31. Januar 2019 / 12:12 Uhr

Matthias Sammer: Harte Kritik am deutschen Fußball - klares Statement zu möglichem Comeback

Matthias Sammer: Harte Kritik am deutschen Fußball - klares Statement zu möglichem Comeback

Redaktion Sportbuzzer
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Klare Kante: Matthias Sammer hat sich zum Fußball-Geschäft und seiner Zukunft geäußert.
Klare Kante: Matthias Sammer hat sich zum Fußball-Geschäft und seiner Zukunft geäußert. © imago/Hübner
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Matthias Sammer spricht auf dem SPOBIS über die Entwicklungen im deutschen Fußball und sieht viel Verbesserungspotenzial. Zudem verrät er, wie er seine eigene Zukunft sieht.

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Der frühere DFB-Sportdirektor und Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer führt die Probleme des deutschen Fußballs vor allem auf strukturelle und personelle Defizite innerhalb des Verbandes sowie mancher Klubs zurück. Der Haupt-Kritikpunkt des 51-Jährigen: Ein Mangel an sportlicher Kompetenz auf Führungsebene. Besonders konkret wurde Sammer dabei mit Blick auf den DFB. "Joachim Löw und Oliver Bierhoff machen das alles gut. Im Präsidium frage ich mich aber, wo ist die Kompetenz dafür, die Stärke des Verbandes auch rein fußballerisch zu präsentieren", sagte der heutige TV-Experte im Rahmen einer Gesprächsrunde auf dem SPOBIS in Düsseldorf.

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Sammer, der von 2006 bis 2012 für den DFB tätig war, betonte zugleich, dass er mit seinen Einschätzungen "niemandem zu nahe treten" wolle und selbst keine Rolle im operativen Geschäft mehr anstrebe. Derzeit arbeitet er neben seinem Engagement bei Eurosport als Berater von Borussia Dortmund. Er sein "kein Getriebener mehr", sagte Sammer: "Ich habe meine Kämpfe alle ausgefochten, bin zufrieden." Er betonte aber, dass er dennoch auch weiterhin wissen wolle, "wie der Fußball morgen funktioniert".

Sammer: "Deutscher Fußball läuft der Musik hinterher"

Den Status quo bewertet er aus rein deutscher Sicht ernüchternd. "Du brauchst immer eine Identität. Und ich hatte den Eindruck, dass der deutsche Fußball seine Identität verloren hat“, sagte er mit Blick auf das WM-Debakel des DFB-Teams 2018 und die zuletzt schwache Europapokal-Bilanz der Bundesligisten in den vergangenen Jahren: "Aktuell laufen wir der Musik hinterher, sowohl bei der Nationalmannschaft als auch auf der Klubebene." Man habe nach der WM "viel diskutiert, aber eigentlich hat sich nichts geändert", bemängelte Sammer.

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Ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Entwicklung des deutschen Fußballs sei auch auf Vereinsebene eine zunehmende Verbesserung der Fußball-Kompetenz in Schlüsselpositionen. "Wir leben in einer egomanischen, egozentrischen Zeit. Man muss sich als Verantwortlicher in einem Verein so viel Kompetenz dazuholen, dass man alle Bereiche abgedeckt hat", forderte Sammer und hält persönliche Erfahrungen für eine optimale Arbeit in gewissen Bereich für unabdingbar.

Sammer: Vereine brauchen mehr Spezialisten

"Wenn es einen Sportvorstand gibt, der nie Trainer war - wie soll er einen Trainer verstehen? Das muss ein Künstler, ein Zauberer sein", meinte Sammer und warb für mehr Spezialisiten in den Vereinen: "Die Transferabwicklung muss der für den sportlichen Bereich Zuständige ja nicht machen."

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