“. Eine gute Adresse für den schnellen Einstieg in den deutschen Alltag.

Mehr zu Holstein Kiel

Diese Spieler haben Holstein Kiel in der Vergangenheit geprägt:

Zur Galerie
Anzeige
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Kiel
Sport aus aller Welt